01
Sep.
2026
Dienstag, 1. September 2026 21:15
105. Tuesday Trash Night Mortal Kombat 2 – Annihilation Originaltitel: Mortal Kombat: Annihilation, USA 1997, 95 Minuten, deutsche Fassung, digital, Regie: John R.

105. Tuesday Trash Night

Mortal Kombat 2 – Annihilation

Originaltitel: Mortal Kombat: Annihilation, USA 1997, 95 Minuten, deutsche Fassung, digital, Regie: John R. Leonetti, Darsteller: Robin Shou, Talisa Soto, Brian Thompson, Sandra Hess, Lynn „Red“ Williams, James Remar

Mortal Kombat ist zurück – zumindest auf der Kinoleinwand. Anlässlich des kürzlich gestarteten „Mortal Kombat II“ lohnt sich der Blick auf jenes Sequel, das 1997 eindrucksvoll demonstrierte, wie man einen Überraschungshit mit Anlauf gegen die Wand fährt. Beflügelt vom Erfolg des Vorgängers wurde nicht nur das Budget aufgestockt, sondern gleich das gesamte Team hinter der Kamera befördert: Kameramann John R. Leonetti übernahm die Regie, nachdem sich Paul W.S. Anderson rechtzeitig aus dem Staub gemacht hatte. Gemeinsam mit einem fast vollständig ausgetauschten Schauspielensemble (dem selbst Christopher Lambert nicht mehr angehören wollte) sollte alles größer, spektakulärer und internationaler werden. Gedreht wurde an prächtigen Originalschauplätzen rund um den Globus – nur für ein vernünftiges Drehbuch und fertiggestellte Spezialeffekte schien am Ende kein Geld mehr übrig geblieben zu sein.

Das Ergebnis ist ein kurioses Zeitdokument der späten CGI-Pionierzeit: eine Handlung, die ihre eigenen Regeln im Minutentakt verletzt, Dialoge von entwaffnender Naivität und Computereffekte, über die selbst PlayStation-1-Zwischensequenzen lachen würden. Gerade diese hemmungslose Unbekümmertheit macht „Mortal Kombat 2 – Annihilation“ heute so faszinierend. Der Film zeigt eindrucksvoll, welche technischen und erzählerischen Kuriositäten es Ende der 1990er tatsächlich noch als großes Studioprojekt ins Kino schafften – und entwickelt genau dadurch einen Unterhaltungswert, den seine Macher wohl kaum beabsichtigt hatten. Für Freunde gepflegten Trashs ist das ein Pflichttermin!

 

05
Sep.
2026
Samstag, 5. September 2026 21:15
Smoke USA 1995, 112 Minuten, deutsche Fassung, 35 mm, Regie: Wayne Wang, Darsteller: Harvey Keitel, Jared Harris, William Hurt

Smoke

USA 1995, 112 Minuten, deutsche Fassung, 35 mm, Regie: Wayne Wang, Darsteller: Harvey Keitel, Jared Harris, William Hurt

„Smoke“ war einer der großen und stilprägenden Hits des Independent-Kinos der 90er Jahre. Ob er gut gealtert, also ein zeitloses Meisterwerk ist, davon kann man sich nun auf der großen Leinwand ein Bild machen. 

„Im Zentrum des Films steht ein Tabakwarenladen in Brooklyn, um den herum sich diverse Alltagsgeschichten entwickeln. Da ist zum Beispiel der Ladenaufseher Auggie (Harvey Keitel), der aus heiterem Himmel Besuch von einer Ex (Stockard Channing) bekommt. Die erzählt ihm, sie sei damals vor bald zwanzig Jahren schwanger von ihm geworden und brauche nun Geld, um die gemeinsame Tochter (Ashley Judd) von den Drogen loszukriegen. Oder da ist Paul Benjamin (William Hurt), ein Schriftsteller, der fast von einem Auto überfahren wird. Ein junger Mann (Harold Perrineau) bewahrt ihn davor. Zum Dank möchte ihm Paul etwas Gutes tun – und landet deswegen mitten in einer weiteren Geschichte, denn besagter junger Mann ist gerade von zu Hause ausgerissen, um seinen Vater zu finden.“ (Kulturmutant)

Ein großer Überraschungserfolg, der die Herzen von Kritik und Publikum im Sturm eroberte. „Smoke“ lebt nicht zuletzt von hinreißenden Improvisationen, die in der am 9.9. ebenfalls bei uns zu sehenden Fortsetzung „Blue in the Face“ eine noch größere Rolle spielen, und von der großen Empathie für seine Figuren. „Das fabelhafte Buch, die kongeniale Inszenierung und die exzellenten Darsteller lassen den zauberhaften Film zu einem selten gewordenen Erlebnis werden, das lange nachhallt.“ (Lexikon des internationalen Films)

 

08
Sep.
2026
Dienstag, 8. September 2026 21:15
Pink Flamingos USA 1972, 93 Minuten, Originalversion mit deutschen Untertiteln, 35 mm, Regie: John Waters, Darsteller: Divine,

Pink Flamingos

USA 1972, 93 Minuten, Originalversion mit deutschen Untertiteln, 35 mm, Regie: John Waters, Darsteller: Divine, Davis Lochary, Mink Stole

Inspiriert vom juristisch und genretechnisch epochemachenden „Deep Throat“ (1972), inszeniert John Waters gekonnt dilettantisch noch im selben Jahr seinen Beitrag zum Wettkampf um den Titel der schmutzigsten Person der Gegenwart. Nie wurden inzestuöse Fellatio und Babyhandel mit versklavten Collegegirls so avantgardistisch in Szene gesetzt. Mangelndes Budget und die provozierte Camp-Ästhetik gaben sich dabei die Klinke in die Hand.

Zurecht fragte sich der Pionier des queeren Schundfilms, welch für die Leinwand bisher unbekannten Abscheulichkeiten auf legalem Wege nach Start der Pornowelle noch umgesetzt werden können. Und er enttäuscht nicht. Denn dieser Film macht betroffen. Neben dem Verdrängten der vermeintlich sexpositiven 70er zeigt uns der Film auch die Utopie des sexuell Möglichen. Nicht nur präsentiert uns der neue audiovisuelle Sex die Macht des Kinos der kleinen Leute, sondern rückt auch die Randgruppenerotik und deren Verständnis von Schönheit ins Rampenlicht.

