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06
Okt.
2026
Dienstag, 6. Oktober 2026 21:15
TUESDAY TRASH NIGHT: Mystics in Bali Originaltitel: Leák, Indonesien 1981, 86 Minuten, englische Fassung, digital, Regie: Tjut Djalil, Darsteller: Ilona Agathe Bastian,

TUESDAY TRASH NIGHT:

Mystics in Bali

Originaltitel: Leák, Indonesien 1981, 86 Minuten, englische Fassung, digital, Regie: Tjut Djalil, Darsteller: Ilona Agathe Bastian, Yos Santo, Sofia W.D., W.D. Mochtar

Manche Filmkarrieren beginnen auf der Schauspielschule, andere auf einer Einkaufspromenade in Bali. Als die deutsche Touristin Ilona Agathe Bastian dort Anfang der 80er-Jahre ihren Urlaub verbrachte, ahnte sie nicht, dass findige lokale Filmproduzenten auf der Suche nach europäischen Gesichtern ausgerechnet sie von der Shoppingmeile wegcasten würden. Als amerikanische Autorin Catherine reist sie in „Mystics in Bali“ nach Bali, um für ein Buch über schwarze Magie zu recherchieren und gerät über ihren einheimischen Freund Mahendra an eine Meisterin des Leák-Kultes. Eine Begegnung, die ihr eher weniger wünschenswerte Superheldenfähigkeiten beschert: Des Nachts löst sich Catherines Kopf mitsamt Wirbelsäule und Eingeweiden vom Körper und fliegt auf der Suche nach dem Blut ungeborener Kinder durch die Gegend. Was kann bei ein bisschen ethnologischer Feldforschung schon schiefgehen?

So vollkommen durchgeknallt das für westliche Augen erscheinen mag, schöpft „Mystics in Bali“ aus echter balinesischer Folklore und den dortigen Vorstellungen vom Leák – was Regisseur Tjut Djalil 1981 allerdings nicht davon abhielt, daraus eine der herrlichsten Kuriositäten des indonesischen Exploitationkinos zu fabrizieren. Fliegende Köpfe und Innereien, ausgekotzte Mäuse, magische Tätowierungen, Tierverwandlungen, gackernde Hexen und ein Kampf zwischen Schweinen werden mit Spezialeffekten auf die Leinwand gebracht, die irgendwo zwischen erstaunlich effektiv und herrlich scheps pendeln. Das Ergebnis ist ein gleichermaßen faszinierender Einblick in eine uns fremde Mythologie und Trash in seiner schönsten Form: billig, befremdlich, vollkommen unberechenbar – und garantiert nicht das, womit Ilona Agathe Bastian bei ihrem Baliurlaub gerechnet hatte.

 

07
Okt.
2026
Mittwoch, 7. Oktober 2026 21:15
Pecker USA 1998, 87 Minuten, OmU, 35 mm, Regie: John Waters, Darsteller: Edward Furlong, Christina Ricci, Bess Armstrong, Mark Joy,

Pecker

USA 1998, 87 Minuten, OmU, 35 mm, Regie: John Waters, Darsteller: Edward Furlong, Christina Ricci, Bess Armstrong, Mark Joy, Mink Stole

„Seit Peckers Mutter, die in Baltimore ein Modegeschäft für Obdachlose betreibt, ihrem Sohn eine Kamera vom Flohmarkt geschenkt hat, gibts für den Jungen kein Halten mehr: Unablässig fotografiert er, was ihm vor die Linse springt: Ratten, die in der Mülltonne übereinander herfallen, lesbische Stripperinnen, die Menschen in seiner Nachbarschaft und mit Vorliebe seine Freundin Shelley, die in einer Wäscherei arbeitet. Als er die unscharfen Schwarzweißfotos im örtlichen Imbissladen ausstellt, ahnt Pecker noch nicht, dass er in Kürze zum Darling der New Yorker Kunstszene avancieren wird. Doch den einfachen Menschen in Baltimore ist die Umarmung durch die schnöselige Kunstschickeria gar nicht recht ...

„Pecker“ ist ein witziger, erfreulicher und sehr unterhaltsamer Film, der nur ein Manko hat: Er ist zu kurz. Die Romanze zwischen Edward Furlong und Christina Ricci hätte ruhig noch etwas länger dauern können als diesen lustigen Quickie in der Wahlzelle (!). Wahrscheinlich der netteste und schönste John-Waters-Film ever. Außerdem gibt's hier eine der letzten Gelegenheiten, Christina Ricci zu sehen, bevor sie von ihren Agenten gezwungen wurde, magersüchtig zu werden und Mainstream-Rollen anzunehmen.“ (Harald Ladstätter, www.filmtipps.at)

""Pecker" beweist noch deut­li­cher als alle seine bishe­rigen Filme, was eigent­lich schon – läßt man sich nicht von den »Schock­ef­fekten« blenden – in Pink Flamingos (und selbst davor) sichtbar ist: Waters insze­niert keine Freak-Shows, er blickt nicht herab auf »Anders­ar­tige«. Er ist begeis­tert von der Band­breite der Möglich­keiten des Mensch­seins – von denen ihm außer Into­le­ranz keine fremd ist. Und er feiert sie in seinem Werk, das seine Wurzeln in einer sehr tiefen Gutmü­tig­keit hat, auf sympa­thischste Weise.
Mit anderen Worten: Das angeb­liche enfant terrible John Waters ist der letzte große Humanist des ameri­ka­ni­schen Kinos." (Thomas Willmann, wwww.artechock.de)

 

08
Okt.
2026
Donnerstag, 8. Oktober 2026 21:15
Bernd – Operation Germanenkind Deutschland 2025, 93 Minuten, deutsche Fassung, digital, Regie: Cornelius Schwalm, Darsteller: Verena

Bernd – Operation Germanenkind

Deutschland 2025, 93 Minuten, deutsche Fassung, digital, Regie: Cornelius Schwalm, Darsteller: Verena Unbehaun, Matthias Rheinheimer, Silvina Buchbauer, Sasha Weis

Bernd arbeitet als Schauspieler mit Behinderung in einem linken Berliner Künstlerkollektiv. Mit ihrem neuen Stück reisen sie nach Peenemünde, das vor allem für die Raketenentwicklung in der einst dort stationierten Heeresversuchsanstalt bekannt ist. Bernd, der zunehmend vom Dritten Reich fasziniert ist, demonstriert seine rechten Tendenzen: laut, sexistisch, rassistisch, respektlos – ein Affront gegen jede moralische Gewissheit der Gruppe. Mit jeder seiner Provokationen zerbricht zunehmend mehr von ihrer Toleranz. Aus Haltung wird Hass, aus Humanismus Gewalt. Am Ende prügeln jene, die sich für die besseren Menschen halten, wie Barbaren auf ihn ein – und aus Demokraten werden exzentrische Wutbürger.

Eine Dystopie über Moral, Macht und die dünne Haut der Demokratie. Regisseur Cornelius Schwalm erzählt die Eskalation als bitterböse Komödie. Dabei ist „Bernd“ kein Film gegen Inklusion – im Gegenteil. Er ist ein Film gegen die Verklärung. Gegen die Angewohnheit, Menschen auf Eigenschaften, Zuschreibungen oder gesellschaftliche Funktionen zu reduzieren. „Ein Film zum Diskutieren, zum Nachdenken, der in unsere Zeit besser passt denn je.“ (Urs Spörri, Filmfest München)

 

09
Okt.
2026
Freitag, 9. Oktober 2026 20:00
Frank Schäfer kommt nach Nürnberg und stellt sein neues Buch vor. Im Anschluss an die launige Lesung gibt's noch

Frank Schäfer kommt nach Nürnberg und stellt sein neues Buch vor. Im Anschluss an die launige Lesung gibt's noch die bitterböse britische Gesellschaftsgroteske "Eat The Rich" (1987). Originales 35mm-Kinoformat!

Als Lemmy Kilmister am 28. Dezember 2015 starb und sein Teamkollege Mikkey Dee einen Tag später das Ende der Band erklärte, brach für die Fans eine Welt zusammen. Vierzig Jahre lang sorgte Lemmy, der berühmteste und wichtigste Repräsentant des ganz harten Rocks, dessen Karriere damit begann, dass er bei Jimi Hendrix die Marshalls aus dem Transporter schleppte, mit seinem martialischen Rock 'n' Roll in der Musikszene für taube Ohren. Noch posthum nimmt sein Ruhm immer weiter zu. Nun werden die Archive geplündert, und jedes Konzert wird für die unersättlichen Motörhead-Addicts auf Vinyl gepresst, auch bei feministischen Musikerinnen hat er eine beachtliche Reputation erlangt.

Frank Schäfer, Motörhead-Fan der ersten Stunde, erzählt die Geschichte.

 

 

Pressestimmen:

"Frank Schäfer ... hat sein bandzyklopädisches Wissen, seine persönlichen Erlebnisse, Gedanken, Analysen und seine umfassende Hardrock-Allgemeinbildung nun in eine Band-Biografie gegossen." - Florian Arnold, Berliner Morgenpost

"Dass Schäfer ... kritische Gedanken nicht verhehlt, macht neben dem musikalischen Sachverstand die Qualität seines Buches aus, das sich dadurch abhebt von den üblichen Hagiographien ..." - Wolfgang Schneider, Frankfurter Allgemeine Zeitung

"[Schäfer beschreibt die Musik Motörheads mit] derselben Sorgfalt, Gründlichkeit und Differenziertheit, mit der die Musikkritik ansonsten ... an den Kanon herangeht." - Benjamin Moldenhauer, neues deutschland

"Schäfer betätigt sich nicht nur historiografisch, sondern auch als der Musikkritiker, als den man ihn kennt. Mit Verve ... fällt bei aller erkennbaren Liebe zur Band auch drakonische Urteile wie 'klingt nach Mülltonne, um es mal diplomatisch auszudrücken'. Das Verdienst von Schäfers Motörhead-Biografie ist es, der feuilletonistischen Versuchung widerstanden zu haben, die merkwürdige Schönheit der monumental dröhnenden Leere Motörheads durch narzisstische Overdubs zu verzerren." - Jörg Scheller, Neue Zürcher Zeitung

"Inmitten der vielbesungenen Legendenbildung schafft das Buch den Spagat, Fans und genrefremde Neugierige gleichermaßen zu bedienen." - Stefan Gnad, Nürnberger Nachrichten

"Sein Buch ist wichtig, lesenswert und für alle Fans härterer Musik unumgänglich. " - tam.tam Das Stadtmagazin

"[Die Biografie] ist von Fachwissen, Leidenschaft und Mitgefühl geprägt, bis zum bitteren Ende." - Neue Presse

10
Okt.
2026
Samstag, 10. Oktober 2026 21:15
Alfred-Vohrer-Retrospektive Mit 17 weint man nicht BR Deutschland, 1960, 102 Min., deutsche OV, 35 mm, Regie: Alfred Vohrer, D: Barbara Frey, Matthias Fuchs, Heinz Drache,

Alfred-Vohrer-Retrospektive

Mit 17 weint man nicht

BR Deutschland, 1960, 102 Min., deutsche OV, 35 mm, Regie: Alfred Vohrer, D: Barbara Frey, Matthias Fuchs, Heinz Drache, Gisela Uhlen

Eines der ganz großen Vohrer-Meisterwerke: In seinem letzten Halbstarken-Film sind der Schüler Horst und die Laborgehilfin Karin verliebt – und auch, zum Unwillen ihrer Eltern, verheiratet. Die Beziehung der beiden wird als eine geteilte Liebesfiktion inszeniert, die von einer kalten Wirklichkeit unter Druck gesetzt wird. Und fast zerbricht, als erst Horst die Schule hinschmeißt und dann Karin einen anderen kennenlernt. MIT 17 WEINT MAN NICHT ist ein Film wie eine junge Liebe: unberechenbar, neugierig, sprunghaft. Alle 20 Minuten wechselt Vohrer komplett die Tonlage, außerdem wechselt die Erzählperspektive geschickt zwischen den beiden Liebenden hin und her. Matthias Fuchs brilliert in der Hauptrolle als wundervoll verschrobener, bundesdeutscher Rebell ohne Grund.

