Filme

Fortsetzung der Russ-Meyer-Werkschau:

Megavixens

Cherry, Harry & Raquel!, USA 1970, dF, 35mm, 72 Min., R.: Russ Meyer, D.: Larissa Ely, Linda Ashton, Charles Napier

„Mitten in den Dreharbeiten reiste die Hauptdarstellerin ab. Der Alptraum eines jeden Produzenten. Trotzdem ein Glücksfall für Meyer: findet er doch in Uschi Digard einen würdigen Ersatz. Sprachbegabt, intelligent und verläßlich, wird sie schließlich über diesen Film hinaus zu einer langjährigen Vertrauten und Mitarbeiterin Meyers, die zur Produktions-Assistentin avanciert.

Und noch ein anderer Schauspieler ist ein Treffer: Charles Napier, blond, kantige Gesichtszüge und kernige Augen, verkörpert den typischen Russ-Meyer-Mann. Ein "Heavy" der besten Sorte. Er trägt Jahre später viel zu Russ Meyers Comeback bei.

Cherry, Harry and Rachel! ist eine wüste Geschichte, die als Aufhänger diesmal Marihuana-Schmuggel an der amerikanisch-mexikanischen Grenze benutzt. Ein korrupter Bulle, der mit einer Schmugglerbande zusammenarbeitet, wird erschossen, während seine Frau es im Marihuana-Rausch mit einer anderen Schönen treibt.“ (www.kybernaut.de)

„Nicht selten verschwimmen in "Megavixens" Realität und Fiktion gänzlich. Die symbolbeladene Bildersprache und die tolle Photographie tragen ihr Übriges dazu bei, das der Streifen zum absoluten Kultobjekt wird.“ (Max con Carne II., www.ofdb.de)

 

Fortsetzung der Russ-Meyer-Werkschau:

Vixen – Ohne Gnade, Schätzchen

USA 1968, 70 Min, dF, 35mm, R.: Russ Meyer, D.: Erica Gavin, Garth Pillsbury, Harrison Page, Jon Evans

Tom ist mit der rassigen Vixen verheiratet, der ein Mann nicht genügt – aber Tom ist nicht eifersüchtig, weiß er doch, dass keiner so gut im Bett ist wie er! Gefährlich wird es, als Toms Freund O´Bannion einen Drogendeal plant und den schwarzen Niles in seine Pläne einbezieht. Da Vixen Schwarze hasst, entladen sich die Aggressionen gewaltig und gewalttätig ...

Neben Themen wie Rassismus, Kriegsdienstverweigerung und Kommunismus konzentriert sich Russ Meyer in seinem Erfolgsfilm „Vixen“, der ihm die Tore Hollywoods öffnete, ganz auf die Schönheit seiner Hauptdarstellerin Erica Gavin. Im KommKino kann jeder Zuschauer selbst herausfinden, ob der damalige Werbespruch berechtigt war: „...is she woman ...or animal?“ - und ob der Film tatsächlich die heimlichen Wünsche vieler Frauen anspricht.

 

Filme

Fortsetzung der Russ-Meyer-Werkschau:

Black Snake

USA 1973, 82 Min, dF, 35mm, R.: Russ Meyer, D.: Anouska Hempel, David Warbeck, Percy Herbert, Milton McCollin

Lady Susans grausames Regiment auf der Zuckerrohrplantage der Insel San Cristobal zeigt seine Spuren in den Rücken der schwarzen Sklaven, die sie mit ihrer Peitsche Black Snake quält. Ihre Macht festigt sie mithilfe von Söldnertruppen und sadistischen männlichen Aufsehern, doch ihre Bösartigkeit sät Aufstand und Revolte. Als Susan einen schwarzen Attentäter kreuzigen lässt,  schlägt den weißen Ausbeutern blanker Hass entgegen.

Russ Meyer schuf nach einem zwei Filme währenden Ausflug in die Gefilde Hollywoods einen Streifen, der trotz farbiger Bilder ähnlich düster wie seine frühen Schwarz-Weiß-Roughies daherkommt. Die Grausamkeit der Handlung wird dabei mit der wunderschönen Kamera Dan Ornitz´ kontrastiert. Erfolg war „Black Snake“ damals nicht beschieden; er gilt mittlerweile jedoch als eines von Meyers stärksten Werken, da er „herrlich schamlos und ohne künstlerische Umwege immer direkt sein Ziel ansteuert“

(Hans Peter Kochenrath, Die Zeit).

