Delta Force 2: The Colombian Connection

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Samstag, 9. Mai 2026 21:15
                                           Eintritt: 6 Euro                           

Delta Force 2: The Colombian Connection

USA 1990, 111 Min., deutsche Fassung, digital, Regie: Aaron Norris, Darsteller: Chuck Norris, Billy Drago, John P. Ryan

„In einem Flugzeug gelingt es Colonel Scott McCoy und seinem Kollegen Bobby Chavez, den Drogenboss Ramon Cota nach einer extrem gefährlichen Aktion zu schnappen. Entsetzt sind sie jedoch, als das Gericht ihn mit einer lächerlich niedrigen Kaution wieder auf freien Fuß setzt. Prompt lässt Cota aus Rache und um ein Zeichen zu setzen, die Familie von Chavez töten. Nun muss McCoy noch einmal ran, reist nach Kolumbien und versucht den fiesen Drogenkerl zu erledigen …“ (Haikos Filmlexikon)

So viel zu der recht rudimentären Story. Chuck Norris galt 1990 noch als Kassenmagnet. So konnte man in puncto Action aus dem Vollen schöpfen und den vier Jahre vorher entstandenen Vorgänger in dieser Hinsicht noch deutlich überbieten.

„“Delta Force 2: The Colombian Connection“ ist ein Film der Extreme und Gegensätze: Seine Länge von rund 110 Minuten, die breit angelegte Handlung, die sich über zwei Kontinente erstreckt und dabei Elemente des unterkühlten, harten Agentenfilms mit denen des Over-the-Top-Actioners verbindet, gleichzeitig (wie schon der Vorgänger) mit der Bezugnahme auf aktuelle politische Konflikte Relevanz vorgaukelt (Ramon Cota ist eindeutig an den kolumbianischen Drogendealer Pablo Escobar angelehnt), weisen ihn als selbstbewussten, ambitionierten Blockbuster aus. Demgegenüber steht die ungelenke, klobige und raffinessenarme Inszenierung von Aaron Norris, die sich seinem Bruder, der mit zombiehafter Stoik durch den Film walzt wie eine mitleidlose, gleichgültige Naturgewalt, als perfekter Komplize zur Seite stellt und die zahllosen Brutalitäten des Films als stumpf, abstoßend und dreckig erscheinen lässt, ohne dass das wirklich so intendiert zu sein scheint. (…) Chuck Norris war nie ein besonders expressiver Actiondarsteller, doch in „Delta Force 2: The Colombian Connection“ reduziert er seine Palette noch einmal erheblich. Man meint hier nicht länger einem Menschen bei der Arbeit zuzuschauen, sondern dem Tod höchstpersönlich.“ (Oliver Nöding, www.hardsensations.com)

„Der Film ist saumäßig blöd, hat einen Plot zum Haare Raufen, ist aber top inszeniert. Die Darsteller sind nicht erlesen, gehen in ihre Rollen aber voll auf. Für den Rest sorgen dann Schießereien, Martial-Arts, imposante Explosionen und ein hier mal wirklich enorm cooler Chuck Norris. Schade, dass die Zeit Cannons danach vorbei war. Der wohl letzte wirklich gute Chuck-Norris-Film“ (www.ofdb.de)

In Memoriam Chuck Norris

„Wenn Chuck Norris ins Wasser fällt, wird Chuck Norris nicht nass – das Wasser wird Chuck Norris.“
Mit solchen „Facts“ wurde Chuck Norris weit über sein eigentliches Filmschaffen hinaus zur Popkultur-Ikone. Entstanden im Umfeld amerikanischer Late-Night-Shows der 2000er-Jahre und verbreitet durch das frühe Internet, existiert er für viele heute vor allem als Meme – als überlebensgroße, fast zeitlose Idee. Für ein älteres Publikum hingegen hat diese Figur ein konkretes Gesicht: das des Actionhelden der 1980er-Jahre, der mit stoischer Wortkargheit und geballter Schlagkraft für Recht und Ordnung sorgt.

Durch diese Kunstfigur erklärt sich auch sein filmisches Werk: Anders als bei Zeitgenossen wie Schwarzenegger oder Stallone sticht bei Norris kein einzelner Film mit eigenständiger popkultureller Relevanz hervor, sondern eher die Wiederholung eines etablierten Typus. Sein Auftritt 1972 als Gegner von Bruce Lee in „Way of the Dragon“ deutet diese körperliche Präsenz bereits an, die sich in den folgenden Jahren zum Idealbild des „Law and Order“-Vollstreckers verfestigte. In der Zusammenarbeit mit der Cannon Group fand dieser Typus ein ideales Umfeld: ein Kino, das auf Wiedererkennbarkeit, maximale Verlässlichkeit und die Bedienung simpler Konfliktmuster setzt.

So entsteht ein Œuvre, das weniger durch Entwicklung als durch Konsequenz geprägt ist: ein geschlossenes Heldenbild, das den Zeitgeist der Reagan-Ära vielleicht konsistenter widerspiegelt als jedes andere, zugleich aber auch die Grenzen dieser Eindeutigkeit offenlegt. Und genau diese stabile Selbstähnlichkeit seiner filmischen Persona ist es, die mehr ist als die Summe seiner Filme, sie förmlich überstrahlt. Weswegen Chuck Norris zu Recht in die Filmgeschichte eingegangen ist. Besser gesagt: Die Filmgeschichte hat sich um ihn herum geschrieben.

 

 
 

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