10
Okt.
2026
Samstag, 10. Oktober 2026 23:15
Alfred-Vohrer-Retrospektive Picknick OT: Picnic, USA 1955, 95 Min., 35 mm, dF, R.: Joshua Logan, D.: William Holden, Kim Novak, Rosalind Russell, Betty Field Bevor Alfred

Alfred-Vohrer-Retrospektive

Picknick

OT: Picnic, USA 1955, 95 Min., 35 mm, dF, R.: Joshua Logan, D.: William Holden, Kim Novak, Rosalind Russell, Betty Field

Bevor Alfred Vohrer selbst Filme inszenierte, war er einer der führenden Synchronregisseure Westdeutschlands. Vor allem für die Münchner Ultra-Film fertigte er deutsche Fassungen insbesondere zahlreicher Hollywood-Filme an, darunter eine ganze Reihe von Klassikern. In Vohrers eigenen Filmen finden sich viele Spuren einer intensiven Auseinandersetzung mit dem US-Kino der 1950er. Wie zeigen als Beispiel für seine Synchron-Tätigkeit den wenig bekannten PICKNICK, ein komplexes Kleinstadt-Melodrama in Technicolor, inszeniert von Joshua Logan, einem unbesungenen Meister des amerikanischen Gefühlskinos. William Holden spielt den ehemaligen Football-Star Hal Carter, der in seine Heimat zurückkehrt und hofft, dort einen Ausweg aus seiner Lebenskrise zu finden. Zu den Sprechern der deutschen Fassung zählt Siegfried Schürenberg, der später in zahlreichen Filmen der Edgar-Wallace-Reihe zu sehen war.

 

11
Okt.
2026
Sonntag, 11. Oktober 2026 17:30
Alfred-Vohrer-Retrospektive Der Zinker BRD 1963, 89 Min. dF, 35mm, R.: Alfred Vohrer, D.: Heinz Drache, Barbara Rütting, Günter

Alfred-Vohrer-Retrospektive

Der Zinker

BRD 1963, 89 Min. dF, 35mm, R.: Alfred Vohrer, D.: Heinz Drache, Barbara Rütting, Günter Pfitzmann, Klaus Kinski

Der titelgebende Zinker ist eine Art ultraböser Superschurke, der sogar anderen Schurken ein Dorn im Auge ist – weil er sie mit Geheimwissen erpresst, um von der Londoner Unterwelt entwendetes Diebesgut mit miesen Tricks an sich zu reißen. Inspektor Elford nimmt die Verfolgung auf, die Spur führt unter anderem in eine Tierhandlung, die vom windigen Frank Sutton geführt wird.

Klaus Kinski und Schlangen, das passt einfach zusammen, werden sich die Produzenten der Wallace-Filme bei diesem Beitrag der Reihe, dem insgesamt 14., gedacht haben. Und was soll man sagen: Recht haben sie! Wobei das wieder einmal ein Beispiel für den typischen Wallace-Antirealismus ist: Wer zur Hölle würde Kinski ausgerechnet als Tierpfleger einstellen? Vohrers Inszenierung setzt diesmal weniger auf ornamentale Spielereien (man vergleiche nur das fast schon karge Setdesign mit den barocken Ausstattungsexzessen vom GASTHAUS AN DER THEMSE) als auf maximale Grusel-Paranoia.

 

11
Okt.
2026
Sonntag, 11. Oktober 2026 21:15
Alfred-Vohrer-Retrospektive Die blaue Hand BRD 1967, 87 Min., digital, dF, R.: Alfred Vohrer, D.: Harald Leipnitz, Klaus Kinski, Diana Körner, Ilse Steppat Unter

Alfred-Vohrer-Retrospektive

Die blaue Hand

BRD 1967, 87 Min., digital, dF, R.: Alfred Vohrer, D.: Harald Leipnitz, Klaus Kinski, Diana Körner, Ilse Steppat

Unter Pseudonym verfasste Herbert Reinecker seine Originaldrehbücher des ausschließlich von Alfred Vohrer inszenierten Wallace-Jahrgangs 1967 – vielleicht war ihm selbst schon zu wild und grell, was er da an verschiedensten Comic- und B-Movie-Zutaten zu einem deftigen Eintopf verrührte. Für Vohrer ist in seinem inzwischen 9. Wallace-Film eine atemlose Anhäufung von Sensationen und Absurditäten die ideale Matrix, um seine Zeige- und Schaulust noch exzessiver auszuleben. DIE BLAUE HAND fühlt sich fast wie ein Acid-Remix seiner früheren Erbschleicher-Krimis an, ergänzt um einen vermummten Killer mit der titelgebenden Messerhand, Klaus Kinski erstmals in einer Haupt- und Doppelrolle, Carl Lange als genießerisch diabolischem „Nervenarzt“ in einem Reich gefangener Seelen sowie alle Schlangen und Ratten, die Westberlin 1967 aufzubieten hatte. Edgar Wallace in Farbe ist endgültig ein Vohrer'sches Pulp-Paralleluniversum, das im Kontext der bundesrepublikanischen Filmproduktion dieser Zeit singulär bleibt.

 

11
Okt.
2026
Sonntag, 11. Oktober 2026 23:15
Alfred-Vohrer-Retrospektive Das Schweigen im Walde BRD 1976, 94 Min., dF, 35 mm, R.: Alfred Vohrer, D.: Alexander Stephan, Evelyn Opela, Belinda Mayne, Ferdy MayneGraf

Alfred-Vohrer-Retrospektive

Das Schweigen im Walde

BRD 1976, 94 Min., dF, 35 mm, R.: Alfred Vohrer, D.: Alexander Stephan, Evelyn Opela, Belinda Mayne, Ferdy Mayne

Graf Ettingen ist aus seiner Münchner Heimat Luxus gewohnt. Die Zeche zahlt die wunderschöne bayerische Natur: Um die Kassen stets gut gefüllt zu halten, beutet der Graf seinen Forstbesitz gnadenlos aus. Als er bei einem Besuch auf seinen Besitztümern die schöne Sennerin Lore kennenlernt, wird alles anders.

Erst ganz am Ende seiner Kinokarriere, kurz bevor er komplett zum Fernsehen wechselte, widmete sich Vohrer jenem Genre, das mehr als jedes andere mit „Papas Kino“ in Verbindung gebracht wurde, also mit jenem deutschen Mainstreamkino, das weite Teile der Filmkritik einst, wenn überhaupt dann nur mit spitzen Fingern anfassten. Zwei Filme steuerte Vohrer zur bislang letzten Welle von Ludwig-Ganghofer-Kinofilmen bei. DAS SCHWEIGEN IM WALDE zeigt, dass Vohrer auch im Heimatfilm eigene Akzente setzen kann: Geschickt pendelt der Film zwischen großen Gefühlen und untergründiger Selbstironie. Ernst W. Kalinke, der in den 1960ern diverse Karl-May-Filme fotografierte, erweist sich ein weiteres Mal als der Outdoor-Spezialist unter den deutschen Kameraleuten und fängt die Drehorte im Berchtesgadener Land in spektakulären Bildern ein.

 

13
Okt.
2026
Dienstag, 13. Oktober 2026 21:15
Female Trouble USA 1974, 89 Minuten, OV, digital, Regie: John Waters, Darsteller: Divine, David Lochary, Mink Stole, Mary Vivian

Female Trouble

USA 1974, 89 Minuten, OV, digital, Regie: John Waters, Darsteller: Divine, David Lochary, Mink Stole, Mary Vivian Pearce, Edith Massey

Nachdem ihr an Weihnachten statt High Heels nur Pantoffeln geschenkt werden, verlässt die egozentrische Teenager-Göre Dawn Davenport wutentbrannt das Elternhaus, nur um kurz darauf von einem schmierigen Autofahrer vergewaltigt zu werden. Schwanger und sich mit Kellnern, Tanzen und Einbrüchen über Wasser haltend trifft sie auf das modeschöpferische Ehepaar Donna und Donald Dasher, die in ihr das neue Schönheitsideal sehen: „Crime is Beauty!“ Durch immer kriminellere Handlungen und ihr durch ein Säure-Attentat entstelltes Gesicht steigert sich zuerst Dawns Berühmtheit, doch auf den Höhepunkt ihrer „Karriere“ als Medienstar folgt der Fall …

John Waters rechnet in dieser Groteske schonungslos mit dem „American Way of Life“ ab, genauso wie mit Medienrummel und dem Schönheits- und Schlankheitswahn der It-Girls. Divine ist sogar in einer Doppelrolle zu sehen, da sie nicht nur Dawn verkörpert, sondern auch ihren übergewichtigen Vergewaltiger Earl spielt. Geschmacklos, laut, vulgär und zynisch, bekommt in diesem Film (im wahrsten Sinne des Wortes) jeder sein Fett weg!

 

14
Okt.
2026
Mittwoch, 14. Oktober 2026 21:15
A Chinese Ghost Story Originaltitel: Sin Neoi Jau Wan, Hongkong 1987, 95 Minuten, OmU, 35mm, Regie: Ching Siu-Tung, Darsteller: Leslie

A Chinese Ghost Story

Originaltitel: Sin Neoi Jau Wan, Hongkong 1987, 95 Minuten, OmU, 35mm, Regie: Ching Siu-Tung, Darsteller: Leslie Cheung, Joey Wong, Wu Ma

In den 80er- und 90er-Jahren sorgte das Hongkong-Kino mit schwindelerregender Action und überbordendem Ideenreichtum für enormes internationales Aufsehen. Zu den unvergessenen Meisterwerken dieser goldenen Ära gehören die „Chinese Ghost Story“-Filme, produziert von keinem geringeren als Tsui Hark.