John Waters zum 80.

John Waters wurde am 22. April 1946 in Baltimore als Sohn katholischer Eltern geboren. In der Schule scharte er bereits eine Gruppe um sich, die sein Kunstverständnis teilte: Die „Dreamlanders“, wie sich Cast und Crew fortan nannten, wurden mit John Watersʼ ersten Langfilmen „Multiple Maniacs“, „Pink Flamingos“ und „Female Trouble“ zu Ikonen. Einer seiner Stars war Harris Glenn Milstead, besser bekannt als Divine. 

Die Filme von John Waters erlangten große Underground-Berühmtheit und trugen maßgeblich zur Entwicklung des Midnight-Movie-Formats bei. Seine größten Vorbilder waren Rainer Werner Fassbinder, Ingmar Bergman, Herschell Gordon Lewis und William Castle. Abseits des guten Geschmacks kreierte der selbst ernannte „Schmuddelkönig von Hollywood“ Filme, die bewusst das bisherige Kinoverständnis infrage stellten und durch zahlreiche Tabubrüche die Zensur provozierten. Dies gelang ihm stets mit beißendem Humor und einer scharfsinnigen, hintergründigen Inszenierung. Seine Themen haben bis heute nichts von ihrer Aktualität verloren.

 

09
Sep.
2026
Mittwoch, 9. September 2026 21:15
Blue in the Face USA 1995, 85 Minuten, deutsche Fassung, 35 mm, Regie: Wayne Wang, Paul Auster, Darsteller: Harvey Keitel, Lou Reed,

Blue in the Face

USA 1995, 85 Minuten, deutsche Fassung, 35 mm, Regie: Wayne Wang, Paul Auster, Darsteller: Harvey Keitel, Lou Reed, Michael J. Fox, Roseanne, Mel Gorham, Jim Jarmusch

Der Nachfolgefilm von „Smoke“ wurde nicht wegen dessen großen Erfolgs gedreht, sondern entstand direkt im Anschluss an den Dreh. Improvisationen werden hier noch mehr Raum gegeben, auf klassisches Storytelling wird weitgehend verzichtet und es treten zahlreiche prominente Gaststars wie Jim Jarmusch, Lou Reed, Michael J. Fox, Madonna und Roseanne Barr auf.

„Blue in the Face“ ist eine Aneinanderreihung einzelner Episoden aus der Cigar Company, die im Prinzip miteinander austauschbar sind, aufgelockert und getrennt durch Kurzinterviews über New York und die Kommentare von Lou Reed, dem Mann mit der ungewöhnlichen Brille. Der Film hat keine fortlaufende Handlung, er lebt von Worten und Spontaneität, was eine beachtliche Leistung von den Schauspielern verlangt. Man hat das Gefühl, daß von der Regie lediglich das Stichwort zu einer Szene gegeben und jede weitere Ausgestaltung den Darstellern und ihrer Improvisationskunst anvertraut wurde. Aber auch wegen der vielen harten Schnitte, der häufigen Ein- und Überblendungen wirkt „Blue in the Face“ nicht konstruiert, es entsteht ein leichtes Wirr-Warr, ein Chaos wie im richtigen Leben. Mit diesen Mitteln gelang es dem Gespann Paul Auster/Wayne Wang, das Thema kurzweilig und locker zu gestalten, was angesichts des fehlenden Plots sicher nicht ganz einfach war. „Blue in the Face“ ist herrlich unkonventionell. Es macht Spaß, diesen lustigen und leichten, aber dabei nicht oberflächlichen Film anzusehen.“ (Björn May, www.artechock.de)

 

10
Sep.
2026
Donnerstag, 10. September 2026 21:15
POPcore! - Musikfilme im KommKino The Damned: Don’t You Wish That We Were Dead USA 2015, 110 Minuten, Originalversion, digital,

POPcore! - Musikfilme im KommKino

The Damned: Don’t You Wish That We Were Dead

USA 2015, 110 Minuten, Originalversion, digital, Regie: Wes Orshoski, Darsteller: David Vanian, Captain Sensible, Rat Scabies, Brian James

Die geilste Punkband aus dem UK? The Damned natürlich! Während Sex-Pistols-Designer Malcolm McLaren noch auf der Suche nach den fertigsten Posterboys war, legten The Damned bereits Londons Pubs in Schutt und Asche. Und trotzdem steht der Vierer bis heute im Schatten der Pistols oder von The Clash. Vielleicht sind die Briten einfach zu wandlungsfähig, zu vielseitig, um sie exzessiv vermarkten zu können. Da sind zum Beispiel Sänger Dave Vanian, eine Art Ur-Goth mit Friedhofsgräber-Background, Toilettenputzer Rat Scabies, Psychedelic-Fan Captain Sensible und der smarte Proto-Punk Brian James – echte Typen eben, die auch mal clashen und reichlich Chaos hinterlassen. Auch der Sound der Band durchlief diverse Wandlungen: vom rotzigen Punk über Psychedelic- und Goth-Rock bis hin zu New Wave samt Bläsereinsätzen. Über Genreschubladen haben sich The Damned nie Gedanken gemacht. Und doch gelingt es Wes Orshoski in seiner Doku, eine Klammer um das wilde Lebens- und Schaffenswerk der Punk-Institution zu setzen. 

POPcore! - Musikfilme im KommKino

Unter dem Label „POPcore!“ zeigen wir einmal im Monat einen Musikfilm in unserem Saal. Dabei flimmern sowohl klassische Konzertfilme als auch Dokus und Spielfilme über die Leinwand. Und auch hinsichtlich des Musikgenres setzen wir uns keine Grenzen. Metaller kommen ebenso auf ihre Kosten wie Freunde elektronischer Musik, Punks treffen auf Hip-Hopper, Mods auf Rocker.