 

Filme

Fortsetzung der Russ-Meyer-Werkschau:

Supervixens

USA 1975, 105 Min, dF, 35mm, R.: Russ Meyer, D.: Shari Eubank, Charles Napier, Uschi Digard

Die leidenschaftliche Superangel macht ihrem Mann Clint mit ihrer Eifersucht das Leben schwer, schlägt ihn und attackiert seinen Wagen sogar mit einer Axt. Mit dem Polizisten Harry will sie den Spieß umdrehen und nun Clint betrügen, doch als Harry es beim Sex nicht so schnell bringt, wie sie es gern hätte, macht sie sich über ihn lustig. Superangel stirbt daraufhin den wahrscheinlich grausamsten Tod der Filmgeschichte – doch das ist erst der Beginn der Odyssee Clints durch ein Land voller Superweiber.

Der von Homers Odyssee inspirierte Film schafft die unmittelbare Verbindung von Sex und Gewalt und erforscht trotz surrealer und grotesk-humorvoller Szenen die dunkelsten Seiten der Erotik. Da der Film für Russ Meyer nach zwei Kassenflops endlich wieder ein großer Erfolg war, wird sich nicht nur Meyer die Frage Martin Bormanns, eines Charakters aus mehreren Filmen Meyer und auch aus „Supervixens“ gestellt haben: „Ich frage mich, ob der ganze Ärger, der einem gemacht wird, die Fickerei wert ist, die dabei rumkommt.“ „Supervixens“, der mit seinen sechs Superweibern vielleicht „zu viel für einen Film“ hat, ist den Ärger sicherlich wert! 

 

Fortsetzung der Russ-Meyer-Werkschau:

Im tiefen Tal der Superhexen

Beneath the Valley of the Ultra-Vixens, USA 1979, dF, 35mm, 91 Min., R.: Russ Meyer, D.: Kitten Natividad, Ken Kerr, Ann Marie

„Unsere kleine Stadt“ durch die Augen von Russ Meyer – jeder könnte hier dein Nachbar sein!

Lamar kann seine nymphomanische Gattin Lavonia nur von hinten befriedigen. Dies lässt ihn an seiner Männlichkeit zweifeln und führt ihn, wenn er nicht gerade seine dralle Chefin auf dem Schrottplatz vernaschen muss, durch diverse Therapieversuche. Sie enden allesamt chaotisch. Lavonia versucht auf ihre eigene Männer-verschlingende Art Lösungen für das Problem ihres Ehemanns zu finden. Diese Suche führt durch sämtliche Betten der kleinen Gemeinde, während Lamar bei einer drallen Radio-Predigerin die ersehnte Zwangsheilung in einem Live-Exorzismus in der Badewanne findet. Das zweideutig fromme Radiomäuschen scheint unterdessen ihre Liebe zur eingeschränkten Bewegungsfreiheit beim Verkehr durch ihren Liebhaber Martin Bormann erworben zu haben, der sich zu deutschem Volkssang am liebsten in einem Sarg vernaschen lässt. Ganz normale Nachbarn eben mit ganz alltäglichen Problemen… (OFDb)

„Auch wenn sich das so liest, als ob keine Handlung vorhanden wär, parodiert Russ Meyer doch gekonnt das typische US-Kleinstadt-Leben. Die Frauen bei ihm haben bekannterweise alle eine riesige Oberweite und spätestens beim Anblick der Radiomoderatorin glaubt man, daß schon vor Jahrzehnten Gen-Versuche an Menschen unternommen wurden. Die Stadt ist voll von äußerst skurrilen Typen. Am besten ist wirklich der notgeile und perückentragende Zahnarzt/Eheberater der mit "zarter Gewalt" an sein Opfer zu kommen versucht. Kommentiert wird das ganze Geschehen von einem Bürger der Stadt, der alle Leute kennt, und immer die passenden Anekdoten parat hat. Sehr amüsanter Film.“ (Sense of View)

Der einzige Russ-Meyer-Film, der in Deutschland einen großen Kinostart mit viel Werbeaufwand hatte. Hierzulande erschien der Film auf Video und DVD stets nur in einer Fassung, bei der zwei Akte vertauscht wurden, die also völlig sinnentstellt. Wir zeigen natürlich die von Meyer beabsichtigte Version.

 

Musikfilm-Reihe zu Nürnberg Pop:

Mistaken for Strangers

USA 2013, digital, 75 Min, R.: Tom Berninger, D.: Matt Berninger, Aaron Dessner, Bryce Dessner, Bryan Devendorf, Scott Devendorf

Matt Berninger, Frontmann der erfolgreichen US-amerikanischen Indie-Rock Band The National, lädt am Vorabend seiner bis dahin größten Tour seinen jüngeren Bruder Tom – Amateur-Horrorfilm-Regisseur und Metalhead, der noch bei seinen Eltern wohnt – ein, für seine Band als Roadie zu arbeiten. Tom sagt zu und beschließt dabei, die ganze Tour mit zu filmen.

Was dabei rauskommt ist nicht nur eine Rock-Doku über die 2010er Tour der Band, sondern auch ein „tragikomischer Brüderfilm“ (SZ), der mit viel Humor die zwei gegensätzlichen Brüder und die damit einhergehenden Konflikte porträtiert.