„Ning Tsai-Shen, ein junger Steuereintreiber, wird in einem Bergdorf von der Nacht überrascht und sucht ein billiges Quartier. Er wird zum „Lan Ro“-Tempel geschickt. Doch dieser Tempel ist verflucht. Dort lernt Ning Tsai-Shen eine wunderschöne Frau, Nieh Hsiao-Tsing, kennen, die in Wirklichkeit ein Geist ist und die sich auf die Hochzeit mit einem Höllenfürsten vorbereiten muß. 

Ning verliebt sich in Nieh und versucht mit Hilfe des Schwertkämpfers Yen, sie aus dem Reich der Toten zu holen. Doch dies scheint schwieriger zu sein, als gedacht … (...)

Die Einfälle der Regie würden gut und gerne für drei Filme ausreichen und auch die Vielseitigkeit der hervorragenden Special Effects sucht ihresgleichen. So ist Ching Siu-Tungs Streifen ein Meisterwerk des modernen Phantastischen Films geworden, das mit Sicherheit nicht so schnell vom Thron geholt werden kann." (Frank Trebbin, Die Angst sitzt neben dir) „Der ikonische Klassiker des Fantasy-Kinos made in Hongkong, oft kopiert, nie erreicht.“ (Harald Ladstätter, filmtips.at) „Ein atemberaubendes Kunstwerk!“ (Haiko Herden, Haikos Filmlexikon) „Ching Siu-Tungs Film ist so unbändig und leidenschaftlich erzählt, daß er sämtliche Genre-Grenzen sprengt – oder besser vielleicht: Er kennt diese Grenzen überhaupt nicht.“ (Christian Genzel, wilsonsdachboden.com)

 

15
Okt.
2026
Donnerstag, 15. Oktober 2026 21:15
A Chinese Ghost Story Originaltitel: Sin Neoi Jau Wan, Hongkong 1987, 95 Minuten, OmU, 35mm, Regie: Ching Siu-Tung, Darsteller: Leslie

A Chinese Ghost Story

Originaltitel: Sin Neoi Jau Wan, Hongkong 1987, 95 Minuten, OmU, 35mm, Regie: Ching Siu-Tung, Darsteller: Leslie Cheung, Joey Wong, Wu Ma

In den 80er- und 90er-Jahren sorgte das Hongkong-Kino mit schwindelerregender Action und überbordendem Ideenreichtum für enormes internationales Aufsehen. Zu den unvergessenen Meisterwerken dieser goldenen Ära gehören die „Chinese Ghost Story“-Filme, produziert von keinem geringeren als Tsui Hark.

„Ning Tsai-Shen, ein junger Steuereintreiber, wird in einem Bergdorf von der Nacht überrascht und sucht ein billiges Quartier. Er wird zum „Lan Ro“-Tempel geschickt. Doch dieser Tempel ist verflucht. Dort lernt Ning Tsai-Shen eine wunderschöne Frau, Nieh Hsiao-Tsing, kennen, die in Wirklichkeit ein Geist ist und die sich auf die Hochzeit mit einem Höllenfürsten vorbereiten muß. 

Ning verliebt sich in Nieh und versucht mit Hilfe des Schwertkämpfers Yen, sie aus dem Reich der Toten zu holen. Doch dies scheint schwieriger zu sein, als gedacht … (...)

Die Einfälle der Regie würden gut und gerne für drei Filme ausreichen und auch die Vielseitigkeit der hervorragenden Special Effects sucht ihresgleichen. So ist Ching Siu-Tungs Streifen ein Meisterwerk des modernen Phantastischen Films geworden, das mit Sicherheit nicht so schnell vom Thron geholt werden kann." (Frank Trebbin, Die Angst sitzt neben dir) „Der ikonische Klassiker des Fantasy-Kinos made in Hongkong, oft kopiert, nie erreicht.“ (Harald Ladstätter, filmtips.at) „Ein atemberaubendes Kunstwerk!“ (Haiko Herden, Haikos Filmlexikon) „Ching Siu-Tungs Film ist so unbändig und leidenschaftlich erzählt, daß er sämtliche Genre-Grenzen sprengt – oder besser vielleicht: Er kennt diese Grenzen überhaupt nicht.“ (Christian Genzel, wilsonsdachboden.com)

 

16
Okt.
2026
Freitag, 16. Oktober 2026 21:15
Tanz der Teufel Originaltitel: Evil Dead, USA 1981, 88 Minuten, deutsche Fassung, 35 mm, Regie: Sam Raimi, Darsteller: Bruce Campbell,

Tanz der Teufel

Originaltitel: Evil Dead, USA 1981, 88 Minuten, deutsche Fassung, 35 mm, Regie: Sam Raimi, Darsteller: Bruce Campbell, Ellen Sandweiss, Richard DeManincor

Was für eine fabelhafte Idee: Um ein paar Tage auszuspannen, fährt Ash mit seinen Freunden in eine abgelegene Waldhütte in Tennessee. Im Keller finden sie beim Stöbern ein mysteriöses, verstaubtes Buch und ein altes Tonbandgerät mit Beschwörungsformeln. Es kommt, wie es kommen muss: Nichts ahnend erwecken die Jugendlichen böse Kräfte und müssen sich fortan unter anderem mit besitzergreifenden Dämonen und lüsternen Bäumen herumschlagen.

Nachdem der Film mehrere Jahrzehnte in Deutschland auf dem Index stand und sogar für Erwachsene strengstens verboten war, gab es im Oktober 2016, also vor genau zehn Jahren, endlich die langerwartete Aufhebung der Indizierung. Aus diesem Anlass zeigen wir euch den Kultschocker in ungekürzter Fassung auf großer Leinwand.

 

17
Okt.
2026
Samstag, 17. Oktober 2026 21:15
Tanz der Teufel 2 Originaltitel: Evil Dead II, USA 1987, 84 Minuten, deutsche Fassung, 35 mm, Regie: Sam Raimi, Darsteller: Bruce

Tanz der Teufel 2

Originaltitel: Evil Dead II, USA 1987, 84 Minuten, deutsche Fassung, 35 mm, Regie: Sam Raimi, Darsteller: Bruce Campbell, Sarah Berry, Dan Hicks

Nahezu nahtlos führt der zweite Teil der „Evil Dead“-Trilogie die Handlung des ersten Films fort. Ash, der sich gerade von Teilen seiner Freundin Linda trennen musste, erwacht im Wald und sieht sich nach kurzer Pause erneut dämonischen Kräften gegenüber, die ihm und einigen neuen Mitstreitern den Tag gehörig versauen wollen.

„Die handwerklich routinierte Anhäufung von drastischen Szenen des Horrorfilms, einer Vielzahl von einschlägigen Zitaten und Anflügen makabren Humors kostet Zuschauerängste genüßlich aus und spielt nekrophil und süffisant mit Unappetitlichkeiten und Schreckmomenten.“ (Lexikon des internationalen Films)

Zu sehen in einer seltenen, wenn auch leider zensierten 35mm-Kopie.

 

21
Okt.
2026
Mittwoch, 21. Oktober 2026 21:15
Pecker USA 1998, 87 Minuten, OmU, 35 mm, Regie: John Waters, Darsteller: Edward Furlong, Christina Ricci, Bess Armstrong, Mark Joy,

Pecker

USA 1998, 87 Minuten, OmU, 35 mm, Regie: John Waters, Darsteller: Edward Furlong, Christina Ricci, Bess Armstrong, Mark Joy, Mink Stole

„Seit Peckers Mutter, die in Baltimore ein Modegeschäft für Obdachlose betreibt, ihrem Sohn eine Kamera vom Flohmarkt geschenkt hat, gibts für den Jungen kein Halten mehr: Unablässig fotografiert er, was ihm vor die Linse springt: Ratten, die in der Mülltonne übereinander herfallen, lesbische Stripperinnen, die Menschen in seiner Nachbarschaft und mit Vorliebe seine Freundin Shelley, die in einer Wäscherei arbeitet. Als er die unscharfen Schwarzweißfotos im örtlichen Imbissladen ausstellt, ahnt Pecker noch nicht, dass er in Kürze zum Darling der New Yorker Kunstszene avancieren wird. Doch den einfachen Menschen in Baltimore ist die Umarmung durch die schnöselige Kunstschickeria gar nicht recht ...

„Pecker“ ist ein witziger, erfreulicher und sehr unterhaltsamer Film, der nur ein Manko hat: Er ist zu kurz. Die Romanze zwischen Edward Furlong und Christina Ricci hätte ruhig noch etwas länger dauern können als diesen lustigen Quickie in der Wahlzelle (!). Wahrscheinlich der netteste und schönste John-Waters-Film ever. Außerdem gibt's hier eine der letzten Gelegenheiten, Christina Ricci zu sehen, bevor sie von ihren Agenten gezwungen wurde, magersüchtig zu werden und Mainstream-Rollen anzunehmen.“ (Harald Ladstätter, www.filmtipps.at)

""Pecker" beweist noch deut­li­cher als alle seine bishe­rigen Filme, was eigent­lich schon – läßt man sich nicht von den »Schock­ef­fekten« blenden – in Pink Flamingos (und selbst davor) sichtbar ist: Waters insze­niert keine Freak-Shows, er blickt nicht herab auf »Anders­ar­tige«. Er ist begeis­tert von der Band­breite der Möglich­keiten des Mensch­seins – von denen ihm außer Into­le­ranz keine fremd ist. Und er feiert sie in seinem Werk, das seine Wurzeln in einer sehr tiefen Gutmü­tig­keit hat, auf sympa­thischste Weise.
Mit anderen Worten: Das angeb­liche enfant terrible John Waters ist der letzte große Humanist des ameri­ka­ni­schen Kinos." (Thomas Willmann, wwww.artechock.de)

 

21
Okt.
2026
Mittwoch, 21. Oktober 2026 21:15
Female Trouble USA 1974, 89 Minuten, OV, digital, Regie: John Waters, Darsteller: Divine, David Lochary, Mink Stole, Mary Vivian

Female Trouble

USA 1974, 89 Minuten, OV, digital, Regie: John Waters, Darsteller: Divine, David Lochary, Mink Stole, Mary Vivian Pearce, Edith Massey

Nachdem ihr an Weihnachten statt High Heels nur Pantoffeln geschenkt werden, verlässt die egozentrische Teenager-Göre Dawn Davenport wutentbrannt das Elternhaus, nur um kurz darauf von einem schmierigen Autofahrer vergewaltigt zu werden. Schwanger und sich mit Kellnern, Tanzen und Einbrüchen über Wasser haltend trifft sie auf das modeschöpferische Ehepaar Donna und Donald Dasher, die in ihr das neue Schönheitsideal sehen: „Crime is Beauty!“ Durch immer kriminellere Handlungen und ihr durch ein Säure-Attentat entstelltes Gesicht steigert sich zuerst Dawns Berühmtheit, doch auf den Höhepunkt ihrer „Karriere“ als Medienstar folgt der Fall …

John Waters rechnet in dieser Groteske schonungslos mit dem „American Way of Life“ ab, genauso wie mit Medienrummel und dem Schönheits- und Schlankheitswahn der It-Girls. Divine ist sogar in einer Doppelrolle zu sehen, da sie nicht nur Dawn verkörpert, sondern auch ihren übergewichtigen Vergewaltiger Earl spielt. Geschmacklos, laut, vulgär und zynisch, bekommt in diesem Film (im wahrsten Sinne des Wortes) jeder sein Fett weg!