 

11
Sep.
2026
Freitag, 11. September 2026 21:15 - Sonntag, 13. September 2026 17:00
Save the Dates:  Fr., 11.9.: 21:15/23:15 Sa., 12.9.: 14:00/16:00/21:15/23:15 So., 13.9.: 13:00/15:00/17:00

Save the Dates: 

Fr., 11.9.: 21:15/23:15

Sa., 12.9.: 14:00/16:00/21:15/23:15

So., 13.9.: 13:00/15:00/17:00

15
Sep.
2026
Dienstag, 15. September 2026 21:15
The Furious Originaltitel: The Furious, Hong Kong 2025, 113 Minuten, englisch/mandarin/OmdU (17.09.), deutsche Fassung (15.09./19.09.),

The Furious

Originaltitel: The Furious, Hong Kong 2025, 113 Minuten, englisch/mandarin/OmdU (17.09.), deutsche Fassung (15.09./19.09.), digital, Regie: Kenji Tanigaki, Darsteller: Xie Miao, Joe Taslim, Yang Enyou, Jeeja Yanin, Brian Le

Als „The Raid“ 2011 die Actionwelt erschütterte, begann für das moderne Martial-Arts-Kino eine neue Ära. Neben Regisseur Gareth Evans wurden auch Iko Uwais, Joe Taslim und Yayan Ruhian über Nacht zu internationalen Genregrößen. Mit „The Furious“ versammelt Stunt-Legende Kenji Tanigaki – selbst seit Jahrzehnten prägende Kraft des Hongkong-Actionkinos (vor allem durch Produktionen mit Donnie Yen) – gleich mehrere dieser Veteranen zu einem kompromisslosen Rachethriller. Im Mittelpunkt steht der stumme Handwerker Wang Wei, dessen Tochter einem Ring skrupelloser Kinderhändler in die Hände fällt. Gemeinsam mit einem verdeckt ermittelnden Polizisten nimmt er die Verfolgung auf und gerät in einen immer brutaler eskalierenden Feldzug gegen eine bestens organisierte Unterwelt.

Story und Figuren bleiben dabei bewusst archetypisch, denn Tanigaki interessiert sich weniger für erzählerische Umwege als für die körperliche Wucht seiner Inszenierung. Präzise choreografierte Kämpfe, lange Einstellungen und ein beeindruckendes Gespür für räumliche Übersicht verleihen jeder Auseinandersetzung Gewicht und Dynamik. Unterstützt von Action-Director Kensuke Sonomura entstehen so einige der eindrucksvollsten Martial-Arts-Sequenzen der letzten Jahre – kompromisslos, hart und handgemacht. „The Furious“ etabliert sich dabei mühelos als eines der stärksten modernen Genrewerke und beweist eindrucksvoll, dass das Hongkong- und chinesisch geprägte Martial-Arts-Kino nach Jahren im Schatten der indonesischen Konkurrenz wieder selbstbewusst an der Spitze des Genres mitkämpft. 

 

16
Sep.
2026
Mittwoch, 16. September 2026 21:15
Hairspray OT: Hairspray, USA 1988, 92 Min., OmdU, R.: John Waters, D.: Divine, Ricki Lake, Deborah Harry, Jerry Stiller, Sonny Bono „Oh Mom, you’re so fifties!” Da ist er also

Hairspray

OT: Hairspray, USA 1988, 92 Min., OmdU, R.: John Waters, D.: Divine, Ricki Lake, Deborah Harry, Jerry Stiller, Sonny Bono

„Oh Mom, you’re so fifties!” Da ist er also wieder, der ewige Konflikt der Generationen. Diesmal ausgetragen von der kleinen Tracy Turnblad und ihrer spießigen Frau Mutter, die das Töchterchen daran hindern will, eine Tanzsendung zu besuchen – natürlich ohne Erfolg. Überraschenderweise avanciert Tracy, trotz einiger Pfunde zu viel auf den Rippen, zum heimlichen Star der Sixties-Show, was Neiderin Amber von Tussle (herrlich: Debbie Harry von „Blondie“) gar nicht schmeckt. Schließlich ist die Vorzeige-Tusnelda und Bühnen-Konkurrentin nicht gewillt, einen Teil ihres Ruhms an das Pummelchen abzugeben. Und erst recht nicht ihren heißen Freund, der Tracy zunehmend schöne Augen macht …

In Hairspray arbeitet sich Trash-Titan John Waters mit typischem Rock’n’Roll-Sound am Sujet des 60er-Jahre-Teenie-Films ab. Hinter der schrillen Oberfläche offenbart sich ein irrwitziges Politmusical, mit dem Waters jeglicher Ausgrenzung vermeintlicher Minderheiten (Dicke, Farbige, Unterschicht) einen deftigen Tritt vors Schienbein verpasst – deutlich effektiver und unterhaltsamer als der erhobene Zeigefinger. Hairspray ist übrigens der letzte Film von Schauspielerin und Drag-Queen Divine.

John Waters zum 80.

John Waters wurde am 22. April 1946 in Baltimore als Sohn katholischer Eltern geboren. In der Schule scharte er bereits eine Gruppe um sich, die sein Kunstverständnis teilte: Die „Dreamlanders“, wie sich Cast und Crew fortan nannten, wurden mit John Watersʼ ersten Langfilmen „Multiple Maniacs“, „Pink Flamingos“ und „Female Trouble“ zu Ikonen. Einer seiner Stars war Harris Glenn Milstead, besser bekannt als Divine. 

Die Filme von John Waters erlangten große Underground-Berühmtheit und trugen maßgeblich zur Entwicklung des Midnight-Movie-Formats bei. Seine größten Vorbilder waren Rainer Werner Fassbinder, Ingmar Bergman, Herschell Gordon Lewis und William Castle. Abseits des guten Geschmacks kreierte der selbst ernannte „Schmuddelkönig von Hollywood“ Filme, die bewusst das bisherige Kinoverständnis infrage stellten und durch zahlreiche Tabubrüche die Zensur provozierten. Dies gelang ihm stets mit beißendem Humor und einer scharfsinnigen, hintergründigen Inszenierung. Seine Themen haben bis heute nichts von ihrer Aktualität verloren.

