Dracula im Schloß des Schreckens

05 DRACULA_IM_SCHLOSS_DES_SCHRECKENS
Kategorie
Filme
Date

Samstag, 24. Oktober 2026 14:00

Dracula im Schloß des Schreckens

(Nella stretta morsa del ragno)

Italien, Frankreich, BRD 1971 | ca. 97 Min. | deutsche Fassung | 35mm [2.35:1]

Regie: Antonio Margheriti

Musik: Riz Ortolani

Kamera: Guglielmo & Sandro Mancori, Silvano Spagnoli

Drehbuch: Bruno Corbucci, Giovanni Grimaldi, Antonio Margheriti, Giovanni Addessi

Darsteller: Anthony Franciosa, Michèle Mercier, Klaus Kinski, Peter Carsten, Silvano Tranquilli

Eines schönen Abends trifft der reisende Reporter Alan Foster in einer Schenke auf niemand Geringeren als den berühmten Autoren Edgar Allan Poe. Der etwas derangiert wirkende Poet schildert ihm derart fantastische Geschehnisse, dass der Skeptiker an eine Räuberpistole glaubt. In seiner Ehre gekränkt, geht der Literat mit ihm eine Wette ein, dass er nicht in der Lage wäre, eine Nacht auf dem verfluchten Schloss Blackwood zu verweilen. Vom Ehrgeiz gepackt und von Neugier getrieben willigt Foster ein. Doch in seiner Nachtstätte eingetroffen, muss er feststellen, dass das eigentlich verlassene Gemäuer sich nach Anbruch der Nacht alsbald mit geisterhaftem Leben füllt. Das unglaubliche Schauspiel lässt ihn Zeuge werden vom Treiben übernatürlicher Wesen, gekränkter Seelen und zurückgewiesener Liebschaften, bis ihn die Liebe zur verfluchten Lady Elisabeth nahe an den Abgrund des Wahnsinns geleitet...

Mit Dracula im Schloss des Schreckens wagte sich Antonio Margheriti, seines Zeichens in den 60ern ein Spezialist für Gothic-Horror, vom Stiefel an ein farbiges Remake seines (heute zu den Klassikern des Genres gezählten) Danza macabra von 1964. Dort schlüpfte noch die dunkelhaarige Queen of Gothic Barbara Steele in die Rolle der Lady Elisabeth Blackwood, ihr zur Seite der Franzose Georges Riviére. Die unglückselige Herzensdame in diesem Film wird von der nicht minder bezaubernden Michèle Mercier (rotblond gefärbt) verkörpert, vielleicht einigen auch bekannt aus den fünf Filmen als Romanheldin Angélique oder rachsüchtige Witwe in Robert Hosseins grandiosem Western Friedhof ohne Kreuze. In ein Wechselbad der Gefühle auf dem verwunschenen Schloss begibt sich nun Anthony Franciosa, der ja als Bestseller-Autor in Dario Argentos Tenebrae später der schreibenden Zunft treu bleiben sollte. Klaus Kinski verleiht gerade dem Einstieg des Films eine, wie sollte es anders sein, extravagante Note.

Die Handlung entspinnt auf der Leinwand bald schon eine bunte Zeremonie der sich wiederholenden Geschichte, hier jetzt ja auch im wahrsten Sinne des Wortes, um Eifersucht, Intrigen und unerfüllte Liebe. Dem Zeitgeist angemessen gestaltet sich alles ein wenig freizügiger und in seinen Mordszenen rot-blutig. Verzückt begleitet das Auge die zuerst argwöhnischen, dann zunehmend verwunderten bis ganz verblendeten Beobachtungen des Presse-Literaten, der am Ende kaum weiß, ob er lieber seiner großen Liebe oder den letzten Resten seines Verstandes hinterherjagen soll. Auf jeden Fall ein berauschendes Vergnügen!

Thomas Hortian

 
 

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  • Samstag, 24. Oktober 2026 14:00