 

22
Okt.
2026
Donnerstag, 22. Oktober 2026 21:15
Exklusives Überraschungsprogramm zur Einstimmung auf das Festival

Exklusives Überraschungsprogramm zur Einstimmung auf das Festival

23
Okt.
2026
Freitag, 23. Oktober 2026 15:00
Zwei Missionare (Porgi l'altra guancia) Italien, Frankreich 1974 | ca. 93 Min. | deutsche Fassung | 35mm [1.85:1] Regie: Franco Rossi Musik: Guido &

Zwei Missionare

(Porgi l'altra guancia)

Italien, Frankreich 1974 | ca. 93 Min. | deutsche Fassung | 35mm [1.85:1]

Regie: Franco Rossi

Musik: Guido & Maurizio De Angelis

Kamera: Gábor Pogány

Drehbuch: Rodolfo Sonego, Augusto Caminito, Fausto Saraceni, Gianfranco Clerici, Nino Marino

Darsteller: Terence Hill, Bud Spencer, Jean-Pierre Aumont, Robert Loggia, Salvatore Basile

Diese zwei Missionare wollen nicht länger wegsehen, sondern haben beschlossen, gegen die Übel dieser Welt anzugehen. Wenn man ihnen quer kommen will und armen Menschen Unrecht antut, setzen Pater Pedro (Bud Spencer) und Pater Blauauge (Terence Hill) immer auf ein Motto: Voll auf die 12! Die zwei Missionare sollen eigentlich Ungläubige im Urwald Kolumbiens zu Christen bekehren. Doch stattdessen verdienen sie sich ihren Lebensunterhalt als reisende Händler und greifen den durch die Kolonialisierung benachteiligten und verarmten Einwohnern der Gegend unter die Arme. Diese treten dafür aus Dankbarkeit in die katholische Kirche ein, welche allerdings statt mündiger, gut organisierter und selbstversorgender Inseleinwohner lieber unterwürfige und ihren Gott fürchtende Diener hätte. Sie sollten doch bitte mehr wie die Sklaven sein, die Marchese Alfonso (Robert Loggia) auf seine Plantagen prügeln lässt. Und mit dem hat Pater Blauauge noch eine Rechnung offen…

Bud Spencer und Terence Hill, die Idole der heranwachsenden Jugend der 70er- und 80er-Jahre, sind hier im Namen des Herren im Himmel unterwegs. Doch sie legen dessen Wort, ganz nach Vorbild ihrer Vorgesetzten im Vatikan, in ihrem Sinne aus, was nun ganz und gar nicht der Expansion der Glaubensgemeinschaft durch der einer Eroberung gleichenden Missionsarbeit entspricht. Mitfühlend und brüderlich helfen sie den Menschen, sich selbst zu helfen, schlagkräftig verbreiten sie die Botschaft der Nichteinmischung unter den Sklaventreibern und Ausbeutern, hinterlassen dabei auch gerne mal ein Blau am Auge oder eine vorübergehende Auswölbung der Denkmurmel zwischen den Schultern. Sie ecken an, sie sacken ein, sei teilen aus - manchmal Lebensmittel & Werkzeuge, mal auch Backenfutter & Denkanstöße.

Zwei Missionare bietet alles, was wir von unseren Idolen sehen und hören wollen. Davon reichlich und herzhaft, vor herrlich exotischer Kulisse, unterlegt mit der Musik der Gebrüder De Angelis. Natürlich dürfen auch die flotten Sprüche und Lautäußerungen von Thomas Danneberg und Wolfgang Hess nicht fehlen, die unter der Regie von Rainer Brandt ihr Bestes gaben, auch diesen Film in ein unvergessliches Abenteuer des Prügel-Duos Bud Spencer und Terence Hill, mit all seinen Ausrufen und kalauernden One-Linern zu verwandeln, welches auch Jahrzehnte später nostalgische Gefühle und Schenkelklopfer garantiert!

Thomas Hortian

23
Okt.
2026
Freitag, 23. Oktober 2026 17:00
Hörig (Senilità) Italien, Frankreich 1962 | ca. 111 Min. | deutsche Fassung | 35mm [1.66:1] Regie: Mauro Bolognini Musik: Piero Piccioni Kamera:

Hörig

(Senilità)

Italien, Frankreich 1962 | ca. 111 Min. | deutsche Fassung | 35mm [1.66:1]

Regie: Mauro Bolognini

Musik: Piero Piccioni

Kamera: Armando Nannuzzi

Drehbuch: Italo Svevo, Goffredo Parise, Tullio Pinelli, Mauro Bolognini

Darsteller: Claudia Cardinale, Anthony Franciosa, Betsy Blair, Philippe Leroy, Aldo Bufi Landi

Der Junggeselle Emilio, Spross einer ehemals glanzvollen Triester Großbürgerfamilie, wohnt zusammen mit seiner ebenfalls unverheirateten Schwester Amalia. Das ruhige Leben des schüchternen Angestellten gerät aus den Fugen, als er sich in die schöne Arbeitertochter Angiolina verliebt. Da Emilios Werben nie die Grenze unverbindlicher Schwärmerei überschreitet, verlobt sich Angiolina bald mit einem reichen Händler. Emilio fühlt sich vor den Kopf gestoßen und beobachtet, dass hinter der ätherischen Aura seiner Angebeteten nicht die blütenreine Unschuld liegt, die er sich eingebildet hatte. Gleichzeitig treten hinter seiner Schüchternheit immer mehr aggressives Besitzgebaren und wahnhafter Kontrollwahn zutage.

Am 23. September 2025 verstarb eine der letzten noch lebenden weiblichen Ikonen des italienischen Kinos, Claudia Cardinale. Ihren Durchbruch schaffte sie 1960 an der Seite von Marcello Mastroianni in Bel Antonio unter der Regie von Mauro Bolognini, mit dem sie noch drei weitere Langfilme und eine Omnibus-Episode drehte. Das Melodrama Hörig von 1962 ist weniger bekannt als der Bolognini-Cardinale-Film Bel Antonio, aber sehr wohl eine Wiederentdeckung wert und knüpft thematisch an den berühmteren Vorgängerfilm an: es geht um fragile, verunsicherte Männlichkeit in einer Gesellschaft, die von patriarchalem Macho-Denken und finanziellen Eigeninteressen und Zwängen geprägt ist. Wo der „schöne Antonio“ in Konfrontation mit diesen gesellschaftlichen Strukturen scheitert, verwandelt sich der schüchterne, bindungsängstliche Emilio in einen Kontrollfreak, der seine Geliebte, seine Schwester und seinen besten Freund mit sich in einen Abgrund ziehen möchte.

Hörig ist das Portrait eines langweiligen und doch abgründigen Mannes, den man heutzutage wohl als „Incel“ bezeichnen würde. Der Amerikaner Anthony Franciosa mimt ihn (passenderweise!) eher leb- und farblos. Dagegen kann Claudia Cardinale als Angiolina, hier gerade 24 Jahre alt, mit einem feschen Louise-Brooks-Bubikopf schon ihr ganzes Charisma ausspielen. Schauspielerisch wird die Show aber zweifelsohne von Philippe Leroy gestohlen, der Emilios freigeistigen Künstler-Freund Stefano mit unbändiger Energie und unwiderstehlicher Sinnlichkeit mimt sowie von Betsy Blair, die Emilios zutiefst unglückliche Schwester emotional besonders ergreifend darstellt. Die tragische Geschichte einer Liebe, die zu Bitterkeit zerrinnt, präsentieren Mauro Bolognini und Kameramann Armando Nannuzzi in kalt-herbstlichen Impressionen eines Triest, das ganz in Regen, Nebel und dunklen Schatten getaucht ist und dadurch weniger mediterranes Flair als vielmehr „gothic vibes“ verströmt, verstärkt durch die düsteren, beunruhigenden Streicherklänge Piero Piccionis.

David Leuenberger

(WhoKnows Presents)

23
Okt.
2026
Freitag, 23. Oktober 2026 21:15
Die 120 Tage von Sodom (Salò o le 120 giornate di Sodoma ) Italien, Frankreich 1975 | ca. 116 Min. | deutsche Fassung | 35mm [1.66:1] Regie:

Die 120 Tage von Sodom

(Salò o le 120 giornate di Sodoma )

Italien, Frankreich 1975 | ca. 116 Min. | deutsche Fassung | 35mm [1.66:1]

Regie: Pier Paolo Pasolini

Musik: Arnaldo Graziosi, Ennio Morricone

Kamera: Tonino Delli Colli

Drehbuch: Sergio Citti, Pier Paolo Pasolini, Pupi Avati

Darsteller: Paolo Bonacelli, Giorgio Cataldi, Aldo Valletti, Caterina Boratto, Elsa De Giorgi

„This movie is not shocking. It’s worse!“

(Catherine Breillat)

Wie funktioniert eigentlich Faschismus? Dann, wenn man ihn seines glitzernden Führerkults und der durchchoreographierten Aufmärsche, der verführerischen Worte und des kernigen Getöses entkleidet hat, was bleibt dann noch übrig? Die Antwort lautet Gewalt. Grauenhafte, menschenverachtende, zerstörende Gewalt. Die Art Gewalt, die urplötzlich auf einen Menschen einstürzt, die ihn überwältigt, entmenschlicht, und bricht. Ihn vernichtet. Da ist die permanente Überwachung. Das Bestimmen der Sexualpartner. Die vom Herrschenden festgelegte und dabei für alle Beherrschten gültige Definition von Gut und Böse. Die systemische Erniedrigung des Menschen an sich und die Implementierung der Dehumanisierung als staatstragendes Prinzip.

Und nichts anderes ist es, was Die 120 Tage von Sodom zeigt: Was Gewaltherrschaft im Allgemeinen und Faschismus im Besonderen auszeichnet und als unitäres Momentum in sich trägt. Und Pier Paolo Pasolini, Homosexueller und überzeugter Kommunist, und damit per Definition das erklärte Feindbild eines jeden Faschisten, zeigt uns in diesem Film das ungeschönte Bild des Faschismus. Dabei benutzt er dessen eigene Mittel, um das Wesen dieser Herrschaftsform in seiner ganzen, grauenerregenden Direktheit darzustellen. Es gibt keine Hauptdarsteller oder gar Identifikationsfiguren, was die Uniformität des Systems aufzeigt. Die Opfer sind eine mehr oder weniger gesichtslose Masse, die nur durch ihre Qualen differenziert werden können. Die Antagonisten tragen zwar Namen und sind auch durchaus unterschiedlich charakterisiert, treten aber im Wesentlichen als Block auf, als Einheit, die von den Opfern bedingungslosen Gehorsam fordert, während die Kamera mitleidlos und wie ein unbeteiligter Chronist einen Akt des Terrors nach dem anderen dokumentiert. Und das eigene Ende vor Augen opfert das Regime schlussendlich alle ihm folgenden Menschen in einem Taumel zerstörerischer und unmenschlicher Gewalt.

