Weihnachtshorror-Special

31. Tuesday Trash Night: Zombies at Christmas

USA 2011, 82 Min, dF, digital, R.: Joe Zerrull, D.: Daniel Rairdin-Hale

Weihnachten, das Fest der Liebe, steht vor der Tür. Endlich findet man wieder Zeit innezuhalten, Zeit für sich und für all die anderen, Zeit für Ruhe und Besinnlichkeit. Ein friedvoller Zauber legt sich über die Stadt. Besinnlich geht es deshalb auch bei uns zu, wenn sich die Studenten der Mt. Peacemore University für die Weihnachtsferien verabschieden, um mit ihren Familien Heiligabend zu verbringen. Währenddessen bereitet sich auch der Hausmeister auf seinen wohlverdienten Urlaub vor, fegt den letzten Dreck zusammen und stößt mit seinem Wischmob auf die eine oder andere Blutlache. Wird wohl erst mal doch nichts mit dem Urlaub. Kurzerhand wird in der Kneipe nebenan ein Trupp höchst motivierter Gestalten rekrutiert um sich einer Horde von Untoten entgegenzustellen.

Launiger Zombiesplatter zu Weihnachten. Loser mit Saugglocken gegen blutverschmierte Zombies!

 

Queercore – Liberation Is My Lover

Queercore: How to Punk a Revolution, USA 2017, 72 Min., OmdU, digital, R.: Yony Leyser, D.: John Waters, Silas Howard, Beth Ditto

Punk ist entweder infernalischer Lärm oder der Typ, der vorm Bahnhof ´nen Euro schnorrt. Soweit die landläufige Definition. Tatsächlich ist Punk beides – und noch viel mehr. Etwa eine sich selbst im besten Falle stetig neu erfindende Bewegung und Kunstform, die Normen und Traditionen infrage stellt und attackiert. Entsprechend tummeln sich unter dem markanten Sammelbegriff allerlei Geisteshaltungen und Subgenres. Eines davon ist Queercore, welcher der amerikanische Filmemacher Yony Leyser mit seiner gleichnamigen Doku ein Denkmal setzt. Im Queercore finden jene Transgenders, Schwule und Lesben eine kulturelle Heimat, denen Disco schon in den 70ern ein Gräuel war. Erste musikalische Vertreter waren etwa die New York Dolls samt sagenumwobenem Johnny Thunders, die in High Heels und Strumpfhosen ihren treibenden Sound durch die Boxen jagten. Ihnen widmet sich „Queercore“ ebenso wie der Transgender-Aktivistin Jayne County und aktuellen Künstlerinnen wie Peaches.

In Interviews mit Szenegrößen (zum Beispiel Filmemacher John Waters und Kim Gordon von Sonic Youth) diskutiert Yony Leysers hart geschnittener Dokustreifen Themen wie Homophobie, Gender, AIDS, Sex und natürlich Kunst. Illustriert wird das Ganze mit zahlreichen Konzertschnipseln und Fanzine-Einblendungen.

 

Near Dark - Die Nacht hat ihren Preis

Near Dark, USA 1987, 94 Min., dF, 35mm, R.: Kathryn Bigelow, D.: Adrian Pasdar, Jenny Wright, Lance Henriksen, Bill Paxton, Jenette Goldstein

„Midwest USA: Eines Nachts reißt der junge Caleb eine fremde Schönheit mit den Worten: „Darf ich mal beißen?“ auf. Kurz vor Sonnenaufgang beißt die junge Dame namens Mae selbst ein wenig in Calebs Hals und verwandelt ihn in einen Vampir. Als Maes schräge Sippe davon erfährt, greifen sie Caleb kurzerhand auf und schleifen ihn mit auf ihrer blutigen Tour durch die nordamerikanische Wüste. Während sein Vater alles in Bewegung setzt, um Caleb zu finden, versuchen dessen neue Begleiter, ihn zum Vampir-Dasein zu konvertieren.

„Near Dark“ ist einer der interessanteren modernen Vampir-Filme und markierte den Durchbruch von Hollywoods Action-Regisseurin Nr. 1, Kathryn Bigelow („The Hurt Locker“, „Zero Dark Thirty“). Der mit Western-Elementen versetzte Schocker wurde von Kameramann Adam Greenberg („Terminator“) in wohlig düstere (Nacht-) und gleißend unangenehme (Tag-)Bilder gepackt, die den Zuschauer das Vampir-Dasein beinahe am eigenen Leib spüren lassen. Fürs Ohr gibt es Musik der deutschen Elektro-Meister Tangerine Dream, angenehm rockige Gitarren wechseln sich hier mit sphärischen Klängen à la Vangelis ab.“(Filmflausen)

 

Das Wochenende der lebenden Leichen

Zombies sind, nicht nur im Zuge des „Walking Dead“-Hypes, populär wie nie zuvor. Höchste Zeit also, den Untoten ein ganzes Festival zu widmen.

