ZARDOZ ist der Name einer Gottheit, die in der dystopischen Zweiklassen-Gesellschaft des postapokalyptischen 2293 dafür erschaffen wurde, um die niedere Bevölkerung in Zaum zu halten und zu Krieg und Fronarbeit zu treiben. Sie sind das Nutzvieh, die "Brutalen" - sie sind dumm, gewalttätig, triebgesteuert... und sterblich. Ganz anders als die herrschende Klasse der "Ewigen", die Unsterblichkeit erlangt hat, dadurch aber auch nahezu jede Anwandlung von Menschlichkeit und damit einhergehenden Antrieb verloren. Doch dann tritt Sean Connery als Zed auf den Plan - ein Krieger im Lendenschurz, etwas attraktiver, smarter und ambitionierter als seine Mit-Brutalen. Ihm gelingt es, in den Vortex, das Reich der Ewigen einzudringen, und wirbelt ihre Gesellschaft allein durch seine Anwesenheit und dann auch durch sein Handeln kräftig durcheinander.An John Boormans sperrigen wie kultigen SF-Fantasy-Kracher von 1974 scheiden sich auch heute noch die Geister: Handelt es sich hier um intelligentes, postmodernes Kunstwerk oder plakative und oberflächliche, sprich exploitative Auseinandersetzung zwischen Trieb und Intellekt? Wenn die ganze postapokalyptische Welt aussähe wie ein naturbelassenes Irland, wäre das etwas so Schlechtes? Und Sieht Sean Connery im knappen Lendenschurz sexy aus oder doch eher lächerlich? Fragen über Fragen, die ihr nach Ansicht dieses Monsters von Film dann lebhaft diskutieren könnt, bis ihr, in Rage geredet und zerstritten, wieder den Rückweg gen Heimat antretet, um diese Diskussion im Internet ewig und drei Tage weiterzuführen. Ja, genau so ein Film ist ZARDOZ!