Letzten Endes wird das Ziel der Herrschaftsform Faschismus mit aller Rohheit vor dem Zuschauer ausgebreitet. Es geht um die Auslöschung des Individuums genauso wie um das Ausmerzen zivilisatorischer Errungenschaften. Nur das Ausüben von bedingungsloser Macht unter Einhaltung möglichst effektiven Terrors ist wichtig. Dies, und die Steigerung des persönlichen (Lust-)Gewinns für die Führer.

Genauso wie der Faschismus ist Die 120 Tage von Sodom ein kontroverses, ekelerregendes und widerliches Vermächtnis. Ein Film, der auch heute, nach Cannibal Holocaust und Hostel, nach Inside und High Tension, immer noch zutiefst polarisiert. Einmal im Leben sollte man ihn als Filmfan gesehen haben. Einmal zumindest…

Maulwurf

23
Okt.
2026
Freitag, 23. Oktober 2026 23:30
Black Emanuelle - Stunden wilder Lust (Emanuelle in America) Italien 1977 | ca. 92 Min. | deutsche Fassung | 35mm [1.85:1] Regie: Joe D'Amato

Black Emanuelle - Stunden wilder Lust

(Emanuelle in America)

Italien 1977 | ca. 92 Min. | deutsche Fassung | 35mm [1.85:1]

Regie: Joe D'Amato

Musik: Nico Fidenco

Kamera: Joe D'Amato

Drehbuch: Maria Pia Fusco, Ottavio Alessi, Piero Vivarelli

Darsteller: Laura Gemser, Gabriele Tinti, Roger Browne, Paola Senatore,Lorraine De Selle

In ihrem dritten Abenteuer muss Emanuelle erstmals an ihre Grenzen gehen. In Black Emanuelle – Stunden wilder Lust trifft unbeschreibliche Lust auf grenzenloses Leid. Dabei beginnt alles so harmlos. Wir befinden uns in New York bei einem freizügigen Fotoshooting. Für Emanuelle ist der Big Apple eigentlich Heimat und ein sicherer Hafen. Doch schon ein durch Waffengewalt erzwungener Sexualakt später findet sich unsere hübsche wie neugierige Reporterin bei einem Waffenhändler wieder, der sich einen Harem aus jungen Frauen für jeden Geschmack hält, zu allen Ausschweifungen bereit. Hier setzt Regisseur D'Amato mit dem Ausflug in den Reitstall eine erste Duftmarke seines Willen zum Schock. Es geht weiter zu einer aristokratischen Orgie in der Lagunenstadt Venedig und einem karibischen Luxus-Resort. Zweifelsohne ist das alles ein recht offenherziger Zeitvertreib, bis dann die ganz harten Sachen auf den Tisch kommen...

Das dritte Abenteuer von Laura Gemser als unabhängige und sexuellen Abenteuern nicht abgeneigte Investigativreporterin hüpft mal wieder munter von einer Location zur nächsten. Die Gesichter wechseln, doch unterhalb des Kinns sind alle nackt und dem triebgesteuerten Vergnügen empfänglich. Black Emanuelle – Stunden wilder Lust verheißt uns der Titel und D'Amato, wie sollte es anders sein, ist gewillt zu liefern. Doch geht er hier in der Darstellung physischer Penetration noch einen Schritt weiter, der Film erregt in seiner Verknüpfung von Sex und Gewalt nicht nur die Libido, sondern auch die Gemüter. Tierliebe und Fake-Snuff, ausufernde Orgien und Vergewaltigungsszenarien – der gute Joe lässt hier gewiss nichts anbrennen.

Laura Gemser arbeitet sich in ihrem neuen Fall die gesellschaftliche Leiter hoch. Vom Waffenschieber in der Unterwelt über Aristokraten und hochgestellten Damen mit unbändiger Lust sowie uneingeschränktem Vermögen, um diese zu befriedigen, bis zu den höchsten Stellen der Politik – durch unbedingten Körpereinsatz erreicht sie immer ihr Ziel, deckt jedes Geheimnis, sei es noch zu finster und dreckig, auf. In ihren Nachforschungen beweist das junge Talent unbedingte Hingabe, denn hier heißt es Black Emanuelle – Stunden wilder Lust. Was sie hier auf Zelluloid zu sehen bekommen, wird Sie stimulieren, provozieren, schockieren und schließlich auch elektrisieren. Erleben Sie Erotik und Exotik, Erregung und Ekel, bei uns wird die Leinwand zum Schmuddelheft!

Thomas Hortian

24
Okt.
2026
Samstag, 24. Oktober 2026 14:00
Dracula im Schloß des Schreckens (Nella stretta morsa del ragno) Italien, Frankreich, BRD 1971 | ca. 97 Min. | deutsche Fassung | 35mm

Dracula im Schloß des Schreckens

(Nella stretta morsa del ragno)

Italien, Frankreich, BRD 1971 | ca. 97 Min. | deutsche Fassung | 35mm [2.35:1]

Regie: Antonio Margheriti

Musik: Riz Ortolani

Kamera: Guglielmo & Sandro Mancori, Silvano Spagnoli

Drehbuch: Bruno Corbucci, Giovanni Grimaldi, Antonio Margheriti, Giovanni Addessi

Darsteller: Anthony Franciosa, Michèle Mercier, Klaus Kinski, Peter Carsten, Silvano Tranquilli

Eines schönen Abends trifft der reisende Reporter Alan Foster in einer Schenke auf niemand Geringeren als den berühmten Autoren Edgar Allan Poe. Der etwas derangiert wirkende Poet schildert ihm derart fantastische Geschehnisse, dass der Skeptiker an eine Räuberpistole glaubt. In seiner Ehre gekränkt, geht der Literat mit ihm eine Wette ein, dass er nicht in der Lage wäre, eine Nacht auf dem verfluchten Schloss Blackwood zu verweilen. Vom Ehrgeiz gepackt und von Neugier getrieben willigt Foster ein. Doch in seiner Nachtstätte eingetroffen, muss er feststellen, dass das eigentlich verlassene Gemäuer sich nach Anbruch der Nacht alsbald mit geisterhaftem Leben füllt. Das unglaubliche Schauspiel lässt ihn Zeuge werden vom Treiben übernatürlicher Wesen, gekränkter Seelen und zurückgewiesener Liebschaften, bis ihn die Liebe zur verfluchten Lady Elisabeth nahe an den Abgrund des Wahnsinns geleitet...

Mit Dracula im Schloss des Schreckens wagte sich Antonio Margheriti, seines Zeichens in den 60ern ein Spezialist für Gothic-Horror, vom Stiefel an ein farbiges Remake seines (heute zu den Klassikern des Genres gezählten) Danza macabra von 1964. Dort schlüpfte noch die dunkelhaarige Queen of Gothic Barbara Steele in die Rolle der Lady Elisabeth Blackwood, ihr zur Seite der Franzose Georges Riviére. Die unglückselige Herzensdame in diesem Film wird von der nicht minder bezaubernden Michèle Mercier (rotblond gefärbt) verkörpert, vielleicht einigen auch bekannt aus den fünf Filmen als Romanheldin Angélique oder rachsüchtige Witwe in Robert Hosseins grandiosem Western Friedhof ohne Kreuze. In ein Wechselbad der Gefühle auf dem verwunschenen Schloss begibt sich nun Anthony Franciosa, der ja als Bestseller-Autor in Dario Argentos Tenebrae später der schreibenden Zunft treu bleiben sollte. Klaus Kinski verleiht gerade dem Einstieg des Films eine, wie sollte es anders sein, extravagante Note.

Die Handlung entspinnt auf der Leinwand bald schon eine bunte Zeremonie der sich wiederholenden Geschichte, hier jetzt ja auch im wahrsten Sinne des Wortes, um Eifersucht, Intrigen und unerfüllte Liebe. Dem Zeitgeist angemessen gestaltet sich alles ein wenig freizügiger und in seinen Mordszenen rot-blutig. Verzückt begleitet das Auge die zuerst argwöhnischen, dann zunehmend verwunderten bis ganz verblendeten Beobachtungen des Presse-Literaten, der am Ende kaum weiß, ob er lieber seiner großen Liebe oder den letzten Resten seines Verstandes hinterherjagen soll. Auf jeden Fall ein berauschendes Vergnügen!

Thomas Hortian

24
Okt.
2026
Samstag, 24. Oktober 2026 16:00
Mögen sie in Frieden ruhen (Requiescant) Italien, BRD 1967 | ca. 92 Min. | deutsche Fassung | 35mm [1.85:1] Regie: Carlo Lizzani Musik: Riz Ortolani

Mögen sie in Frieden ruhen

(Requiescant)

Italien, BRD 1967 | ca. 92 Min. | deutsche Fassung | 35mm [1.85:1]

Regie: Carlo Lizzani

Musik: Riz Ortolani

Kamera: Sandro Mancori

Drehbuch: Renato Izzo, Franco Bucceri, Adriano Bolzoni, Armando Crispino, Lucio Battistrada, Adriano Bolzoni, Carlo Lizzani, Pier Paolo Pasolini

Darsteller: Lou Castel, Mark Damon, Pier Paolo Pasolini, Barbara Frey, Franco Citti

Mittels einer List gelingt es George Bellow Ferguson die Bewohner San Antonios kraft seiner Schergen zu massakrieren. Der einzige Überlebende, ein kleiner Junge, wird von einer Wanderpredigerfamilie aufgelesen und nach den Gesetzen der Bibel aufgezogen. Als einige Jahre später deren Tochter Princy fortläuft, um sich einer Tanztruppe anzuschließen, beschließt das mittlerweile zum Manne gereifte Findelkind, Princy zurückzuholen. Der Zufall will es, dass ihn seine Odyssee zu Ferguson, dem Mörder seines leiblichen Vaters, führt.

Carlo Lizzani stand in der Tradition des Neorealimus sowie des Cinema di denuncia, dem Kino der Anprangerung. Seine aus dieser Liaison geschaffenen Werke wirken semidokumentarisch (Die Banditen von Mailand), unverblümt (Straßenmädchen-Report) wie schockierend (San Babila, 20 Uhr: Ein sinnloses Verbrechen).

Wer in Lizzanis Œuvre stöbern mag, wird nebst zuvor genannter Titel zwei Western entdecken, die 1966 an den Kinokassen debütierten. Der passable Eine Flut von Dollars sowie der überragende Mögen sie in Frieden ruhen. Ein außergewöhnlicher Western, der zwei Grundthemen simultan ablaufen lässt: Die Rachestory mit melodramatischen Zügen sowie die politische Allegorie, die sich um das Aufbegehren gegen den Kapitalismus dreht.