Vertreten ist natürlich George A. Romero, der große Meister des Zombie-Films. Ihm ist auch das Festival – nicht zuletzt wegen seines bedauerlichen kürzlichen Todes – gewidmet. Wir zeigen seinen größten und einflussreichsten Klassiker, gleichzeitig der erste moderne Zombie-Schocker: „Night of the Living Dead“. „Der Planet Saturn lässt schön grüßen“ bekam in Deutschland den Untertitel „Der Zombie aus dem Weltall“ verpasst. Zugegeben, kein lupenreiner Zombiestreifen, aber immerhin frisst die schmelzende Hauptfigur Menschenfleisch und wirkt bald auch stark wie ein lebender Toter. Mit „Die Nacht der reitenden Leichen“ ist sicher der größte spanische Klassiker dieses Subgenres mit im Programm. Bei „Die Rückkehr der Untoten“ handelt es sich um das gelungene Remake von „Night of the Living Dead“. Man kann dann auch gleich direkt mit dem Original vergleichen. Mit „Ein Zombie hing am Glockenseil“ ist auch ein Kracher des italienischen Zombie-Maestros Lucio Fulci vertreten – und zwar sein berüchtigster. Mit dem „Dawn of the Dead“-Remake folgt noch ein gelungener moderner Vertreter des Untoten-Grusels. „Tot & begraben“ behandelt das Thema auf ungewöhnliche, aber durchaus blutige Weise. Und im japanischen „Wild Zero“ geht es reichlich schräg zu.

Das und noch mehr erwartet den geneigten Zuschauer bei dem in dieser Form bundesweit einmaligen Festival. Einen Überraschungsfilm gibt es noch obendrauf. Alles läuft im originalen 35mm-Kinoformat.

Die Dauerkarte für alle Filme kostet schlappe 40 Euro.

Vorläufiges Programm:

Freitag, 15. Dezember

21:15 Uhr: Die Nacht der lebenden Toten (OV)

23:15 Uhr: Der Planet Saturn lässt schön grüßen - Der Zombie aus dem Weltall

Samstag, 16. Dezember

14:30 Uhr: Die Nacht der reitenden Leichen

16:30 Uhr: Die Nacht der lebenden Toten (1990)

21:15 Uhr: Ein Zombie hing am Glockenseil

23:15 Uhr: **Überraschungsfilm**

Sonntag, 17. Dezember

13:00 Uhr: Dawn of the Dead (Remake) (OV)

15:00 Uhr: Tot und begraben

17:00 Uhr: Wild Zero (OmU)

Die Nacht der lebenden Toten

Night of the living dead, USA 1968, 80 Min., OV, 16mm, R.: George A. Romero, D.: Duane Jones, Judith O’Dea, Russel Streiner, Karl Hardman

Die Geschwister Johnny und Barbara schlendern über einen Friedhof, um dem Grab ihres Vaters einen Besuch abzustatten. Dort angelangt, werden sie plötzlich von einem Untoten angegriffen. Johnny wehrt sich energisch, kann dem hungrigen Zombie allerdings wenig entgegensetzen – er stirbt. Barbara hingegen gelingt die Flucht. Sie verschanzt sich mit anderen Flüchtenden in einem Landhaus, das schnell von einer ganzen Horde wilder Zombies umstellt ist. Das Drama nimmt seinen Lauf…

Mit „Die Nacht der lebenden Toten“ schuf George A. Romero nicht nur eines der wichtigsten Midnight-Movies, sondern holte ein ganzes Genre zurück aus dem Reich der (Un-)Toten. Zombies waren wieder en vogue und ließen in den Kinos fortan reichlich Gedärm über die Leinwand spritzen. Auch fast ein halbes Jahrhundert später hat Romeros Zombie-Albtraum nichts von seiner beklemmenden Atmosphäre verloren. Die nihilistische Grundstimmung, die sich durch den Film zieht, spiegelt das Lebensgefühl einer US-amerikanischen Generation wieder, die beginnt, sich von den Träumen der Hippie-Bewegung abzuwenden. Stattdessen macht sich angesichts des eskalierenden Vietnamkriegs Ernüchterung, Hoffnungslosigkeit und neuer Realismus breit. Romeros Besetzung des zentralen Protagonisten Ben durch den Afroamerikaner Duane Jones wurde von der Kritik stets auch als antirassistisches Statement verstanden. Romero selbst wollte dies jedoch, typisch für seine unprätentiöse Bodenständigkeit, nie direkt bestätigen.