 

29. Tuesday Trash Night: Moor-Monster 2

Es ist zurück! Furchterregender als je zuvor!! Das schreckenerregende Moor-Monster wurde vom verrückten Affen-Diktator Dr. Bobo wieder belebt, um damit die Weltherrschaft zu erlangen. Zeit für altbekannte Gegenspieler: Großwildjäger Jack Wood und Wissenschaftlerin Dr. Damato ziehen gemeinsam mit dem extra angefertigten Football-Cyborg Brad 209 erneut in den Kampf gegen das atomare Bio-Monster. Ob sie es schaffen, das grüne Zottelvieh aufzuhalten, bevor es eine unschuldige Pornofilm-Crew oder gar den US-Präsidenten auffrisst? Und kann der namenlose Tourist rechtzeitig zur Hilfe eilen? Und was zum Henker sollen eigentlich die Cheerleader-Zombies hier...?
Fragen über Fragen! Die eigentlich keinen interessieren... Schließlich geht's hier nicht um Story oder andere irrelevante Dinge, sondern einfach um ein Feuerwerk an parodistischen und skurrilen Gags. Diesmal ist der Rest der Filmgeschichte dran - alles was in Teil eins noch verschont wurde, ist jetzt fällig! Eine fröhliches Filmzitate-Raten im humoristischen Stile von "Hot Shots", "Scary Movie" oder den guten alten Monty-Python-Filmen.

Noch abgedrehter als Teil 1!

You want more Monster?! Bitteschön!

Die Fortsetzung der kultigen Independent-Horrorkomödie.

 

Filme

Musikfilm-Reihe zu Nürnberg Pop:

Utopia Ltd.

BRD 2011, digital, 90 Min, R.: Sandra Trostel, D.: Anton Spielmann, Jonas Hinnerkort, Basti Muxfeldt

Anton, Jonas und Basti sind die Band 1000 ROBOTA. Trotz Presse-Hypes müssen sie ihren Weg zwischen Schule und Musikbusiness finden. Künstlerische Differenzen mit ihrem Plattenlabel und ein ernüchternder Bandalltag führen bei den Jungs zu Zweifeln und Frust. Das sie umgebende System bringt immer wieder die Frage auf: Gibt es in einer wirtschaftlich ausgerichteten Gesellschaft überhaupt eine Nische für Ideale und die freie Kunstproduktion?

“Utopia Ltd.“ begleitet 1000 ROBOTA auf ihrer Achterbahnfahrt durch eine drückende Kulturindustrie und die eigene Sinn- und Selbstfindung. Die Nähe, die die Filmemacherin Sandra Trostel in ihrem Debütfilm zu den jungen Bandmitgliedern aufbaut, und die provokanten und erfrischenden Ansichten von Frontmann Anton Spielmann machen den Film zu einem echten und fühlbaren Zeitgeist-Porträt.

(arte)

 

Musikfilm-Reihe zu Nürnberg Pop:

Can a Song save your Life?

Begin again, USA 2013, dF?,  digital, 104 Min., R: John Carney, D: Keira Knightley, Mark Ruffalo, Adam Levine

Zwei junge Musikliebhaber suchen in New York ihr Glück: Auf der einen Seite ist die Singer/Songwriterin Greta, die in der Stadt, die niemals schläft, ihre Musikkarriere vorantreiben möchte. Unterstützung erhofft sie sich dabei von ihrem langjährigen Freund Dave, doch dieser verlässt sie unerwartet, um eine für ihn vielversprechende Solokarriere zu beginnen.

Nach seinem Indie-Hit "Once" aus dem Jahr 2006 widmet sich John Carney erneut der beflügelnden Kraft, die von Musik ausgehen kann, und überrascht das Publikum mit einer erfrischend leichtfüßigen Tragikomödie, die vor allem von ihrem Spiel mit Genre-Mustern und den beiden glänzend aufgelegten Hauptdarstellern lebt. (Spielfilm.de)

 

Filmfestivals

Halloween-Double-Feature

Zu Halloween zeigen wir zwei Überraschungsfilme mit Gänsehaut-Garantie. Den ersten Streifen präsentieren wir zum Gedenken an George A. Romero, den unlängst verstorbenen Horror-Meisterregisseur („Zombie“). Ein kultiger Episoden-Schocker, der eine blutgetränkte schwarzhumorige Hommage an die legendären EC-Horrorcomics darstellt. Auch Romeros Lieblingsthema, die Zombies, kommen dabei nicht zu kurz.

Der zweite Streich ist ein inhaltlich simpler, aber wilder und herrlich absurder Monster-Reißer. Ein schrilles Sequel, das seinen Vorgänger in puncto horribler Action deutlich überbietet.