Wo Kapitalismus herrscht, ist die Aristokratie nicht weit. Und nicht zuletzt Bram Stoker lehrte uns, dass die Aristokratie das Halbwesen, den Vampir (das Symbol für die Ausbeutung), birgt.

Der Charakter George Bellow Ferguson eint den Aristokraten, den Tyrannen sowie den allegorischen Blutsauger. Er ist der Inbegriff des Kapitalismus. Beruft sich stets auf seinen Adelsstatus und ist nahezu manisch-obsessiv darauf erpicht, seine Souveränität auszuleben, um sich an seiner Selbsterhöhung zu ergötzen - als Herr über Leben und Tod. Verkörpert von einem leichenblassen Mark Damon, der in einen schwarzen Umhang gehüllt (ergo optisch) dem Dracula der Hammer Film Productions deutlich näher ist als dem IW-Schurken.

Leider fiel ein wichtiger Monolog der bundesdeutschen Filmschere zum Opfer, der Fergusons abgrundtiefen Frauenhass fundiert und einhergehend dem filmwissenschaftlichen Evergreen von einer latent vorhandenen Homosexualität (Bellow Ferguson / Dean Light) auf die Sprünge hilft.

Fergusons Gegenspieler ist ein Antiheld, der wider der etablierten IW-Schablonen wirkt. Requiescant genannt, da er die Seelen der Toten mit einem "Requiescat in pace" verabschiedet. Ein seltsamer Heiliger, dessen enorme Fähigkeit mit dem Colt umzugehen, buchstäblich vom Himmel fiel.

Mögen sie in Frieden ruhen ist ein innovativer, intelligenter, politischer wie anklagender Western, der zur Speerspitze des Genres zählt.!

Frank Faltin

24
Okt.
2026
Samstag, 24. Oktober 2026 21:15
The Riffs II – Flucht aus der Bronx (Fuga dal Bronx) Italien 1983| ca. 88 Min. | deutsche Fassung | 35mm [2.35:1] Regie: Enzo G. Castellari Musik:

The Riffs II – Flucht aus der Bronx

(Fuga dal Bronx)

Italien 1983| ca. 88 Min. | deutsche Fassung | 35mm [2.35:1]

Regie: Enzo G. Castellari

Musik: Francesco De Masi

Kamera: Blasco Giurato

Drehbuch: Tito Carpi, Enzo G. Castellari

Darsteller: Mark Gregory, Henry Silva, Giancarlo Prete, Paolo Malco, Antonio Sabato

Die General Construction Company plant den Bau eines luxuriösen Baukomplexes. Infolgedessen soll das erkorene Baugelände, die Bronx, niedergewalzt und deren Bewohner liquidiert werden. Als Trash unter den zahlreichen Toten seine Eltern entdeckt, zwingt ihn der Rachedurst den Überlebenskampf zu forcieren. Um die Erfolgsaussichten zu mehren, koaliert er mit Strike, um den sich die verbliebenen Mitglieder der Bronx-Gangs scharen. Gemeinsam wollen sie den Präsidenten der General Construction Company entführen…

Gemäß Castellari handelt es sich bei The Riffs II – Flucht aus der Bronx um ein Routineprodukt. Fotografiert wurde die Sause on Location, ergo direkt in der Bronx. Und wer sich Fotografien der South-Bronx (frühe 1980er) anschaut, erhält auch postwendend die Bestätigung. Die reinste Trümmerlandschaft für die die Allzweckdiagnose asozial definitiv nicht ausreicht.

Was bedeutet eigentlich der Begriff asozial? Immerhin wurden im NS-Staat ca. zwei Drittel der KZ-Insassen (deutsche Staatsbürger ohne jüdische Herkunft) mit dem schwarzen Asozialen-Winkel gekennzeichnet. Eine genaue Definition des Begriffs konnten die Nazis (trotz des Nachhakens vom zentralen Führungsorgan der NSDAP) jedoch nicht liefern. Folglich blieben die Asozialen nach wie vor nicht eindeutig definierbare Volksschädlinge.

Ähnlich verhält es sich bei The Riffs II – Flucht aus der Bronx. Die Bronx muss geräumt und ihre asozialen Bewohner eliminiert werden – da sie nun mal (nicht eindeutig definierbare) Volksschädlinge sind. Demgemäß zieht die Desinfactation Annihilation Squad unter Leitung von Floyd Wangler (zu deutsch Schwindler, Manipulator) los, um den Genozid zu vollenden. Simultan steuert der Body Count astronomische Werte an. Menschen werden verbrannt, andere erschossen und um einer stillen Massenvernichtungsmethode gerecht zu werden, kommt eine Art Zyklon B zum Einsatz.

The Riffs II – Flucht aus der Bronx rückt keinen seiner Pro- wie Antagonisten in den Mittelpunkt. Auch Trash (die Ikone des Widerstands) ist weit von einer Zentralisierung entfernt. Das ist ein gravierender Unterschied zu The Riffs – Die Gewalt sind wir, der kraft der Zentralisierung seiner Hauptfiguren respektive -charaktere den Rezipienten Identifikations-, Hass- wie Reflektorfigur offeriert. Castellaris Sequel erklärt stattdessen das Spektakel (die Action) zum eigentlichen Star.

The Riffs II – Flucht aus der Bronx (vom Filmdienst als „formal drittklassiges Gewaltkino“ resümiert) setzt da an, wo The Riffs – Die Gewalt sind wir ausklingt. Es regieren Action und Bambule. Es knallt, es brennt, es qualmt, es gibt Tote am Fließband. Auch wenn Castellaris Sequel nicht die Klasse seines Vorgängers erreicht, kann der Film kraft seiner akkurat inszenierter Action, einer starken Zeitlupentechnik sowie einem tollen Francesco De Masi-Score überzeugen. Ohne wenn und aber ein Klassiker des exploitativen italienischen Actionkinos.

Frank Faltin

24
Okt.
2026
Samstag, 24. Oktober 2026 23:15
Zombies unter Kannibalen (Zombi Holocaust) Italien 1980 | ca. 77 Min. | deutsche Fassung | 35mm [1.85:1] Regie: Marino Girolami Musik: Nico Fidenco

Zombies unter Kannibalen

(Zombi Holocaust)

Italien 1980 | ca. 77 Min. | deutsche Fassung | 35mm [1.85:1]

Regie: Marino Girolami

Musik: Nico Fidenco

Kamera: Fausto Zuccoli

Drehbuch: Fabrizio De Angelis, Romano Scandariato

Darsteller: Ian McCulloch, Alexandra Delli Colli, Sherry Buchanan, Donald O'Brien, Dakar

In einem New Yorker Krankenhaus gehören Organ-Diebstähle und Leichenverstümmelung mittlerweile zum Alltag. Doch als ein Krankenpfleger beim Verspeisen eines Herzes ertappt wird und sich im Zuge dessen aus dem Fenster stürzt, ist es für die Anthropologin Lori Ridgeway und Dr. Peter Chandler an der Zeit, die Ermittlungen zu intensivieren. Ihre Recherchen um Kannibalismus und eine Sekte namens Kito führen sie (gemeinsam mit der Reporterin Susan Kelly und deren Freund) nach Indonesien, wo sie bereits schmachtend von Zombies und Kannibalen erwartet werden.

Der rabiate italienische Kannibalenfilm-Output (die Betonung liegt auf rabiat (!), demnach klammere ich den vergleichsweise zahmen Mondo Cannibale von Umberto Lenzi bewusst aus) enterte in der Zeit von 1977 bis 1981 die bundesdeutschen Lichtspielhäuser. Ein überaus populärer Vertreter dieser dereinst von den Amtsgerichten als gewaltverherrlichend sowie sozialethisch desorientierend eingestuften Filme wurde vom Alemannia/Arabella Filmverleih mit dem berühmt-berüchtigten Terminus Zombies unter Kannibalen etikettiert.

Produziert wurde der Zombie-Kannibalen-Hybride von Fabrizio De Angelis und Gianfranco Couyoumdjian, die zuvor schon für die Genreklassiker Nackt unter Kannibalen und Woodoo – Die Schreckensinsel der Zombies als Produzenten agierten und dedizierte Genre-Erfahrungen sammelten, welche sie mehr oder minder erfolgreich in Zombies unter Kannibalen einbrachten.

Nebst untoten und quietschlebendigen Menschenfleischfressern integrierten die Verantwortlichen den Mad Scientist in eine spärliche Handlung (die nichtsdestotrotz als Anlass für möglichst viele sadistisch wie sexuell ambitionierte Set-Pieces ganz und gar ausreicht) und ließen ihn als einen metaphorischen Mengele wirken. Währenddessen klebt die Kamera am Geschehen. Stimmbänder werden durchtrennt, die Schädeldecke aufgetrennt - angenehm geht anders.

Dennoch ist Zombies unter Kannibalen nicht einmal ansatzweise so erschütternd wie Nackt und zerfleischt. Wirkt visuell lang nicht so derbe wie Lebendig gefressen und Die Rache der Kannibalen. Besitzt kein Abenteuerfilmflair wie Die weiße Göttin der Kannibalen und schon gar nicht jenes Sexappeal, das Nackt unter Kannibalen kraft seiner attraktiven Protagonistinnen versprüht. Dennoch ist Zombies unter Kannibalen was Besonderes, denn der Film besitzt neben (s)einem immensen Sleaze-Faktor ein enormes exploitatives Ausmaß und ein nahezu aberwitziges bundesdeutsches Dialogbuch. Das ist ganz und gar nicht negativ gemeint, denn im Ergebnis reflektiert der vorherige Satz nämlich genau das, was diesen berühmt-berüchtigten Genrebastard für uns so attraktiv macht!

Frank Faltin

25
Okt.
2026
Sonntag, 25. Oktober 2026 13:00
Auge um Auge, Zahn um Zahn (Occhio per occhio, dente per dente) Italien, Spanien 1967 | ca. 88 Min. | deutsche Fassung | 35mm [2.35:1]

Auge um Auge, Zahn um Zahn

(Occhio per occhio, dente per dente)

Italien, Spanien 1967 | ca. 88 Min. | deutsche Fassung | 35mm [2.35:1]

Regie: Miguel Iglesias

Musik: Franco Pisano

Kamera: Giuseppe La Torre

Drehbuch: Miguel Iglesias, Mario Colucci, José Antonio de la Loma, Giovanni Simonelli

Darsteller: Giacomo Rossi Stuart, Mónica Randall, Giuliano Raffaelli, Silvia Tortosa, Víctor Israel

Ein internationaler Geldfälscherring überschwemmt die USA mit gefälschten Dollarnoten und gefährdet dadurch massiv die Weltwirtschaft. Während FBI und CIA völlig im Dunkeln tappen, veröffentlicht der Investigativjournalist Jeff Gordon (Giacomo Rossi Stuart) einen Rechercheartikel, in dem er auf einen eklatanten Druckfehler hinweist, anhand dessen die falschen Geldscheine problemlos identifiziert werden können. Diese sensationelle Enthüllungsstory rückt aber nicht nur Jeff Gordon ins Rampenlicht der Öffentlichkeit, sondern setzt auch zeitgleich die Fälscherbande dermaßen unter Druck, dass sie kurzerhand einen renommierten Graveur und dessen Tochter in ihre Gewalt bringen, damit dieser ihnen wiederum neue Banknotendruckplatten für fehlerfreie Blüten herstellt. Bleibt letztlich die Frage, ob es dem hartnäckigen Berichterstatter gelingen wird, die Entführungsopfer unversehrt aus den Fängen der Geldfälscherbande zu befreien?