 

Der Planet Saturn lässt schön grüßen – Der Zombie aus dem Weltall

OT: The Incredible Melting Man, USA 1977, 84 Min., dF, 35mm, R.: William Sachs, D.: Alex Rebar, Burr DeBenning, Myron Healey

Der Weltraum, unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 1977. Längst hat Haiti seine Bedeutung als wichtigster Infektionsherd für den Zombie-Virus eingebüßt. Seit George A. Romeros „Die Nacht der lebenden Toten“ gilt das triste Pittsburgh als Epizentrum der Untoten-Seuche. Weil’s dort auf Dauer etwas öde wird, verlegt Regisseur William Sachs das schaurige Treiben ins Weltall. Dort gondelt eine Raummission der USA dem Saturn entgegen. Das herrliche Schauspiel des intergalaktischen Saturnnebels erfreut die Gemüter jedoch nur kurz: Durch eine Sonneneruption werden die Astronauten an Bord radioaktiv verseucht. Zurück auf der Erde sind alle Crewmitglieder tot – bis auf Steve. Ob sein Überleben Grund zu überschwänglicher Freude ist, darf jedoch bezweifelt werden. Schließlich hat die Zombiestrahlung seinen Körper komplett verformt, sein Gehirn beschädigt – er schmilzt! Nur eines kann den rasanten Verfall stoppen: menschliche Zellen. So startet Steve seine erbarmungslose Menschenhatz.

„Der Planet Saturn lässt schön grüßen“ gilt als einer der besten Trashfilme aus dem Zombie-Umfeld. Gespickt mit reichlich schwarzem Humor, sind es letztlich doch vor allem die großartigen Spezialeffekte, die den Streifen zu einem höllischen Spaß machen. Kein Wunder, war doch Gore-Guru Rick Baker („American Werewolf“, „Krieg der Sterne“) höchstpersönlich für die grausigen Glibbermenschen im intergalaktischen Sci-Fi-Splatter zuständig.

 

Die Nacht der reitenden Leichen

OT: La Noche del terror ciego. ESP/PT 1971, 90 Min., dF, 35mm, R.: Amando de Ossorio, D.: Lone Fleming, César Burner, María Elena Arpón, José Thelman

Auf der Suche nach Unsterblichkeit verschreiben sich die Tempelritter der schwarzen Magie, huldigen dabei Satan und vollziehen blutige Rituale. Als sie exkommuniziert und hingerichtet werden, ahnt keiner, dass sie ihr Ziel bereits erreicht haben, denn um Mitternacht eines jeden Tages erwachen sie und dürsten nach frischem Blut.

Ein halbes Jahrhundert später genießen Virginia und ihr Freund Roger ihren Urlaub in Spanien und Portugal, doch nach einem Streit bricht Virginia alleine auf und schlägt ihr Lager in der Nähe einer mittelalterlichen Abtei auf, ohne dabei zu ahnen, wer dort begraben liegt …

Stark beeinflusst durch Romeros „Die Nacht der lebenden Toten“, stellt dieser Streifen nicht nur den Auftakt zu Ossorios „Blind Dead“-Reihe dar, sondern läutete auch die große goldene Ära des spanischen Horrorfilms ein. Ein Kultklassiker, blutig, atmosphärisch und bisweilen auch unfreiwillig komisch. Wim Wenders soll von dem Kinobesuch des Streifens dennoch so entsetzt gewesen sein, dass er sich nie wieder einen Horrorfilm ansehen konnte.