 

17
Sep.
2026
Donnerstag, 17. September 2026 21:15
The Furious Originaltitel: The Furious, Hong Kong 2025, 113 Minuten, englisch/mandarin/OmdU (17.09.), deutsche Fassung (15.09./19.09.),

The Furious

Originaltitel: The Furious, Hong Kong 2025, 113 Minuten, englisch/mandarin/OmdU (17.09.), deutsche Fassung (15.09./19.09.), digital, Regie: Kenji Tanigaki, Darsteller: Xie Miao, Joe Taslim, Yang Enyou, Jeeja Yanin, Brian Le

Als „The Raid“ 2011 die Actionwelt erschütterte, begann für das moderne Martial-Arts-Kino eine neue Ära. Neben Regisseur Gareth Evans wurden auch Iko Uwais, Joe Taslim und Yayan Ruhian über Nacht zu internationalen Genregrößen. Mit „The Furious“ versammelt Stunt-Legende Kenji Tanigaki – selbst seit Jahrzehnten prägende Kraft des Hongkong-Actionkinos (vor allem durch Produktionen mit Donnie Yen) – gleich mehrere dieser Veteranen zu einem kompromisslosen Rachethriller. Im Mittelpunkt steht der stumme Handwerker Wang Wei, dessen Tochter einem Ring skrupelloser Kinderhändler in die Hände fällt. Gemeinsam mit einem verdeckt ermittelnden Polizisten nimmt er die Verfolgung auf und gerät in einen immer brutaler eskalierenden Feldzug gegen eine bestens organisierte Unterwelt.

Story und Figuren bleiben dabei bewusst archetypisch, denn Tanigaki interessiert sich weniger für erzählerische Umwege als für die körperliche Wucht seiner Inszenierung. Präzise choreografierte Kämpfe, lange Einstellungen und ein beeindruckendes Gespür für räumliche Übersicht verleihen jeder Auseinandersetzung Gewicht und Dynamik. Unterstützt von Action-Director Kensuke Sonomura entstehen so einige der eindrucksvollsten Martial-Arts-Sequenzen der letzten Jahre – kompromisslos, hart und handgemacht. „The Furious“ etabliert sich dabei mühelos als eines der stärksten modernen Genrewerke und beweist eindrucksvoll, dass das Hongkong- und chinesisch geprägte Martial-Arts-Kino nach Jahren im Schatten der indonesischen Konkurrenz wieder selbstbewusst an der Spitze des Genres mitkämpft. 

 

18
Sep.
2026
Freitag, 18. September 2026 21:15
Man-Eater – Der Menschenfresser Originaltitel: Antropophagus, Italien 1980, 92 Minuten, deutsche Fassung, 35mm, Regie: Joe D’Amato,

Man-Eater – Der Menschenfresser

Originaltitel: Antropophagus, Italien 1980, 92 Minuten, deutsche Fassung, 35mm, Regie: Joe D’Amato, Darsteller: George Eastman, Tisa Farrow, Serena Grandi

Zum Tod des Schauspielers, Regisseurs und Drehbuchautors Luigi Montefiori (aka George Eastman), der am 20. Mai von uns ging.

Eine Bootsfahrt in der Ägäis endet für eine kleine Gruppe Touristen auf einer kleinen Insel, auf der sie auf ein blindes Mädchen treffen, das ihnen von einem Menschenfresser erzählt. Nur wenig später schlägt er auf dem Boot zu, tötet und macht sich auf die Suche nach den übrigen Besuchern ...

Der Schocker wurde im Deutschland der 80er Jahre zum großen Skandal. Im Rahmen der hysterischen Anti-Horrorvideo-Kampagne war er einer der am häufigsten attackierten Titel und wurde von den Medien als Musterbeispiel für Filme dargestellt, die verboten werden müssen. Dies geschah dann auch ein paar Jahre später. Einkassiert wurde sowohl die Kino- als auch die Videofassung, was trotz der zahlreichen deutschen Gewaltfilm-Verbote selten vorkam. Inzwischen ist das Verbot aber endlich aufgehoben.

Tatsächlich stellt „Man-Eater“ zwar durchaus die konsequent zu Ende gedachte Übersteigerung der damals so beliebten Kannibalismus-Klischees dar. Entgegen seines Rufs ist er aber keine Aneinanderreihung von Splatterorgien, sondern über weite Strecken überraschend subtil.
Der Film erzeugt eine für Joe D’Amato ungewöhnlich intensive Spannung – mittels seines Sounddesigns, das im Kino am besten zur Geltung kommt: ein basslastiges Röcheln, mit dem die oft aus subjektiver Kameraperspektive gezeigten Morde geschehen, ein Elektroscore, der später prominent eingesetzt wird, und das Entsetzen verstärkt. Auffällig ist auch, wie „Man-Eater“ das griechische Urlaubsparadies nach und nach in eine potthässliche Hölle verwandelt und zuletzt eine Ugolinotragik enthüllt, die italienischen Gothic-Horror mit deutschem Sturm und Drang verbindet.

Wir zeigen eine originale 35mm-Kopie aus dem KommKino-Archiv, die leider rotstichig ist. Immerhin passt dies zu der Thematik des Films und angesichts der Seltenheit und da es die erste Kopie des inzwischen sehr umfangreichen KommKino-Analog-Archivs ist, möchten wir sie unserem Publikum nicht vorenthalten.

 

19
Sep.
2026
Samstag, 19. September 2026 21:15
The Furious Originaltitel: The Furious, Hong Kong 2025, 113 Minuten, englisch/mandarin/OmdU (17.09.), deutsche Fassung (15.09./19.09.),

The Furious

Originaltitel: The Furious, Hong Kong 2025, 113 Minuten, englisch/mandarin/OmdU (17.09.), deutsche Fassung (15.09./19.09.), digital, Regie: Kenji Tanigaki, Darsteller: Xie Miao, Joe Taslim, Yang Enyou, Jeeja Yanin, Brian Le

Als „The Raid“ 2011 die Actionwelt erschütterte, begann für das moderne Martial-Arts-Kino eine neue Ära. Neben Regisseur Gareth Evans wurden auch Iko Uwais, Joe Taslim und Yayan Ruhian über Nacht zu internationalen Genregrößen. Mit „The Furious“ versammelt Stunt-Legende Kenji Tanigaki – selbst seit Jahrzehnten prägende Kraft des Hongkong-Actionkinos (vor allem durch Produktionen mit Donnie Yen) – gleich mehrere dieser Veteranen zu einem kompromisslosen Rachethriller. Im Mittelpunkt steht der stumme Handwerker Wang Wei, dessen Tochter einem Ring skrupelloser Kinderhändler in die Hände fällt. Gemeinsam mit einem verdeckt ermittelnden Polizisten nimmt er die Verfolgung auf und gerät in einen immer brutaler eskalierenden Feldzug gegen eine bestens organisierte Unterwelt.