Obwohl diese spanisch-italienische Koproduktion sämtliche genretypischen Ingredienzien einer Eurospy-Produktion beinhaltet, entpuppt sich Auge um Auge, Zahn um Zahn letztendlich als ein kompromissloser Kriminalfilm, der anstatt eines nonkonformistischen Geheimagenten lediglich einen rastlosen Journalisten als Hauptprotagonist vorzuweisen hat, der aber letzten Endes seinen Kollegen von der Spionage in rein gar nichts nachsteht – denn Jeff Gordon erweist sich als ein chauvinistischer Draufgänger, der, wenn es darauf ankommt, auch knallhart zuschlagen kann. Dementsprechend vielbeschäftigt wirkt der investigative Berichterstatter dann auch den gesamten Handlungsverlauf über, denn soweit er sich nicht gerade mal wieder mit den Schergen einer international operierenden Geldfälscherbande herumschlagen muss, die ihm aufgrund seiner veröffentlichten Recherche über ihr kriminelles Gebaren andauernd ans Leder wollen, jagt er wie von der Tarantel gestochen fast jeder attraktiven Frau hinterher, die nicht bei drei auf den Bäumen ist. Zwischendrin kommt es auch noch zu mehreren Entführungsfällen, die den tobsüchtigen Reporter zusätzlich auf Trab halten. Abgerundet wird die actionreiche Inszenierung mit wilden Verfolgungsjagden durch den Bosporus, schießwütigen Ballerorgien, mehreren Giftpfeilmorden und reizenden Frauen. Unter dem Strich handelt es sich bei Auge um Auge, Zahn um Zahn um einen rasant inszenierten Kriminalfilm, in dem nicht nur raue Sitten vorherrschen, sondern auch sämtliche Bond-Klischees unverhohlen aneinandergereiht werden.

Richie Pistilli

 

25
Okt.
2026
Sonntag, 25. Oktober 2026 15:00
Das Auge des Bösen (Casa d'appuntamento) Italien, Frankreich, BRD | ca. 83 Min. | deutsche Fassung | 35mm [1.66:1] Regie: Ferdinando Merighi Musik:

Das Auge des Bösen

(Casa d'appuntamento)

Italien, Frankreich, BRD | ca. 83 Min. | deutsche Fassung | 35mm [1.66:1]

Regie: Ferdinando Merighi

Musik: Bruno Nicolai

Kamera: Mario Mancini, Gunter Otto

Drehbuch: Paolo Daniele, Marius Mattei, Ferdinando Merighi, Robert H. Oliver, Dick Randall

Darsteller: Anita Ekberg, Rosalba Neri, Peter Martell, Barbara Bouchet, Robert Sacchi

Der Film beginnt mit einer Verfolgungsjagd, die mit einem Freitod vom Eiffelturm endet. Wer aber sich da nun herunterstürzte und warum, wird erst rückblickend aufgedröselt. Der Weg dorthin führt über schöne, über nackte, und auch über tote Leiber. Das erste Opfer findet sich ausgerechnet in der lieblichen Barbara Bouchet, die edelste Prostituierte im Stall der Anita Ekberg als Madame Colette. Der Mord an ihr ruft nicht nur die Polizei in Person von Bogart-Lookalike Robert Sacchi auf den Plan, sondern tritt auch eine Serie von weiteren Morden los. War ihr liebestrunkener Stammkunde der Täter? Bis zur Aufklärung des Falles werden Köpfe rollen - schöne, schuldige und auch rechtsprechende Häupter. Das Auge des Bösen begafft begierig die boshaften French Sex Murders (was für ein poetischer englischer Titel!), die Figuren fallen wie beim Schach eine nach der anderen...

Regisseur Ferdinando Merighi kredenzt dem geneigten Fan hier ein allerfeinstes Potpourri aus Sex und Gewalt, angesiedelt in den schummrigen Ecken von Paris zwischen Nachtclubs und Freudenhäusern. Hier gilt der Sleaze als chic, hier treffen sich finstere Gestalten in sinistrer Runde in halbdunklen Ecken. Neben Barbara Bouchet erfreuen Rosalba Neri, Evelyne Kraft und Puffmutter Anita Ekberg das Auge des schamlosen Voyeurs. In bester B-schundiger Giallo-Manier muss eine nach der anderen ihr unchristliches Leben lassen. Unser erster Verdächtiger ist Peter Martell, im Hinterzimmer treibt sich aber auch der um die Ecke glubschäugende Howard Vernon rum, der zu gerne nur dessen kriminelles Hirn für seine obskuren Experimente in Händen hätte. Dazu kloppen sich nebenher noch Gordon Mitchell, Mike Monti oder Dick Randall um ein wenig Platz im Rampenlicht.

Wenn schon räudig und von niederer Gesinnung, dann lieber geklotzt statt gekleckert, dachte sich Merighi wohl, als er Das Auge des Bösen auf seine Zuschauer niederschauen ließ. Nie sah das Pariser Nachtleben im Rotlichtbezirk schmandiger, aber auch nie bunter und geheimnisvoller aus. Hier werden an einer Ecke Träume wahr, die hinter der nächsten wieder zerplatzen. Untermalt wird dies alles noch von schwungvoller Musik aus der Feder des Maestro Bruno Nicolai, die das rauschhafte, lebendige und von Dekadenz gezeichnete Treiben im Vergnügungsviertel unterstreicht. Da möchte man glatt aufstehen, sich in die Leinwand stürzen, einfach tief in den Sündenpfuhl mit eintauchen.

Thomas Hortian

25
Okt.
2026
Sonntag, 25. Oktober 2026 17:00
Der schwarze Korsar (Il corsaro nero) Italien 1977 | ca. 109 Min. | deutsche Fassung | 35mm [2.35:1] Regie: Sergio Sollima Musik: Guido & Maurizio

Der schwarze Korsar

(Il corsaro nero)

Italien 1977 | ca. 109 Min. | deutsche Fassung | 35mm [2.35:1]

Regie: Sergio Sollima

Musik: Guido & Maurizio De Angelis

Kamera: Alberto Spagnoli

Drehbuch: Sergio Sollima, Alberto Silvestri, Emilio Salgari

Darsteller: Kabir Bedi, Carole André, Mel Ferrer, Dagmar Lassander, Sal Borgese

Der Gouverneur von Maracaibo ist schon ein selten mieses Schwein, aber sein neuer Mann fürs ganz Grobe übertrifft den Gouverneur locker. Gnadenlos schlachtet dieser Eingeborene ab und überzieht das Land mit Terror. Zwei Männer stellen sich ihm entgegen, die beiden brüderlichen Grafen von Ventimiglia, genannt der grüne Korsar und der rote Korsar. Doch die beiden werden hinterhältig ermordet. Da ist aber noch ein dritter Bruder: Emilio, der schwarze Korsar. Und der lässt sich nicht so einfach überwinden. Emilio verpfändet dem Teufel seine Seele und schwört blutige Rache.

In der zweiten Hälfte der 70er-Jahre gab es ein kleines Revival von Piratenfilmen, bedingt durch den Erfolg des Fernseh-Vierteilers Sandokan. Hauptfigur, sowohl bei Sandokan wie auch in den darauf folgenden Filmen wie eben Der schwarze Korsar, war der Inder Kabir Bedi. Ein Mann, dessen äußere Erscheinung ihn bereits zum Prachtbild eines wilden und unbezähmbaren Freibeuters machte, dessen Blick den Geruch von Freiheit und Abenteuer ausstrahlte, und der einfach ein charmant-männliches und starkes Charisma hatte.

In Der schwarze Korsar kann Kabir Bedi nun so richtig vom Leder ziehen. Wild schauen, mit dem Degen oder dem Schwert Bösewichter abmurksen, verwegen schauen, galant sein zu Damen, verträumt schauen, edel und hilfreich tun, abenteuerlustig schauen – was man halt von einem gutaussehenden Korsaren so erwartet. Und nicht nur Kabir Bedi versprüht dabei ein fast unglaubliches Wohlfühl-Feeling, nein der ganze Film ist so! Sei es die erotische Carole André als Südseekönigin, Dagmar Lassander mit roter Perücke als feine Dame mit unfeiner Vergangenheit, oder Sonja Jeannine als edle Wilde im engen Lederanzug. Sogar Sal Borgese und Franco Fantasia sind nicht, wie in vielen Filmen, einfach nur anwesend, sondern haben richtig Text und Action und Screentime und sowas.

Irgendwie erzeugt Der schwarze Korsar beim Anschauen das gleiche Gefühl wie vor ganz vielen Jahren Der rote Korsar mit Burt Lancaster, der Sonntagnachmittag im Fernsehen lief, und Träume von Karibik, Galeonen und Piratenschätzen erweckte. Auch wenn die Rache-Story beim italienischen Film etwas grimmiger ist, die teuflischen Schwüre teuflischer und die Bösewichter um einiges böser sind als 20 Jahre zuvor, hier kehrt ein zelluloidgewordener Jungentraum zurück, der einem nach der Sichtung das Leben mehrere Tage lang ziemlich versüßen kann. Kein Wunder, dass der Film ziemlichen Erfolg hatte. Jack Sparrow? Pff, der hätte gegen den Cavaliere Emilio di Roccabruna, genannt der schwarze Korsar, nicht den Hauch einer Chance. Und seine künstlich aufgeblasenen und hohlen Filme erst recht nicht. Das wahre Abenteuer schippert bei Cartagena durch die Gewässer und kämpft gegen Spanier, Flamen, Falschheit und Langeweile in allen seinen Ausprägungen.

Maulwurf

27
Okt.
2026
Dienstag, 27. Oktober 2026 21:15
A Chinese Ghost Story 2 Originaltitel: Sin Neoi Jau Wan II: Jan Gaan Dou, Hongkong 1990, 103 Minuten, dF, digital, Regie: Ching

A Chinese Ghost Story 2

Originaltitel: Sin Neoi Jau Wan II: Jan Gaan Dou, Hongkong 1990, 103 Minuten, dF, digital, Regie: Ching Siu-Tung, Darsteller: Leslie Cheung, Joey Wong, Wu Ma

Trotz des großen Erfolgs von „A Chinese Ghost Story“ schob man die Fortsetzung nicht schnell hinterher, sondern ließ sich drei Jahre Zeit und bemühte sich um ein sorgfältig inszeniertes, kongeniales Sequel. Auch wenn die Klasse des Vorgängers doch nicht ganz erreicht wird, kann sich „A Chinese Ghost Story 2“ durchaus sehen lassen. 