 

Die Nacht der lebenden Toten (1990)

OT: Night of the Living Dead. USA 1990, 88 Min., dF, 35mm, R.: Tom Savini, D.: Tony Todd, Patricia Tallman, Tom Towles, McKee Anderson

Als die Geschwister Barbara und Johnnie das Grab ihrer Mutter besuchen, werden sie von Zombies angegriffen. Als einzige Überlebende kann Barbara in einer nahen Farm Unterschlupf finden, in dessen Keller auch andere Personen Zuflucht vor den Untoten suchen; doch statt gemeinsam nach einem Ausweg aus der Falle zu suchen, kommt es schnell zu Konflikten. Dabei bedenken sie jedoch nicht, dass sie somit den Zombies auf ihrer Jagd nach Menschenfleisch entgegenkommen…

Dieser Film basiert auf G. A. Romeros gleichnamigen Kultfilm von ’68. Obwohl Romero das Drehbuch schrieb und an der Produktion mitwirkte, erhielt der Film gemischte Kritiken: Während er zu seiner Erscheinungszeit nicht selten als überflüssige Neuverfilmung angesehen wurde, wird er mittlerweile von Kritikern als gelungenes und eigenständiges Remake gelobt.

 

Ein Zombie hing am Glockenseil

OT: Paura nella città dei morti viventi, IT 1980, 93 Min., dF, 35mm, R: Lucio Fulci, D: Christopher George, Catriona MacColl, Carlo de Mejo

„In der kleinen Stadt Dunwich begeht der Ortspfarrer auf dem heruntergekommenen Friedhof Selbstmord. Daraufhin geschehen merkwürdige und unheimliche Dinge in der kleinen Stadt. Reporter Peter wittert sogleich eine heiße Story und macht sich zusammen mit Medium Mary auf den Weg nach Dunwich. Dort berichten die völlig verschreckten Anwohner allerlei Gruseliges über Untote, die ihr Unwesen in der Gemeinde treiben. Scheinbar hat sich der Pfarrer genau den richtigen Ort für seinen Suizid ausgesucht: Unter dem Friedhof befinden sich nämlich die Ruinen der Hexenstadt Salem und der Selbstmord eines Geistlichen führt zu nichts geringerem als zur Öffnung des Höllentors …

Mit seinem zweiten Zombiefilm geht Lucio Fulci den mit „Woodoo“ eingeschlagenen Weg konsequent weiter und begründet spätestens hier, wieso ihn seine Fans ehrfürchtig den „Maestro of Gore" nennen und warum er zum roten Tuch der bundesdeutschen Filminquisition wurde. Der Film wird in Splatterkreisen kultisch verehrt; und wen wundert das angesichts der von Gianetto de Rossi meisterhaft derb in Szene gesetzten Scheußlichkeiten.“ (filmtipps.at)

In Deutschland einer der kontroversesten und meistbesprochenen Horrorfilme der 80er-Jahre. Nach einer Studie war der 1981 auf Video veröffentlichte Schocker noch 1986 der beliebteste Videofilm überhaupt unter deutschen Jugendlichen. Besonders schockierte Moralwächter wie den erzkonservativen Pädagogik-Professor Werner Glogauer, dass viele Jugendliche von dem Streifen so begeistert waren, dass sie sich ihn wieder und wieder ansahen.

 

Dawn of the Dead (Remake)

USA 2004, 96 Min, OV, 35mm, R.: Zack Snyder, D.: Sarah Polley, Ving Rhames, Jake Weber

Als die Krankenschwester Ana eines Morgens aufwacht, ist nichts mehr wie es war. Dass die Nachbarstochter ihrem Ehemann gerade den Hals aufgebissen hat, scheint kein Einzelfall zu sein. Dumm auch, dass die Toten sogleich wieder auferstehen und ihrerseits Jagd machen. Innerhalb kürzester Zeit bricht das komplette System zusammen und die Überlebenden sind auf sich selbst gestellt. Was für ein Glück, wenn man in einer Shopping Mall Unterschlupf findet: Essen und ein sicheres Dach über dem Kopf! Denkste …

„Dawn of the Dead“ benötigt lediglich die Pre-Title-Sequenz um eine amerikanische Kleinstadt in ein chaotisches Endzeitszenario zu verwandeln. Der Anfang von „Dawn of the Dead“ ist direkt, blutig, unheimlich, apokalyptisch und steigert sich dabei in eine wahnwitzige Dynamik, die einem den Atem raubt. (dvd-forum.at)

 

Tot & Begraben

USA 1981, 94 Min, dF, 35mm, R.: Gary Sherman, D.: James Farentino, Melody Anderson, Jack Albertson, Nancy Locke