Story und Figuren bleiben dabei bewusst archetypisch, denn Tanigaki interessiert sich weniger für erzählerische Umwege als für die körperliche Wucht seiner Inszenierung. Präzise choreografierte Kämpfe, lange Einstellungen und ein beeindruckendes Gespür für räumliche Übersicht verleihen jeder Auseinandersetzung Gewicht und Dynamik. Unterstützt von Action-Director Kensuke Sonomura entstehen so einige der eindrucksvollsten Martial-Arts-Sequenzen der letzten Jahre – kompromisslos, hart und handgemacht. „The Furious“ etabliert sich dabei mühelos als eines der stärksten modernen Genrewerke und beweist eindrucksvoll, dass das Hongkong- und chinesisch geprägte Martial-Arts-Kino nach Jahren im Schatten der indonesischen Konkurrenz wieder selbstbewusst an der Spitze des Genres mitkämpft. 

 

22
Sep.
2026
Dienstag, 22. September 2026 21:15
Pink Flamingos USA 1972, 93 Minuten, Originalversion mit deutschen Untertiteln, 35 mm, Regie: John Waters, Darsteller: Divine,

Pink Flamingos

USA 1972, 93 Minuten, Originalversion mit deutschen Untertiteln, 35 mm, Regie: John Waters, Darsteller: Divine, Davis Lochary, Mink Stole

Inspiriert vom juristisch und genretechnisch epochemachenden „Deep Throat“ (1972), inszeniert John Waters gekonnt dilettantisch noch im selben Jahr seinen Beitrag zum Wettkampf um den Titel der schmutzigsten Person der Gegenwart. Nie wurden inzestuöse Fellatio und Babyhandel mit versklavten Collegegirls so avantgardistisch in Szene gesetzt. Mangelndes Budget und die provozierte Camp-Ästhetik gaben sich dabei die Klinke in die Hand.

Zurecht fragte sich der Pionier des queeren Schundfilms, welch für die Leinwand bisher unbekannten Abscheulichkeiten auf legalem Wege nach Start der Pornowelle noch umgesetzt werden können. Und er enttäuscht nicht. Denn dieser Film macht betroffen. Neben dem Verdrängten der vermeintlich sexpositiven 70er zeigt uns der Film auch die Utopie des sexuell Möglichen. Nicht nur präsentiert uns der neue audiovisuelle Sex die Macht des Kinos der kleinen Leute, sondern rückt auch die Randgruppenerotik und deren Verständnis von Schönheit ins Rampenlicht.

John Waters zum 80.

John Waters wurde am 22. April 1946 in Baltimore als Sohn katholischer Eltern geboren. In der Schule scharte er bereits eine Gruppe um sich, die sein Kunstverständnis teilte: Die „Dreamlanders“, wie sich Cast und Crew fortan nannten, wurden mit John Watersʼ ersten Langfilmen „Multiple Maniacs“, „Pink Flamingos“ und „Female Trouble“ zu Ikonen. Einer seiner Stars war Harris Glenn Milstead, besser bekannt als Divine. 

Die Filme von John Waters erlangten große Underground-Berühmtheit und trugen maßgeblich zur Entwicklung des Midnight-Movie-Formats bei. Seine größten Vorbilder waren Rainer Werner Fassbinder, Ingmar Bergman, Herschell Gordon Lewis und William Castle. Abseits des guten Geschmacks kreierte der selbst ernannte „Schmuddelkönig von Hollywood“ Filme, die bewusst das bisherige Kinoverständnis infrage stellten und durch zahlreiche Tabubrüche die Zensur provozierten. Dies gelang ihm stets mit beißendem Humor und einer scharfsinnigen, hintergründigen Inszenierung. Seine Themen haben bis heute nichts von ihrer Aktualität verloren.

 

23
Sep.
2026
Mittwoch, 23. September 2026 21:15
Serial Mom USA 1993, 95 Min., OV, 35mm, R.: John Waters, D.: Kathleen Turner, Sam Waterston, Ricki Lake, Matthew Lillard, Mink Stole Beverly Sutphin

Serial Mom

USA 1993, 95 Min., OV, 35mm, R.: John Waters, D.: Kathleen Turner, Sam Waterston, Ricki Lake, Matthew Lillard, Mink Stole

Beverly Sutphin ist die vorbildliche und angesehene Mutter einer typischen reinen amerikanischen Durchschnittsfamilie in einem Vorort von Baltimore. Sie ist stets um das Wohl ihrer Familie bemüht. Und so versteht sie auch keinen Spaß, wenn durch böswillige Machenschaften die idyllische Nachbarschaft und das heile Familienbild beschmutzt werden, wofür die Verursacher auch prompt ihre Quittung bekommen bzw. ihr Leben dafür lassen müssen. Als der Leichenberg sich stapelt und die Zahl der Todesfälle über das übliche Maß wächst, geht die Polizei der Sache doch einmal auf den Grund …

Mit SERIAL MOM liefert John Waters eine bissige Satire auf die spießige Vorstadtwelt, in der die amerikanische Wohlstandsgesellschaft doppelmoralisch ihr Dasein fristet: nach außen hin eine weiße Weste, von innen aber bis ins Mark verdorben. Getränkt in schwarzem Humor und gespickt mit Zitaten an berühmt-berüchtigte Horrorfilme, vollbringt Kathleen Turner als Mutterdämon wahre schauspielerische Höchstleistungen und Matthew Lillard zeigt bereits zwei Jahre vor Wes Cravens SCREAM, dass in ihm ein Horrorfan steckt.

John Waters zum 80.

John Waters wurde am 22. April 1946 in Baltimore als Sohn katholischer Eltern geboren. In der Schule scharte er bereits eine Gruppe um sich, die sein Kunstverständnis teilte: Die „Dreamlanders“, wie sich Cast und Crew fortan nannten, wurden mit John Watersʼ ersten Langfilmen „Multiple Maniacs“, „Pink Flamingos“ und „Female Trouble“ zu Ikonen. Einer seiner Stars war Harris Glenn Milstead, besser bekannt als Divine. 

