American Pop
USA 1981, 96 Minuten, digital, Originalversion, Regie: Ralph Bakshi, Darsteller: Ron Thompson, Lisa Jane Persky, Jeffrey Lippa, Marya Small
„American Pop“ erzählt die Geschichte einer musikbegeisterten Familie über vier Generationen und fast 100 Jahre hinweg. Der Film startet im russischen Zarenreich Anfang des 20. Jahrhunderts, wo der jüdische Junge Zalmie und seine verwitwete Mutter ihr Heimatdorf wegen antisemitischer Pogrome verlassen müssen. Sie emigrieren in die USA, wo Zalmie dank seines musikalischen Talents eine Karriere im Burlesque einschlägt. Standesgemäß heiratet er eine Stripperin und zeugt Sohn Benny. Dieser verdingt sich in den 30er- und 40er-Jahren als Jazzpianist und Songwriter. Bennys Sohn Tony wiederum erbt zwar die Musikalität seines Vaters und Großvaters, gerät jedoch in den Swinging Sixties auf die schiefe Bahn. Er verfällt zügellosen Exzessen und Drogenräuschen. Den Schlusspunkt der visuell bestechenden Familiensaga setzt Tonys Sohn Pete, der es tatsächlich zum Pop-Superstar bringt.
Filmemacher Ralph Bakshi gelingt das Kunststück, fast ein Jahrhundert amerikanischer Unterhaltungsmusik in seinen gut eineinhalbstündigen Animationsfilm zu packen. Auch aufgrund der stilistischen Mischung aus klassischem Zeichentrick und japanischem Anime funktioniert „American Pop“ als extrem kurzweiliger Nostalgie-Trip mit tollem Soundtrack.
KommKino-Programm zum Comicsalon 2026
Der zweijährlich stattfindende Comicsalon, der wieder vom 4.-7.6. in Erlangen steigt, ist das größte Comicfestival im deutschsprachigen Raum. Zusätzlich findet im Künstlerhaus die Ausstellung „Schurken & Helden“ statt. Gründe genug für das KommKino, das dieser in Deutschland noch immer oft unterschätzten Kunstform schon lange zugeneigt ist, ein buntes Comic-affines Programm zu schnüren.
Dabei sind drei Filme von Ralph Bakshi, Altmeister des Zeichentrickfilms für Erwachsene: „Cool World“ (3.6.), sein letzter Kinofilm, „American Pop“ (4.6.) in der Reihe „PopCore!“, ein zu Unrecht etwas in Vergessenheit geratenes animiertes Rock-Musical, und sein Debüt, die legendäre Robert-Crumb-Verfilmung „Fritz the Cat“ (10.6.). „Captain Berlin vs. Hitler“ (5.6.) zeigt Deutschlands originellsten, von Underground-Ikone Jörg Buttgereit ersonnenen Superhelden im Kampf gegen den größten Schurken der Geschichte. Abgerundet wird das Programm mit zwei sehenswerten Kurzfilmabenden: „Altmetall“ (6.6.) verspricht ein wahnwitziger Abend zwischen Kunst und Trash mit persönlich anwesenden Kreativen zu werden. Die „Propaganda Toons“ am 9.6. zeigen, wie legendäre Zeichentrickfiguren in während des Zweiten Weltkriegs entstanden Filmen gegen die teuflischen Nazis kämpften.