Zombies unter Kannibalen

08 ZOMBIES_UNTER_KANNIBALEN
Samstag, 24. Oktober 2026 23:15
                                           Einzelticket: 6 Euro                           

Zombies unter Kannibalen

(Zombi Holocaust)

Italien 1980 | ca. 77 Min. | deutsche Fassung | 35mm [1.85:1]

Regie: Marino Girolami

Musik: Nico Fidenco

Kamera: Fausto Zuccoli

Drehbuch: Fabrizio De Angelis, Romano Scandariato

Darsteller: Ian McCulloch, Alexandra Delli Colli, Sherry Buchanan, Donald O'Brien, Dakar

In einem New Yorker Krankenhaus gehören Organ-Diebstähle und Leichenverstümmelung mittlerweile zum Alltag. Doch als ein Krankenpfleger beim Verspeisen eines Herzes ertappt wird und sich im Zuge dessen aus dem Fenster stürzt, ist es für die Anthropologin Lori Ridgeway und Dr. Peter Chandler an der Zeit, die Ermittlungen zu intensivieren. Ihre Recherchen um Kannibalismus und eine Sekte namens Kito führen sie (gemeinsam mit der Reporterin Susan Kelly und deren Freund) nach Indonesien, wo sie bereits schmachtend von Zombies und Kannibalen erwartet werden.

Der rabiate italienische Kannibalenfilm-Output (die Betonung liegt auf rabiat (!), demnach klammere ich den vergleichsweise zahmen Mondo Cannibale von Umberto Lenzi bewusst aus) enterte in der Zeit von 1977 bis 1981 die bundesdeutschen Lichtspielhäuser. Ein überaus populärer Vertreter dieser dereinst von den Amtsgerichten als gewaltverherrlichend sowie sozialethisch desorientierend eingestuften Filme wurde vom Alemannia/Arabella Filmverleih mit dem berühmt-berüchtigten Terminus Zombies unter Kannibalen etikettiert.

Produziert wurde der Zombie-Kannibalen-Hybride von Fabrizio De Angelis und Gianfranco Couyoumdjian, die zuvor schon für die Genreklassiker Nackt unter Kannibalen und Woodoo – Die Schreckensinsel der Zombies als Produzenten agierten und dedizierte Genre-Erfahrungen sammelten, welche sie mehr oder minder erfolgreich in Zombies unter Kannibalen einbrachten.

Nebst untoten und quietschlebendigen Menschenfleischfressern integrierten die Verantwortlichen den Mad Scientist in eine spärliche Handlung (die nichtsdestotrotz als Anlass für möglichst viele sadistisch wie sexuell ambitionierte Set-Pieces ganz und gar ausreicht) und ließen ihn als einen metaphorischen Mengele wirken. Währenddessen klebt die Kamera am Geschehen. Stimmbänder werden durchtrennt, die Schädeldecke aufgetrennt - angenehm geht anders.

Dennoch ist Zombies unter Kannibalen nicht einmal ansatzweise so erschütternd wie Nackt und zerfleischt. Wirkt visuell lang nicht so derbe wie Lebendig gefressen und Die Rache der Kannibalen. Besitzt kein Abenteuerfilmflair wie Die weiße Göttin der Kannibalen und schon gar nicht jenes Sexappeal, das Nackt unter Kannibalen kraft seiner attraktiven Protagonistinnen versprüht. Dennoch ist Zombies unter Kannibalen was Besonderes, denn der Film besitzt neben (s)einem immensen Sleaze-Faktor ein enormes exploitatives Ausmaß und ein nahezu aberwitziges bundesdeutsches Dialogbuch. Das ist ganz und gar nicht negativ gemeint, denn im Ergebnis reflektiert der vorherige Satz nämlich genau das, was diesen berühmt-berüchtigten Genrebastard für uns so attraktiv macht!

Frank Faltin

 
 

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