Die Filme von John Waters erlangten große Underground-Berühmtheit und trugen maßgeblich zur Entwicklung des Midnight-Movie-Formats bei. Seine größten Vorbilder waren Rainer Werner Fassbinder, Ingmar Bergman, Herschell Gordon Lewis und William Castle. Abseits des guten Geschmacks kreierte der selbst ernannte „Schmuddelkönig von Hollywood“ Filme, die bewusst das bisherige Kinoverständnis infrage stellten und durch zahlreiche Tabubrüche die Zensur provozierten. Dies gelang ihm stets mit beißendem Humor und einer scharfsinnigen, hintergründigen Inszenierung. Seine Themen haben bis heute nichts von ihrer Aktualität verloren.

 

24
Sep.
2026
Donnerstag, 24. September 2026 21:15
Strange Harvest USA 2024, 94 Minuten, Originalversion, digital, Regie: Stuart Ortiz, Darsteller: Peter Zizzo, Terri Apple, Andy Lauer,

Strange Harvest

USA 2024, 94 Minuten, Originalversion, digital, Regie: Stuart Ortiz, Darsteller: Peter Zizzo, Terri Apple, Andy Lauer, Jessee Clarkson

„Im Stil einer investigativen True-Crime-Dokumentation beleuchtet der Film die unerbittliche, fast zwei Jahrzehnte andauernde Jagd der beiden Detectives Joe Kirby und Lexi Taylor auf einen sadistischen Serienmörder, der in Südkalifornien nur als „Mr. Shiny“ bekannt ist. Jedes seiner makabren Verbrechen stellt die Polizei vor ein immer größeres Rätsel, denn seine Rituale scheinen direkt mit einer dunklen, kosmischen Macht in Verbindung zu stehen.

Mit akribischer Liebe zum dokumentarischen Detail – von grausamen, angeblichen Tatortfotos über verstörende Überwachungsvideos bis hin zu erschreckend authentisch wirkenden Interviews – kreiert Regisseur Stuart Ortiz („Grave Encounters“) einen nervenzerreißenden Mockumentary-Albtraum. Die Grenzen zwischen Realität und blutiger Fiktion verschwimmen so meisterhaft, dass man als Zuschauer immer wieder daran zweifeln muss, ob das Gesehene nicht doch bittere Realität ist. Ein packender Abstieg in die Abgründe menschlicher (und übermenschlicher) Grausamkeit.“ (Drop-Out Cinema)

 

25
Sep.
2026
Freitag, 25. September 2026 21:15
Strange Harvest USA 2024, 94 Minuten, Originalversion, digital, Regie: Stuart Ortiz, Darsteller: Peter Zizzo, Terri Apple, Andy Lauer,

Strange Harvest

USA 2024, 94 Minuten, Originalversion, digital, Regie: Stuart Ortiz, Darsteller: Peter Zizzo, Terri Apple, Andy Lauer, Jessee Clarkson

„Im Stil einer investigativen True-Crime-Dokumentation beleuchtet der Film die unerbittliche, fast zwei Jahrzehnte andauernde Jagd der beiden Detectives Joe Kirby und Lexi Taylor auf einen sadistischen Serienmörder, der in Südkalifornien nur als „Mr. Shiny“ bekannt ist. Jedes seiner makabren Verbrechen stellt die Polizei vor ein immer größeres Rätsel, denn seine Rituale scheinen direkt mit einer dunklen, kosmischen Macht in Verbindung zu stehen.

Mit akribischer Liebe zum dokumentarischen Detail – von grausamen, angeblichen Tatortfotos über verstörende Überwachungsvideos bis hin zu erschreckend authentisch wirkenden Interviews – kreiert Regisseur Stuart Ortiz („Grave Encounters“) einen nervenzerreißenden Mockumentary-Albtraum. Die Grenzen zwischen Realität und blutiger Fiktion verschwimmen so meisterhaft, dass man als Zuschauer immer wieder daran zweifeln muss, ob das Gesehene nicht doch bittere Realität ist. Ein packender Abstieg in die Abgründe menschlicher (und übermenschlicher) Grausamkeit.“ (Drop-Out Cinema)

 

26
Sep.
2026
Samstag, 26. September 2026 21:15
The Last Train Deutschland 2025, 80 Minuten, deutsche Fassung, digital, Regie: Olaf Ittenbach, Darsteller: Sarah-Anouk Voss, Noel

The Last Train

Deutschland 2025, 80 Minuten, deutsche Fassung, digital, Regie: Olaf Ittenbach, Darsteller: Sarah-Anouk Voss, Noel Wasskowiak, Alois Kreuzwieser

Ein Ittenbach-Abend im KommKino!

Wie fast alle Teenager durchlebt die 12-jährige Sally eine schwierige Zeit. Ihre alleinerziehende Mutter ist mit der Situation zunehmend überfordert und schenkt ihr, unter dem Vorwand nun Verantwortung tragen zu müssen, einen Hund. Zur gleichen Zeit trifft Sally ihre erste große Liebe, Joey, wieder und kümmert sich gleichzeitig um ihren alkoholkranken Vater. Als ihr jedoch alles über den Kopf wächst, beschließt sie, zusammen mit Joey in den Sommerferien von zu Hause auszureißen und eine Zugreise mit unbekanntem Ziel anzutreten. Dort taucht ein alter Mann auf und die Ereignisse nehmen eine gravierende Wendung …

Die lebende Independent-Splatter-Legende Olaf Ittenbach ist seit vielen Jahren ein gern gesehener Gast im KommKino. Am 26.9. ist es wieder so weit. Wir feiern sein neues Werk „The Last Train“! Natürlich in Anwesenheit des Regisseurs samt Cast und Crew. Garantiert kein Mainstream. Kommt rum!

 

29
Sep.
2026
Dienstag, 29. September 2026 21:15
Cecil B. Originaltitel: Cecil B. Demented, USA 2000, 87 Minuten, deutsche Fassung, digital, Regie: John Waters, Darsteller: Melanie

Cecil B.

Originaltitel: Cecil B. Demented, USA 2000, 87 Minuten, deutsche Fassung, digital, Regie: John Waters, Darsteller: Melanie Griffith, Stephen Dorff, Alicia Witt, Maggie Gyllenhaal, Mink Stole

„Cecil B. Demented ist der Anführer einer ‚halbstarken Bande von jugendlichen Filmterroristen‘, die Hollywood den Krieg erklärt haben: Kurzerhand wird eine zickige Filmdiva entführt und gezwungen, in Cecils Undergroundfilm mitzuspielen. Dieser verspricht nichts Geringeres als: „Real People, Real Terror“. Getreu diesem Motto verüben Cecil und sein Filmteam vor laufender Kamera Terroranschläge gegen Multiplex-Kinos und demolieren die Drehorte von Hollywoodfilmen wie „Forest Gump 2 – Gump Again“. Die konservativen Studiobosse erzittern bald vor Angst ...