Dan Gillis ist Sheriff des kleinen und beschaulichen Fischerdorfes Potter's Bluff an der amerikanischen Ostküste. Als er zu einem Verkehrsunfall gerufen wird, findet er an der Unfallstelle einen schwer verbrannten, aber noch lebenden Mann vor, der sofort in die örtliche Klinik eingeliefert wird. Er ahnt noch nicht, dass der Unfall nur vorgetäuscht wurde und es sich bei dem Mann um einen ortsfremden Fotografen handelt. Am Strand wurde er von einigen Dorfbewohnern überfallen und angezündet. Während Gillis versucht, die Identität des Fremden zu ergründen, wird der schließlich im Krankenhaus ermordet. Als der tote Fotograf von einem Zeugen quicklebendig in der Stadt gesehen wird und weitere Morde geschehen, kommt Gillis langsam einem grauenhaften Geheimnis auf die Spur. In dem spielen der ortsansässige Leichenbestatter William G. Dobbs, viele seiner Bekannten und seine an Okkultismus interessierte Frau Janet offenbar eine Rolle ... (nach www.ofdb.de)

„Aus der Masse der lediglich um Make-Up-Effekte herum konstruierten Horrorfilme der frühen 80er Jahre ragt Gary A. Shermans zweiter Genrestreifen weit heraus. In der überraschungsreichen und spannend erzählten Geschichte (Drehbuch: Dan O’Bannon und Ronald Shusett) geht es dann auch um mehr als nur um bloße Effekthascherei. Der Abstieg in tiefste menschliche Abgründe bis hin zu Geburts- und Todesängsten ist hier garantiert. Das ist der Stoff, aus dem die (Alb-)Träume sind. Zielsicher wie bei seinem „Tunnel der lebenden Leichen“ steuert Sherman bei „Tot & Begraben“ auf ein furioses Finale hin, dessen Weg dahin mit einigen unglaublichen F/X-Sequenzen (Stan Winston) gespickt ist. Die gute und glaubhafte Besetzung ist ein weiterer Pluspunkt dieses wirklich phantastischen Films, der es durchaus verdient, zum kleinen Juwel des Horrorfilms erkoren zu werden.“ (ofdb.de)

 

Filme

Wild Zero

OT: Wairudo zero, J 1999, 98 Min., OmU, 35mm, R.: Tetsuro Takeuchi, D.: Guitar Wolf, Drum Wolf, Bass Wolf, Masashi Endô, Makoto Inamiya, Masao Sato

„Während die Erde zunehmend von Außerirdischen attackiert wird, tourt die intergalaktische Garagenpunkband Guitar Wolf unverdrossen durch die Lande. In einem verkackten Provinzstädtchen, dessen Einwohnerschaft durch einen Meteoriteneinschlag in der Mehrzahl zu Zombies mutiert ist, soll der nächste große Guitar-Wolf-Gig stattfinden. Hier finden sich ein: Ace, ein Möchtegern-Rock’n’Roller und –Rockstar und nebenbei größter Fan der Band. Tobio, ein Mädchen, das ein Junge ist und das Ace erst zufällig vor Tankstellenräubern und dann bewusst vor einer Bande Zombies rettet. Ein paar prollige Meteoritenfans, die scharf auf einen Gesteinsbrösel sind. Ein Rotte Gangster, die sich bei der knallharten Waffenhändlerin Yamazaki, eine Art Tank Girl im Karo-Body, entsprechend eindecken wollen. Sowie der Captain, Clubbesitzer in Hot Pants und verkappter Superheld mit Todesstrahlenblick, der noch ein Hühnchen mit Guitar Wolf zu rupfen hat. Außerdem natürlich jede Menge Zombies und Ufos, mit denen sich die Protagonisten auseinanderzusetzen haben.

Gut gemachter Low Budget Comic-Strip, der zu einem Ausflug Romero – Manga – und zurück einlädt. Die Handlung ist absolut nebensächlich und dient eigentlich nur dazu, Guitar Wolf ausreichend Platz zum Coolsein und Muckemachen einzuräumen: eine krachige Mischung aus 50s Trash-Rock’n’Roll, amerikanischer Garagenmusik und Ramones-Punk. Ace, der an sich sein Uncoolsein und seine Talentlosigkeit geißelt, und sein Love-Interest, das Boy-Girl Tobio, sind hier noch die normalsten Figuren. Ob’s nun der stramm kurzbehoste Captain ist, die dickliche Hanako (Taneko) mit Faible für außerirdisches Gestein, die später mit ihrem Proll-Freund Toshi (Yoshiyuki Morishita) ein reizendes Zombiepärchen abgibt, oder die geldgeile Yamazaki, die vorzugsweise im Panzerwagen unterwegs ist: Regisseur Takeuchi hat ein schrilles Völkchen versammelt, das sich splatternd durch die Sets schlägt. Wenn sich dann am Ende Leadgitarrist Guitar Wolf das Mutterschiff der Aliens allein mit seiner zum Samurai-Schwert mutierten Gitarre vornimmt, weiß man: R’n’R rettet einmal mehr die Welt.“ (Film Maniax)

