The Riffs II - Flucht aus der Bronx

07 THE_RIFFS II
Samstag, 24. Oktober 2026 21:15
                                           Einzelticket: 6 Euro                           

The Riffs II – Flucht aus der Bronx

(Fuga dal Bronx)

Italien 1983| ca. 88 Min. | deutsche Fassung | 35mm [2.35:1]

Regie: Enzo G. Castellari

Musik: Francesco De Masi

Kamera: Blasco Giurato

Drehbuch: Tito Carpi, Enzo G. Castellari

Darsteller: Mark Gregory, Henry Silva, Giancarlo Prete, Paolo Malco, Antonio Sabato

Die General Construction Company plant den Bau eines luxuriösen Baukomplexes. Infolgedessen soll das erkorene Baugelände, die Bronx, niedergewalzt und deren Bewohner liquidiert werden. Als Trash unter den zahlreichen Toten seine Eltern entdeckt, zwingt ihn der Rachedurst den Überlebenskampf zu forcieren. Um die Erfolgsaussichten zu mehren, koaliert er mit Strike, um den sich die verbliebenen Mitglieder der Bronx-Gangs scharen. Gemeinsam wollen sie den Präsidenten der General Construction Company entführen…

Gemäß Castellari handelt es sich bei The Riffs II – Flucht aus der Bronx um ein Routineprodukt. Fotografiert wurde die Sause on Location, ergo direkt in der Bronx. Und wer sich Fotografien der South-Bronx (frühe 1980er) anschaut, erhält auch postwendend die Bestätigung. Die reinste Trümmerlandschaft für die die Allzweckdiagnose asozial definitiv nicht ausreicht.

Was bedeutet eigentlich der Begriff asozial? Immerhin wurden im NS-Staat ca. zwei Drittel der KZ-Insassen (deutsche Staatsbürger ohne jüdische Herkunft) mit dem schwarzen Asozialen-Winkel gekennzeichnet. Eine genaue Definition des Begriffs konnten die Nazis (trotz des Nachhakens vom zentralen Führungsorgan der NSDAP) jedoch nicht liefern. Folglich blieben die Asozialen nach wie vor nicht eindeutig definierbare Volksschädlinge.

Ähnlich verhält es sich bei The Riffs II – Flucht aus der Bronx. Die Bronx muss geräumt und ihre asozialen Bewohner eliminiert werden – da sie nun mal (nicht eindeutig definierbare) Volksschädlinge sind. Demgemäß zieht die Desinfactation Annihilation Squad unter Leitung von Floyd Wangler (zu deutsch Schwindler, Manipulator) los, um den Genozid zu vollenden. Simultan steuert der Body Count astronomische Werte an. Menschen werden verbrannt, andere erschossen und um einer stillen Massenvernichtungsmethode gerecht zu werden, kommt eine Art Zyklon B zum Einsatz.

The Riffs II – Flucht aus der Bronx rückt keinen seiner Pro- wie Antagonisten in den Mittelpunkt. Auch Trash (die Ikone des Widerstands) ist weit von einer Zentralisierung entfernt. Das ist ein gravierender Unterschied zu The Riffs – Die Gewalt sind wir, der kraft der Zentralisierung seiner Hauptfiguren respektive -charaktere den Rezipienten Identifikations-, Hass- wie Reflektorfigur offeriert. Castellaris Sequel erklärt stattdessen das Spektakel (die Action) zum eigentlichen Star.

The Riffs II – Flucht aus der Bronx (vom Filmdienst als „formal drittklassiges Gewaltkino“ resümiert) setzt da an, wo The Riffs – Die Gewalt sind wir ausklingt. Es regieren Action und Bambule. Es knallt, es brennt, es qualmt, es gibt Tote am Fließband. Auch wenn Castellaris Sequel nicht die Klasse seines Vorgängers erreicht, kann der Film kraft seiner akkurat inszenierter Action, einer starken Zeitlupentechnik sowie einem tollen Francesco De Masi-Score überzeugen. Ohne wenn und aber ein Klassiker des exploitativen italienischen Actionkinos.

Frank Faltin

 
 

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