[…] John Waters hat mal wieder zugeschlagen. Der Regisseur aus Baltimore, der von Fans ehrfurchtsvoll ‚Pope of Trash‘ genannt wird, liefert hier ein überdrehtes, hochgradig unterhaltsames Action-Slapstick-Massaker ab, wie es Hollywood schon lange verdient hat. Der Film legt von der ersten Minute an ein rasantes Tempo vor, gönnt sich keine Pause, und ist nach 87 Minuten viel zu schnell zu Ende. Die zahlreichen bitterbösen Pointen sitzen (und wie), die Darsteller wachsen einem ans Herz (und das, obwohl so mancher die Schauspielschule entschieden zu früh abgebrochen hat). Bei näherem Hinsehen entpuppt sich der Film dann auch als weitaus intelligenter, als der erste Eindruck vermuten lässt: Ja, Cecil B. Demented (unschwer als das jugendliche Alter Ego von John Waters zu erkennen) hat verdammt noch mal recht mit seiner Radikalkritik an der Dummheit der amerikanischen Filmindustrie.“ (Harald Ladstätter, www.filmtips.at)

John Waters zum 80.

John Waters wurde am 22. April 1946 in Baltimore als Sohn katholischer Eltern geboren. In der Schule scharte er bereits eine Gruppe um sich, die sein Kunstverständnis teilte: Die „Dreamlanders“, wie sich Cast und Crew fortan nannten, wurden mit John Watersʼ ersten Langfilmen „Multiple Maniacs“, „Pink Flamingos“ und „Female Trouble“ zu Ikonen. Einer seiner Stars war Harris Glenn Milstead, besser bekannt als Divine. 

Die Filme von John Waters erlangten große Underground-Berühmtheit und trugen maßgeblich zur Entwicklung des Midnight-Movie-Formats bei. Seine größten Vorbilder waren Rainer Werner Fassbinder, Ingmar Bergman, Herschell Gordon Lewis und William Castle. Abseits des guten Geschmacks kreierte der selbst ernannte „Schmuddelkönig von Hollywood“ Filme, die bewusst das bisherige Kinoverständnis infrage stellten und durch zahlreiche Tabubrüche die Zensur provozierten. Dies gelang ihm stets mit beißendem Humor und einer scharfsinnigen, hintergründigen Inszenierung. Seine Themen haben bis heute nichts von ihrer Aktualität verloren.

 

30
Sep.
2026
Mittwoch, 30. September 2026 21:15
Die neun Leben von Fritz the Cat Originaltitel: The Nine Lives of Fritz the Cat, USA 1974, 76 Minuten, deutsche Fassung, digital,

Die neun Leben von Fritz the Cat

Originaltitel: The Nine Lives of Fritz the Cat, USA 1974, 76 Minuten, deutsche Fassung, digital, Regie: Robert Taylor

Der Zeichentrickfilm basiert auf der Comicfigur des Hippie-Katers von Robert Crumb und ist die Fortsetzung des berühmten „Fritz the Cat“ aus dem Jahr 1972.

Kater Fritz ist mittlerweile verheiratet, Vater und natürlich arbeitslos. Erschöpft von der häuslichen Tristesse und dem ständigen Gekeife seiner Frau flieht er regelmäßig in Marihuana-Fantasien. In diesen halluzinogenen Träumen durchlebt er seine titelgebenden „neun Leben“, die ihn in ganz unterschiedliche Situationen und Epochen katapultieren – darunter die Goldenen Zwanziger, den Zweiten Weltkrieg und absurde Zukunftsszenarien.

Selten gezeigte schwarzhumorige, teils bizarre Satire, die Erotik, derbe Komik und gesellschaftskritische Elemente verbindet.

 

01
Okt.
2026
Donnerstag, 1. Oktober 2026 21:15
Cecil B. Originaltitel: Cecil B. Demented, USA 2000, 87 Minuten, deutsche Fassung, digital, Regie: John Waters, Darsteller: Melanie

Cecil B.

Originaltitel: Cecil B. Demented, USA 2000, 87 Minuten, deutsche Fassung, digital, Regie: John Waters, Darsteller: Melanie Griffith, Stephen Dorff, Alicia Witt, Maggie Gyllenhaal, Mink Stole

„Cecil B. Demented ist der Anführer einer ‚halbstarken Bande von jugendlichen Filmterroristen‘, die Hollywood den Krieg erklärt haben: Kurzerhand wird eine zickige Filmdiva entführt und gezwungen, in Cecils Undergroundfilm mitzuspielen. Dieser verspricht nichts Geringeres als: „Real People, Real Terror“. Getreu diesem Motto verüben Cecil und sein Filmteam vor laufender Kamera Terroranschläge gegen Multiplex-Kinos und demolieren die Drehorte von Hollywoodfilmen wie „Forest Gump 2 – Gump Again“. Die konservativen Studiobosse erzittern bald vor Angst ...

[…] John Waters hat mal wieder zugeschlagen. Der Regisseur aus Baltimore, der von Fans ehrfurchtsvoll ‚Pope of Trash‘ genannt wird, liefert hier ein überdrehtes, hochgradig unterhaltsames Action-Slapstick-Massaker ab, wie es Hollywood schon lange verdient hat. Der Film legt von der ersten Minute an ein rasantes Tempo vor, gönnt sich keine Pause, und ist nach 87 Minuten viel zu schnell zu Ende. Die zahlreichen bitterbösen Pointen sitzen (und wie), die Darsteller wachsen einem ans Herz (und das, obwohl so mancher die Schauspielschule entschieden zu früh abgebrochen hat). Bei näherem Hinsehen entpuppt sich der Film dann auch als weitaus intelligenter, als der erste Eindruck vermuten lässt: Ja, Cecil B. Demented (unschwer als das jugendliche Alter Ego von John Waters zu erkennen) hat verdammt noch mal recht mit seiner Radikalkritik an der Dummheit der amerikanischen Filmindustrie.“ (Harald Ladstätter, www.filmtips.at)

John Waters zum 80.

