Fireflash – Der Tag nach dem Ende

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Datum: Freitag, 11. Oktober 2019 21:15

Eintritt:
6 Euro

Fireflash – Der Tag nach dem Ende

OT: 2019: Dopo la caduta di New York, Italien/Frankreich 1983, 89 Min, deutsche Fassung, 35mm, R.: Sergio Martino, D.: Michael Sopkiw, Valentine Monnier, Anna Kanakis, George Eastman

Ein passenderweise im Jahr 2019 spielender Endzeit-Reißer, der zu den besten und phantasievollsten„Mad Max“-Klonen gehört.

Die bösen Euraker haben einen Atomkrieg angezettelt, infolge dessen die Erde radiaktiv verseucht und die wenigen Überlebenden unfruchtbar wurden. Das Menschengeschlecht droht auszusterben. Doch hartnäckig hält sich die Mär, wonach in der Ruinenstadt Manhattan, deren Bewohner vom eurakischen Besatzungsregime aufs Übelste drangsaliert werden, die letzte gebärfähige Frau lebe. Der Endzeitsöldner Flash wird beauftragt, die Frau zu finden, um den Fortbestand der Menschheit zu sichern...

Im Jahr des Herrn 1983 schenkte uns der italienische Regisseur Sergio Martino, bekannt von Giallo-Meisterstücken wie DER KILLER VON WIEN, diesen wundervollen Endzeitkracher (…).

Der Film macht jedenfalls einen Heidenspaß. Natürlich sollte man besser nicht nach Fremdwörtern wie narrativer Stringenz, Logik oder gar Message fragen. Die Aussage des Streifens lautet wohl, dass alle gehörig eins aufs Maul bekommen sollen. Dieses schöne Versprechen wird auch großzügigst eingelöst:

Sergio Martino ist ein routinierter Handwerker, der aus den Actionsequenzen einiges raus holt: Das Tempo stimmt, es gibt riskante Autostunts und spannend choreographierter Zweikämpfe; Flammenwerfer sorgen für heiße Momente, Ratten werden aufgespießt und mutierte Schädel eingeschlagen, so dass auch Splatterfans auf ihre Kosten kommen.

Das Produktionsbudget hat diesen Namen tatsächlich verdient; der Film wirkt vergleichsweise aufwändig, zumindest an Italo-Standards gemessen. Die versierte Kameraarbeit fängt die liebevoll grindige Endzeitkulisse sehr wirkungsvoll ein: Man sieht dem Streifen an, dass er für die große Leinwand produziert wurde.

Natürlich schlägt auch das Trash-O-Meter gehörig aus: In der Filmmitte sorgen Zwerge (!), ein drolliges Affenvölkchen (!!) und eine Dornröschen-artige Frau im Glassarg (!!!) für Kurzweil. Die Bösewichte pendeln outfit-technisch zwischen Eishockeymannschaft und SS-Reiterstaffel. Drehbuchautor Julian Berry beweist geschichtliches Feingefühl und lässt die faschistoiden Schurken von der "totalen Desinfektion" schwadronieren...“

(Harald Ladstätter, www.filmtips.at)

 

 

 

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  • Freitag, 11. Oktober 2019 21:15