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Der 16. außerordentliche Filmkongress des Hofbauer-Kommandos findet von 6. bis 8. Januar 2017 statt.

 

 

Dauerkarten können ab sofort unter reservierung(at)kommkino.de reserviert werden

 

 

Freitag

17:00 Dirty Love (Joe D'Amato, 1988)

21:15 Der Liebe auf der Spur (Folge 1 - 4)

23:30 "Der stählerne Überraschungsfilm"

 

Samstag

14:00 Verbotene Spiele auf der Schulbank (Jürgen Enz, 1980)

17:00 Syrtaki – Erotik ohne Maske (Giorgos Papakostas, 1966)

21:15 Der geheimnisvolle Filmclub Buio Omega präsentiert: Einen japanischen Überraschungsfilm

23:30 Der geheimnisvolle Filmclub Buio Omega präsentiert: Einen amerikanischen Überraschungsfilm

01:00 Mit der Pille umso toller (Joe D'Amato, 1977)

 

Sonntag

14:00 Verflixt nochmal... wer hat, der hat (José Miziara, 1978)

16:00 Das Bad auf der Tenne (Volker von Collande, 1943)

21:15 tba

23:30 tba

 


Anfang Januar 2016 feierte der außerordentliche Filmkongress des Hofbauer-Kommandos seine bereits 15. Ausgabe - hier einige Beispiele des umfangreichen Medienechos:

Wenn Filme lasziv die Hüften kreisen lassen - Gespräch auf critic.de

Mein erstes Mal auf dem Hofbauer-Kongress - Bericht auf filmosophie.com

Museum der deutschen Übergriffigkeit - Beitrag im Deutschlandradio Kultur

Gesammelte Filmbesprechungen auf Remember It For Later

Ein kleines Resümee zur 4-tägigen Filmsause - Bericht auf italo-cinema.de

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Der 16. Kongress wird nicht vor 2017 stattfinden, genauere Infos folgen zu gegebener Zeit.

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Was ist das überhaupt, der außerordentliche Filmkongress des Hofbauer-Kommandos?

Auszüge aus den Protokollen dreier Stammbesucher geben Aufschluss:

„Zwei- bis dreimal im Jahr strömen Filmfreunde nach Nürnberg, in PKW-Fahrgemeinschaften aus Berlin oder Köln, mit Flugzeugen von Glasgow oder Wien, mit tödlich früh abfahrenden Fernbussen aus Aachen oder Jena. [...] Sie tun das wegen eines außergewöhnliches Filmfestivals, das seit knapp vier Jahren eine wachsende Anhängerschaft begeistert: der "Hofbauerkongress".

Seine Geschichte begann im Frühling 2011. Ein kleiner Kreis von Freunden im Umfeld des Kommkinos und des Filmblogs "Eskalierende Träume" traf sich in Nürnberg zur gemeinsamen Sichtung extravaganter Filme. In ihrer fantasievoll überschwänglichen Art nannten sie diese anfangs noch privaten Treffen ironisch-hochstaplerisch "Kongresse" und gaben sich den Namen "Hofbauerkommando", nach einem ihrer Lieblingsregisseure.

Ernst Hofbauer ist vor allem für seine Schulmädchenreporte bekannt, doch um den Fixstern "Sexfilm" kreisen bei ihm die verschiedensten Himmelskörper. Wie auf den Kongressen, die bald öffentlich wurden und sich anschickten, ihre eigene, völlig andere deutsche und auch internationale Filmgeschichte zu schreiben.

Die Kongresse richten ihren kundig liebevollen Blick auf Filme, die oft seit Jahrzehnten unbeachtet oder gar verfemt waren. Manche sind so kurios, abseitig und unperfekt wie B-Seiten von Single-Schallplatten. Manche sind sie aber auch einst viel geliebte Kostbarkeiten, deren Neuentdeckung lange reif war. [...] Es ist ein Wechselbad der Gefühle, eine Mentalitäts-Experience, eine Zeitreise durch die unterdrückt erregte, schwarzweiße Beklommenheit der frühen Sechziger Jahre, den schwimmtierbunten Pop der Sixties, die fantasievolle, entgrenzende Wildheit der Seventies, die klobige Aufgetakeltheit der Achtziger Jahre. [...] Über Filme schreiben viele der Besucher. Vertreter nahezu jedes relevanten deutschen cinephilen Print- oder Onlinemagazins tummeln sich auf den Kongressen.

Es entsteht ein besonderes Geflecht der Sympathie und des Interesses für die Filme und einander. Antennen fahren raus, die Rezeptoren blinken auf, Reizüberflutung und Übernächtigung machen die Stimmung vertrauensvoll und hysterisch. Es wird angeregt geredet, gealbert und gelacht. Man setzt sich mit dem Geist der Filme, ihrer Zeit und ihren Menschen auseinander, und man erzählt von sich. [...] Zu der verschworenen Atmosphäre trägt bei, dass das Festival so sehr selbsterdacht, originell, leidenschaftlich, independent und low budget ist. Reich an Geld und Zeit sind weder die Veranstalter noch die Gäste. Beide Seiten nehmen vieles auf sich; keiner will mehr einen Kongress ausfallen lassen. Die organisatorische Hauptarbeit liegt in den Händen der jungen Filmexperten Andreas Beilharz und Christoph Draxtra: Recherche, Beschaffung, Restaurierung, manchmal sogar die Untertitelung der Filme: Kämpfe und Mühen!“ (Silvia Szymanski)

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"Es geht eigentlich um eine Neueinschätzung von Filmgeschichte. Verfemte oder „illegitime“ Filme stehen im Mittelpunkt. Man nähert sich ihnen mit einer lustvollen, neugierigen Haltung jenseits der als gültig erachteten, überlieferten Parameter der Filmgeschichte. Was aber erfrischend un-tarantino-esk ausfällt. [...] Befasst man sich derart konzentriert mit Filmen, die eine snobistische Cinephilie keines Blickes würdigen würde, wird der eigene Blick ziemlich frei. Man merkt erst, wie diskursiv verstellt der Zugriff auf Filmgeschichte oft ist und was es jenseits der üblichen Sortierungen zu entdecken gibt. [...] Die Kongressvorführungen [zählen] zu den lebendigsten, fröhlichsten und unzynischsten, die ich je erlebt habe." (Thomas Groh)

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"Ein weiterer zentraler Aspekt: Die Kongressfilme zählen auch in materieller Hinsicht zu den Vergessenen des Kinos. Das Hofbauer-Kommando führt seine Entdeckungen, so weit möglich, als 35-mm-Kopien vor. Schon deshalb, weil die meisten dieser Filme nie digitalisiert wurden und – angesichts der geringen Mittel, die derzeit dafür zur Verfügung stehen – es wohl auch nie werden; die warten in den hinteren Regalen der Archive auf ihren endgültigen Verfall. Man sieht da, ganz buchstäblich, einem Teil der Filmgeschichte beim Sterben zu, teils in immer noch beglückend leuchtenden Farben, teils aber auch durch rotstichige Schlieren hindurch." (Lukas Foerster)