 

Krimi im Dezember

Der Champagner-Mörder

(Le Scandale), F 1966, 99 Min., dF, 35mm, R.: Claude Chabrol, D.: Anthony Perkins, Maurice Ronet, Yvonne Furneaux

Als Namensgeber für die erfolgreiche Champagnermarke „Wagner“, führt der junge Playboy Paul ein exzessives Leben. Die Firma selber wird von seiner Cousine Christine und deren Ehemann Christopher betrieben, die schon seit langem ein Auge auf Pauls Namensrechte geworfen haben. Als eine Serie von Frauenmorden Pauls Umgebung erschüttert, gerät er unter Tatverdacht – weiß aber aufgrund eines alkoholbedingten Gedächtnisverlustes nicht, ob er eventuell tatsächlich der Täter ist. Da sieht das gewissenlose Ehepaar seine Chance gekommen ...

Mit „Der Champagner-Mörder“ gelang Chabrol ein morbider Psycho-Thriller in Anlehnung an Hitchcock, passend mit „Psycho“-Darsteller Anthony Perkins besetzt. Zugleich ist es eine handwerklich geschickt entwickelte, sozialkritische Studie der französischen Bourgeoisie. Chabrol nutzt hier einmal mehr gekonnt die Kriminalgeschichte, um sich über das reiche Bürgertum ironisch – mitunter sogar recht zynisch – auszulassen.

 

Einer gegen sieben

Duello nella sila, IT 1962, 89 Min., dF, 35mm, R.: Umberto Lenzi, D.: Fernando Lamas, Liana Orfei, Lisa Gastoni, Enzo Cerusico, Vincenzo Musolino

„Süditalien, 1855: Baron Carteri beherrscht als Provinz-Grande sein Fleckchen Erde uneingeschränkt mit harter und korrupter Hand. Er hat nicht nur den Polizeiapparat unter seiner Fuchtel, sondern verfügt auch über einen privaten Sicherheitsdienst und macht unter der Hand gemeinsame Sache mit den Banditen von Rocco Gravina. Was nicht nur seiner Privatschatulle, sondern auch seiner Stellung zugutekommt. Als Rocco mit ein paar seiner Jungs eine Postkutsche rippt, ruft dies Antonio Franco auf den Plan: An Bord des Gefährts war nämlich seine Schwester Dina. Und so geht die rote Sonne der Rache auf.

Umberto Lenzi hat sich vom Peplum über den Italowestern, Krimi und Poliziottesco bis zum Horror in vielen Genres getummelt. Vorliegender Streifen ist seine dritte Regiearbeit, lässt aber schon seine Vorliebe für Härte zutage treten, wenngleich – der Entstehungszeit geschuldet – noch sehr zahm. Dazu baut er bereits Elemente des Italowesterns ein, der ja erst zwei Jahre später „offiziell“ aus der Taufe gehoben wurde. Der Plot ist eine klassische Italo-Rachegeschichte, in deren Protagonisten wir ohne Probleme einen wenn auch deutlich weniger zynischen Vorfahren der späteren Gunslinger vom Schlage eines Ringo oder die diversen Inkarnationen eines Antonio De Teffès wiedererkennen.“ (Film Maniax)

In memoria di Umberto Lenzi

Der auch von Quentin Tarantino sehr geschätzte B-Film-Meister Umberto Lenzi starb am 19.10. im Alter von 86 Jahren. Er drehte 52 Streifen in verschiedensten Genres. Besonders prägte er den italienischen Polizeifilm. Auch dazu werden wir noch mindestens ein Beispiel zeigen. Mit dem Kannibalenschocker „Mondo Cannibale“ schuf er gar ein eigenes Genres, zu dem er später noch zwei weitere bis heute sehr populäre Reißer beisteuerte.

Selbst „Focus“ und der „Bild der Frau“ (!) war sein Tod einen Nachruf wert.

