Donnerstag, 30. April 2026 21:15
In memoriam Robert Duvall Falling Down - ein ganz normaler Tag OT: Falling down, USA, 1993, 113 Min, dF, digital, R.: Joel Schumacher, D.: Michael Douglas,
In memoriam Robert Duvall
Falling Down - ein ganz normaler Tag
OT: Falling down, USA, 1993, 113 Min, dF, digital, R.: Joel Schumacher, D.: Michael Douglas, Robert Duvall, Barbara Hershey, Tuesday Weld
William Foster ist ein ehemaliger Ingenieur in der Rüstungsindustrie, der seinen Job verloren hat. Um dies vor seiner Familie zu verbergen, verlässt er morgens wie gewöhnlich mit Aktenkoffer, in Anzug und Krawatte das Haus. In Wahrheit will er, obwohl es ihm gerichtlich untersagt ist, zu seiner Tochter fahren, die Geburtstag hat. Es ist ein heißer, nerviger Tag, und zu allem Überfluss bleibt er auf dem Highway im Stau stecken. Er steigt aus, lässt das Auto einfach stehen und setzt zu Fuß seinen Weg fort. Er kommt von einer unangenehmen Situation in die nächste. Unfreundlichen Zeitgenossen und demütigenden Situationen begegnet er anfangs noch besonnen und mit Verständnis. Als die Situationen zunehmend bedrohlicher werden, ist auch bei ihm eine Grenze erreicht. Parallel erleben wir die Geschichte von Sergeant Pendergrast, der kurz vor seiner Pensionierung Foster, der mittlerweile bis an die Zähne bewaffnet ist, stoppen soll.
Die komplexe Figur des Protagonisten lädt immer wieder zur Identifikation ein. Irgendwo hat er ja Recht, denkt man sich. Trotzdem löst sein Verhalten auch ein tiefes Unbehagen, Abscheu und auch Mitleid aus. Es stellt sich die Frage: Who is falling down? William Foster oder die Gesellschaft? Der gezeigte Wahnsinn der ganz alltäglichen Normalität, an die man sich eigentlich nicht gewöhnen möchte und die man doch oft kritiklos hinnimmt, lässt den Film lange im Gedächtnis bleiben.
In memoriam Robert Duvall
Im Februar verstarb traurigerweise, allerdings immerhin im stattlichen Alter von 95 Jahren, der große Charakterdarsteller Robert Duvall, der längst als Legende des US-amerikanischen Films gilt.
Bereits mit seinem Spielfilm-Debüt „Wer die Nachtigall stört“ erregte er viel Aufsehen. Die „New Hollywood“-Bewegung prägte er mit seiner Mitwirkung in Filmen wie „M*A*S*H“, „Network“, „Der Pate“ und „Apocalypse Now“ stark mit. Er führte später auch Regie und wenngleich wir im KommKino dieser Auszeichnung eher wenig Aussagekraft zubilligen: Es sei noch erwähnt, dass er 1984 für „Comeback der Liebe“ mit dem Oscar als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet wurde.
Wir zeigen eine Auswahl sehenswerter Werke.