„Ling Choi Sin (Leslie Cheung) wird für einen gesuchten Verbrecher gehalten und kommt unschuldig ins Gefängnis. Am Abend seiner Exekution zeigt ihm aber sein Zellengefährte einen Fluchtweg nach draußen. Er findet Unterschlupf in einer Ruine einer Villa und trifft dort nicht nur auf den Kämpfer und Magier Tsi Kaui (Jacky Cheung), sondern auch auf eine Widerstandsgruppe, die von den Schwestern Fu Ji Bo (Joey Wong) und Fu Ju Tsi (Michelle Reis) geleitet wird. Fu Ji Bo sieht Siu Seen, der Ling immer noch hinterher trauert, zum verwechseln ähnlich. Außerdem hält ihn die Gruppe fälschlicherweise für einen Gelehrten und so wird Ling unfreiwillig in ihre Absichten hineingezogen. Sie wollen ihren Vater befreien, der vom Kaiser gefangen gehalten wird. Daneben macht aber noch ein Dämon in der Villa und ein mächtiger Priester enorme Probleme ... (…)

Von dem Mangel an charakterlichen Tiefen einmal abgesehen, bietet der Film den gleichen faszinierenden Mix aus verschiedenen Genres und ist ähnlich imposant mit ausgefallenen Licht- und Farbspielen und ungewöhnlichen Kameraperspektiven inszeniert worden.” (Carsten Henkelmann, senseofview.de)

 

28
Okt.
2026
Mittwoch, 28. Oktober 2026 21:15
John Woo's The Killer Originaltitel: Dip huet seung hung, Hongkong 1989, 111 Minuten, OmU (28.10.)/deutsche Fassung (29.10.), digital,

John Woo's The Killer

Originaltitel: Dip huet seung hung, Hongkong 1989, 111 Minuten, OmU (28.10.)/deutsche Fassung (29.10.), digital, Regie: John Woo, Darsteller: Chow Yun-Fat, Danny Lee, Sally Yeh

„The Killer“ gilt vielen als bester Film John Woos, dem Regisseur meisterhafter Actionepen. Nachdem er sich in vielfältigen Genres ausprobierte und sowohl in Kung-Fu- als auch in Wuxia-Filmen, den fernöstlichen, oft fantastischen Schwertkampffilmen, arbeitete und diesen oft bereits seinen Stempel aufdrückte, z. B. die Feindschaft ehemaliger Freunde und elegante Überblendungen, eskalierte Woo erstmals im Finale von „A Better Tomorrow II“ (1987). Es folgte ein so spektakulärer Doppelgipfel seines Schaffens mit „The Killer“ und ein Jahr später „A Bullet in the Head“ (1990) sowie 1992 „Hard Boiled“.

Die Handlung: Jeff, gespielt von Chow Yun-Fat, ist ein Auftragskiller, der versehentlich die Sängerin Jennie blendet. Voller Schuldgefühle bemüht er sich, ihr eine Augenoperation zu finanzieren. Hierzu muss er einen letzten Auftrag annehmen – ein Attentat auf einen Boss der Triaden. Dies bringt die Polizei auf seine Spur, und zu allem Übel wollen sich weitere Triadenanführer an Jeff rächen …

Inspiriert von Hollywood-Melodramen, Regisseur Sam Peckinpah und Alain Delon in „Der eiskalte Engel“, wurzelt der Film nicht nur in Fernost, sondern in Hollywood und Europa. Dies ist entscheidend für die Wirkung des Films: Woo erzählt einen Mythos, verbunden mit religiöser Symbolik, der als „Held in 1000 Gestalten“ weltweit von Zuschauern intuitiv erlebt werden kann. Äußerlich ein formvollendetes Actiondrama, bringt der Film den Zuschauer dazu, archetypische Gefühlswelten zu erleben. Ein Meisterwerk!

 

29
Okt.
2026
Donnerstag, 29. Oktober 2026 21:15
John Woo's The Killer Originaltitel: Dip huet seung hung, Hongkong 1989, 111 Minuten, OmU (28.10.)/deutsche Fassung (29.10.), digital,

John Woo's The Killer

Originaltitel: Dip huet seung hung, Hongkong 1989, 111 Minuten, OmU (28.10.)/deutsche Fassung (29.10.), digital, Regie: John Woo, Darsteller: Chow Yun-Fat, Danny Lee, Sally Yeh

„The Killer“ gilt vielen als bester Film John Woos, dem Regisseur meisterhafter Actionepen. Nachdem er sich in vielfältigen Genres ausprobierte und sowohl in Kung-Fu- als auch in Wuxia-Filmen, den fernöstlichen, oft fantastischen Schwertkampffilmen, arbeitete und diesen oft bereits seinen Stempel aufdrückte, z. B. die Feindschaft ehemaliger Freunde und elegante Überblendungen, eskalierte Woo erstmals im Finale von „A Better Tomorrow II“ (1987). Es folgte ein so spektakulärer Doppelgipfel seines Schaffens mit „The Killer“ und ein Jahr später „A Bullet in the Head“ (1990) sowie 1992 „Hard Boiled“.

Die Handlung: Jeff, gespielt von Chow Yun-Fat, ist ein Auftragskiller, der versehentlich die Sängerin Jennie blendet. Voller Schuldgefühle bemüht er sich, ihr eine Augenoperation zu finanzieren. Hierzu muss er einen letzten Auftrag annehmen – ein Attentat auf einen Boss der Triaden. Dies bringt die Polizei auf seine Spur, und zu allem Übel wollen sich weitere Triadenanführer an Jeff rächen …

Inspiriert von Hollywood-Melodramen, Regisseur Sam Peckinpah und Alain Delon in „Der eiskalte Engel“, wurzelt der Film nicht nur in Fernost, sondern in Hollywood und Europa. Dies ist entscheidend für die Wirkung des Films: Woo erzählt einen Mythos, verbunden mit religiöser Symbolik, der als „Held in 1000 Gestalten“ weltweit von Zuschauern intuitiv erlebt werden kann. Äußerlich ein formvollendetes Actiondrama, bringt der Film den Zuschauer dazu, archetypische Gefühlswelten zu erleben. Ein Meisterwerk!

 

30
Okt.
2026
Freitag, 30. Oktober 2026 21:15
A Chinese Ghost Story 3 Originaltitel: Sin Neoi Jau Wan III: Dou Dou Dou, Hongkong 1991, 108 Minuten, dF, digital, Regie: Ching

A Chinese Ghost Story 3

Originaltitel: Sin Neoi Jau Wan III: Dou Dou Dou, Hongkong 1991, 108 Minuten, dF, digital, Regie: Ching Siu-Tung, Darsteller: Tony Leung Chiu-Wai, Jacky Cheung, Joey Wong

Der würdige Abschluss der Serie.

“Der Buddhisten-Schüler Fong und sein Meister wandern durch die chinesischen Provinzen. Im Tempel der Orchideen wollen die beiden übernachten. Dieser Ort, den selbst die abgebrühtesten Gauner und Halsabschneider meiden, ist jedoch verflucht. In der Nacht läßt der Meister Fong allein. Prompt trifft dieser auf den betörenden weiblichen Geist Lotus. Es kommt, wie es kommen muß: Über kurz oder lang verlieben sich Fong und Lotus ineinander. Doch das Glück währt nur kurz, ist doch Lotus als Braut für einen Höllenfürsten vorgesehen …

Die Geschichte ist bekannt, die Bilder sind jedoch neu und immer wieder umwerfend. Kaum eine Serie des breitgefächerten Horrorgenres hat es geschafft, so lange den gleichen hohen Qualitätsstandard zu halten wie diese hier. Dabei ist es Ching Siu-Tung sogar gelungen, mit Teil III wieder an die lyrische Stärke des ersten Parts anzuknüpfen.” (Frank Trebbin, Die Angst sitzt neben dir)

 

31
Okt.
2026
Samstag, 31. Oktober 2026 21:15
Halloween Double Feature Armee der Finsternis Originaltitel: Army of Darkness, USA 1992, 85 Minuten, dF, digital, Regie: Sam Raimi, Darsteller: Bruce Campbell, Embeth

Halloween Double Feature

Armee der Finsternis

Originaltitel: Army of Darkness, USA 1992, 85 Minuten, dF, digital, Regie: Sam Raimi, Darsteller: Bruce Campbell, Embeth Davidtz, Marcus Gilbert

Ash ist zurück! Diesmal verschlägt es ihn mittels eines Zeittunnels ins Mittelalter, wo er prompt wieder auf Dämonen trifft. Geübt wie er ist, kann er sich quasi mit links verteidigen und wird daraufhin als Auserwählter erkannt, der das Land von den umherstreifenden Untoten befreien soll.

Der dritte Teil kommt weitaus humorvoller und weniger gewalttätig daher, büßt aber dennoch nichts von seinem kultigen Charakter ein. „Mit bemerkenswerter Tricktechnik gedreht, findet der Film zwar keine Distanz zu seinem paranoiden Helden, steigert sich aber durch die comic-artige Inszenierung fast zu einer surrealen Komödie voll von makabrem Humor.“ (Lexikon des internationalen Films)

Tanz der Dämonen

Originaltitel: Demon Wind, USA 1990, 96 Minuten, deutsche Fassung, digital, Regie: Charles Philip Moore, Darsteller: Eric Larson, Francine Lapensée, Bobby Johnston:

Der überraschende Erfolg von „Tanz der Teufel“/“The Evil Dead“ rief auch einige Nachahmer auf den Plan. „Tanz der Dämonen“ war wohl das populärste dieser Rip-offs, schaffte es sogar in die deutschen Kinos und wurde trotz zahlreicher FSK-Schnitte unglaublicherweise bundesweit beschlagnahmt. Das Verbot ist inzwischen aufgehoben, wir zeigen die unzensierte Version.

„Cory Harman, der seit einiger Zeit von Alpträumen geplagt wird, macht sich mit einigen Freunden zur ehemaligen Farm seiner Großeltern auf. Dort, so vermutet er, liegt die dämonische Ursache dafür, daß er nicht mehr schlafen kann. Und so ist es auch: Ein unheiliger Abgesandter des Teufels haust in der alten Farm. Der Tanz der Dämonen kann beginnen …“ (Frank Trebbin, Die Angst sitzt neben dir)

Ein Spektakel voller Splattereffekte, haarsträubender Klischees und schlechter Darsteller. Zu Halloween bestimmt ein kurzweiliger Spaß und eine interessante Zeitreise in die Welt des B-Horrors vor über 35 Jahren.