 

Mondo Cannibale

Italien 1972, 92 Min, dF, 35mm, R.: Umberto Lenzi, D.:Me Me Lai, Ivan Rassimov, Pratitsak Singhara

„Bradley, ein junger, englischer Journalist, wird in Thailand in einen Mord verwickelt. Er flüchtet in den Dschungel und wird dort von „primitiven“ Eingeborenen gefangen genommen. Sämtliche Versuche, dieser Hölle zu entkommen, schlagen fehl. Irgendwann lernt er Maraya, die Tochter des Häuptlings, kennen und lieben. Als das Dorf von benachbarten Kopfjägern angegriffen wird, macht man Bradley zu ihrem Kriegsführer.“ (Frank Trebbin, „Die Angst sitzt neben dir“)

Umberto Lenzi schuf hier den ersten italienischen Kannibalenfilm, der bereits viele Elemente aufweist, die in weiteren Streifen des Genres immer wieder eingebaut werden. Es handelt sich hier um einen durchaus gut inszenierten Abenteuerfilm. Ob die zahlreichen realen Tiertötungsszenen notwendig waren, darf bezweifelt werden. Auch wenn Tiere in der ganz alltäglichen Massentierhaltung mit Sicherheit wesentlich mehr leiden müssen . Im Vergleich zu späteren Kannibalenschockern ist der Streifen ansonsten noch eher harmlos, weist aber bereits einige heftige Schocks und für die Entstehungszeit durchaus gewagte Szenen auf. In England wurde die Freigabe fürs Kino komplett abgelehnt. Die Videoveröffentlichung landete auf der Verbotsliste und bis heute hat man dort keine ungeschnittene Fassung freigegeben.

In memoria di Umberto Lenzi

Der auch von Quentin Tarantino sehr geschätzte B-Film-Meister Umberto Lenzi starb am 19.10. im Alter von 86 Jahren. Er drehte 52 Streifen in verschiedensten Genres. Besonders prägte er den italienischen Polizeifilm. Auch dazu werden wir noch mindestens ein Beispiel zeigen. Mit dem Kannibalenschocker „Mondo Cannibale“ schuf er gar ein eigenes Genres, zu dem er später noch zwei weitere bis heute sehr populäre Reißer beisteuerte.

Selbst „Focus“ und der „Bild der Frau“ (!) war sein Tod einen Nachruf wert.

 

Weihnachtshorror-Special

Silent Night – Leise rieselt das Blut

Kanada/USA 2012, 93 Min., dF, digital, R.: Steven C. Miller, D.: Malcolm McDowell, Jaime King, Brendan Fehr

Weihnachtsabend in der Kleinstadt Cryer in Wisconsin, nur eine kleine Besatzung ist auf der Polizeiwache unter der Leitung von Sheriff Cooper zum Dienst erschienen. Dabei ist in der Stadt an diesem Tag die Hölle los, denn Cryer präsentiert seine alljährliche Santa-Claus-Parade der staunenden Öffentlichkeit.

Das macht die Polizeiarbeit für Deputy Aubrey Bradimore noch schwerer, denn zwischen ein paar sehr unfreundlichen Weihnachtsmännern, Drogenhändlern und Pornofilmern geht in der Stadt auch noch ein als Santa verkleideter Serienkiller um. Er hat all die – in seinen Augen – bösen Bewohner der Stadt im Visier, um sie mit allerlei Waffen und Werkzeug möglichst blutig in die nächste Welt zu befördern. (nach www.ofdb.de)

Der Streifen basiert lose auf dem Weihnachtshorror-Klassiker „Silent Night, Deadly Night“, ist aber deutlich besser. Ein unerwartet gelungener Christmas-Horror mit einigen bösen satirischen Spitzen gegen die hemmungslose Weihnachtskommerzialisierung, einem großartigen Malcolm McDowell („Uhrwerk Orange“) in der Hauptrolle, herrlich schmierigen Figuren – und heftigen Splatterszenen. Weshalb die FSK die Freigabe verweigerte und der Gang zur Juristenkommission notwendig war.

 

Krimi im Dezember

Seilergasse 8

DDR 1960, 91 Min, 35mm, R.: Hans-Joachim Kunert, D.: Martin Flörchinger, Manja Behrens, Dieter Perlwitz, Dietrich Kerky

„Das Haus Seilergasse 8 in Rostock: Bei Familie Schlehufer tropft Wasser von der Decke. Auf Klopfen und Klingeln öffnet die Obermieterin Lisa Gau nicht die Wohnung, so dass Schlehufer sich gewaltsam Zutritt verschafft. Das Wasser hat bereits die Küche überflutet, im Schlafzimmer findet Schlehufer die junge Mieterin tot in ihrem Bett vor. Die Ermittlungen übernimmt Albert Schirding von der Mordkommission der Volkspolizei – er wohnt ebenfalls in der Seilergasse 8.