John Waters wurde am 22. April 1946 in Baltimore als Sohn katholischer Eltern geboren. In der Schule scharte er bereits eine Gruppe um sich, die sein Kunstverständnis teilte: Die „Dreamlanders“, wie sich Cast und Crew fortan nannten, wurden mit John Watersʼ ersten Langfilmen „Multiple Maniacs“, „Pink Flamingos“ und „Female Trouble“ zu Ikonen. Einer seiner Stars war Harris Glenn Milstead, besser bekannt als Divine. 

Die Filme von John Waters erlangten große Underground-Berühmtheit und trugen maßgeblich zur Entwicklung des Midnight-Movie-Formats bei. Seine größten Vorbilder waren Rainer Werner Fassbinder, Ingmar Bergman, Herschell Gordon Lewis und William Castle. Abseits des guten Geschmacks kreierte der selbst ernannte „Schmuddelkönig von Hollywood“ Filme, die bewusst das bisherige Kinoverständnis infrage stellten und durch zahlreiche Tabubrüche die Zensur provozierten. Dies gelang ihm stets mit beißendem Humor und einer scharfsinnigen, hintergründigen Inszenierung. Seine Themen haben bis heute nichts von ihrer Aktualität verloren.

 

02
Okt.
2026
Freitag, 2. Oktober 2026 21:15
Ein Mann geht über Leichen Originaltitel: L’assassino di pietra / The Stone Killer, USA 1973, 95 Minuten, deutsche Fassung, 35 mm,

Ein Mann geht über Leichen

Originaltitel: L’assassino di pietra / The Stone Killer, USA 1973, 95 Minuten, deutsche Fassung, 35 mm, Regie: Michael Winner, Darsteller: Charles Bronson, Martin Balsam, Jack Colvin

Der für seine brutalen Methoden bekannte New Yorker Detective Lou Torrey wird nach Los Angeles versetzt. Dort deckt er eine Verschwörung der Mafia auf. Diese heuert Vietnam-Veteranen an, um einen landesweiten Rachefeldzug gegen rivalisierende Bosse zu starten.

Basierend auf John Gardners Roman „A Complete State of Death“ ist „Ein Mann geht über Leichen“ ein Neo-Noir-Krimi, der Charles Bronson in seiner typischen kompromisslosen Art zeigt und bekannt ist für seine atemberaubenden Verfolgungsjagden und Actionszenen. Die Story setzt jedoch nicht nur auf Action, sondern ist auch spannend aufgebaut und verfügt sogar über einen sozialkritischen Aspekt. Auch das Ende ist für einen Film, in dem Charles Bronson den starken Arm des Gesetzes vertritt, eher ungewöhnlich. „Ein Mann geht über Leichen“ ist ein kompetent inszenierter Actionthriller, der zu den Highlights in Charles Bronsons und Michael Winners Filmographien gehört und auch heute noch sehenswert ist.

 

03
Okt.
2026
Samstag, 3. Oktober 2026 21:15
Die Nacht der lebenden Toten Originaltitel: Night of the Living Dead, USA 1968, 96 Minuten, Originalversion, 35 mm, Regie: George A.

Die Nacht der lebenden Toten

Originaltitel: Night of the Living Dead, USA 1968, 96 Minuten, Originalversion, 35 mm, Regie: George A. Romero, Darsteller: Duane Jones, Judith O’Dea, Karl Hardman, Marilyn Eastman

In Zusammenarbeit mit dem „monströs! – re:festival“.

„Als Barbra mit ihrem Bruder Johnny das Grab ihres Vaters besucht, werden sie plötzlich von einem merkwürdigen blassen Mann angegriffen. Barbra kann sich in ein verlassenes Farmhaus in der Nähe retten, wo wenig später auch Ben eintrifft. Im Keller entdecken sie noch weitere Personen, die sich dort verschanzt haben. Aus den Nachrichten erfahren sie von einer tödlichen Epidemie, die rasend schnell um sich greift und kürzlich Verstorbene als Menschenfleisch fressende Untote wiederauferstehen lässt. Das verbarrikadierte und immer stärker belagerte Landhaus wird zur letzten Zuflucht im unerbittlichen Kampf gegen die Zombies. 

 „Die Nacht der lebenden Toten“, ursprünglich als Freizeitprojekt mit Minimalstbudget gedreht und nach seiner Erstaufführung von Kritikern zunächst als unappetitliche Banalität verunglimpft, gilt schon lange als Kultfilm und genreprägender Meilenstein des Horrorkinos. Der stilistische Einfluss auf nachfolgende Generationen ist noch in den Film- und Serienproduktionen der Gegenwart spürbar. Der hintergründige Grusler erhielt auch einen Platz in der Filmsammlung des Museum of Modern Art. Schließlich ist es George A. Romero mit seinem Klassiker nicht nur gelungen, mit einfachsten Mitteln gängige Filmkonventionen umzuwälzen; mit dem von Duane Jones verkörperten Ben trat auch einer der ersten afroamerikanischen Helden der Filmgeschichte in Erscheinung.“ (nach arthaus.de)

Besitzer des „monströs! – re:festival“-Tickets haben freien Eintritt!

 

22
Okt.
2026
Donnerstag, 22. Oktober 2026 21:15 - Sonntag, 25. Oktober 2026 17:00
Save the Date!  (Sonntag 17:00 Uhr - Kino 1)

Save the Date! 

(Sonntag 17:00 Uhr - Kino 1)

13
Nov.
2026
Freitag, 13. November 2026 14:00 - Sonntag, 15. November 2026 17:30
Save the Dates:  Fr., 13.11.: 14:00/16:00/21:00/23:15 Sa., 14.11.: 14:00/16:00/21:00/23:15 So., 15.11.: 13:00/15:00/17:30

Save the Dates: 

Fr., 13.11.: 14:00/16:00/21:00/23:15

Sa., 14.11.: 14:00/16:00/21:00/23:15

So., 15.11.: 13:00/15:00/17:30

15
Jan.
2027
Freitag, 15. Januar 2027 15:30 - Sonntag, 17. Januar 2027 19:00
Die Filmbüchse der Pandora – fünfte gottlose Öffnung Eines unserer Lieblings-Filmfestivals ... unbedingt schon mal

Die Filmbüchse der Pandora – fünfte gottlose Öffnung

Eines unserer Lieblings-Filmfestivals ... unbedingt schon mal vormerken!