Eine Befragung der Hausbewohner bleibt ohne Ergebnis, keiner kannte die junge Frau näher, so dass zunächst alles auf Selbstmord hindeutet. Doch es fehlt ein Motiv. Spätestens mit dem Fund von Zyankali-Spuren ist sich Schirding sicher: Die junge Nachbarin muss ermordet worden sein.

Kriminalfilm der DEFA, in dem die viel beschworene sozialistische Menschengemeinschaft kritisch durchleuchtet und ad absurdum geführt wird. Als psychologisches Porträt einer Hausgemeinschaft mit ihren unterschiedlichen Individuen interessant und gut gespielt, wenn auch am Ende mit politisch-belehrenden Tendenzen befrachtet.“ (Lexikon des internationalen Films)

 

Krimi im Dezember

Das Raubtier rechnet ab

F 1959, 98 Min, dF, 16mm, R.: Maurice Labro, D.: Lino Ventura, Estella Blain, Paul Frankeur, Nadine Alari

„Ein beliebter Gastwirt und Familienvater, einstmals Gangster, wird von der Polizei genötigt, einen früheren Freund zu verraten. Daraus entwickelt sich ein gefährliches Spiel um wichtige Geheimdokumente, das er zwangsweise zu seiner Sache macht, als der Freund ermordet und sein kleiner Sohn entführt wird.

Routiniert inszeniertes, intelligent konturiertes düsteres Krimiabenteuer, das Polizei und Gangster gleichermaßen als gewissenlose Befehlsvollstrecker darstellt; psychologisch glaubwürdig, in der Hauptrolle überzeugend gespielt.“ (Filmdienst)

 

Filme

Krimi im Dezember

Perrak

D 1970, 92 Min., dF, 35mm, R.: Alfred Vohrer, D.: Horst Tappert, Erika Pluhar, Judy Winter, Werner Peters, Jochen Busse, Carl Lange​​

Perrak übt mit seinem Sohn Autofahren, als ihm ein reicher Industrieller „nur so aus Spaß" das Auto kaputt fährt und ihm einen Blanko-Scheck überreicht. Kurz darauf muss Perrak wieder zur Arbeit – denn er ist ja Leiter des Sittendezernats bei der Hamburger Polizei. Heute muss er allerdings einen Mord aufklären: Toni, ein 19-jähriger Transvestit, wird vom Penner Ede in einem Auto auf einem Schrottplatz tot aufgefunden – offensichtlich ermordet …

Mit Schrotthändlern macht auch Perraks Sohn zur selben Zeit seine Erfahrung: Ein Händler will ihm nämlich ganze 5 Mark für sein Auto geben – bis der Chef des Schrottplatzes, ein gewisser Kaminski das mitbekommt, ihm 500 Mark in die Hand drückt und seinem Vater viele Grüße bestellen lässt. Perrak fordert den Jungen auf, das Geld zurückzubringen. Danach muss er wieder an die Arbeit und im Rotlichtmilieu nach den Hintermännern suchen …

Das klingt verwirrend? Ist es auch! "Den roten Faden findet man in „Perrak“ kaum."(Moviemaster) Muss man auch gar nicht. Der Streifen ist ein herrliches Trash-Vergnügen, das man sich nicht entgehen lassen sollte. Regie führte Alfred Vohrer, auf dessen Konto auch vierzehn Edgar-Wallace-Streifen gehen, und der Quentin Tarantinos erklärter deutscher Lieblingsregisseur ist.

„Perrak“ ist quasi der Kino-Vorläufer von Tapperts bekanntester Rolle: „Derrick“. Auch hier spielt er einen Inspektor, allerdings im Sittendezernat. Im Vergleich zu „Derrick“ ist dieser „pulvertrockene Sittenreißer“ (damaliger Werbeslogan) zudem um einiges rüder, rasanter und erotischer. Was seinem Unterhaltungswert extrem zugutekommt.

Öffentlicher Testsichtungsmarathon

In dieser Nacht heißt es: „Sky is the limit“. Zu sehen bekommt ihr Überraschungsperlen aus unserem Archiv: Echte Gefühle. Echtes Kino. 35mm. 16mm. Ein Abend, an dem alles passieren kann – im Guten wie im Bösen. Selbst der Filmvorführer lässt sich überraschen!

Was hier gezeigt wird, läuft vielleicht nie wieder in einem Lichtspielhaus dieser Welt, ist quasi unwiederbringlich verloren.

Für Filmrisse und Essiggeruch kommen Sie vorbei oder schlagen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.