Die Mörderklinik

Filme
Datum: Samstag, 24. November 2018 14:00

Eintritt:
6 Euro

Die Mörderklinik
(La lama nel corpo)
Italien/Frankreich 1966 | 87 Min. | deutsche Fassung | 35mm (1:2,35)

Regie: Elio Scardamaglia
Darsteller: William Berger, Françoise Prévost, Mary Young, Barbara Wilson, Philippe Hersent, Harriet Medin, Germano Longo, Massimo Righi
Drehbuch: Ernesto Gastaldi, Luciano Martino
Kamera: Marcello Masciocchi
Musik: Francesco De Masi

Dr. Robert Vance (William Berger) betreibt eine Heilanstalt, in der Patienten mit angeschlagener psychischer Konstitution betreut werden. Da die Einrichtung sehr abgeschieden liegt, sollen seine Schutzbefohlenen von der vorhandenen Ruhe profitieren, jedoch wird durch diese Voraussetzung auch ein unheimlicher Frauenmörder angelockt, der seine Opfer mit einem Rasiermesser tötet. Doch es scheinen sich noch weitere Geheimnisse in dem alten Gemäuer zu verbergen. Aus dem oberen Stockwerk sind sehr beunruhigende Geräusche zu vernehmen. Als man der Sache auf den Grund gehen will, kommt es zu einer schauerlichen Entdeckung. Derweil mordet das Phantom weiter und in der Klinik scheint es von Verdächtigen nur so zu wimmeln... (Prisma)

„Gothic Horror meets Giallo“ heisst die Devise in Elio Scardamaglias „Die Mörderklinik“ aus dem Jahr 1966. Mit der im frühen 19. Jahrhundert angesiedelten Geschichte und einem gotischen Kastell als Schauplatz wähnt man sich rasch in einem Gruselfilm der Hammer Studios; oder noch treffender einem von Antonio Margheriti in Farbe. Oben, versteckt in einer Dachkammer, haust eine unheimliche Frau in Schwarz und auf der Tonspur entfesselt Francesco di Masis klassisch-dramatischer Score eine Schauerfilmatmosphäre wie sie purer nicht sein könnte. Doch wenn schon kurz nach Vorspann ein Rasiermesser im schwarzen Handschuh aufgeklappt wird, eine gewissenlose Femme Fatale ihre erpresserischen Spielchen treibt und sich William Berger, Massimo Righi, Mary Young und Delfi Mauro im gepflegten Whodunit um die Wette verdächtig machen, wird sich in der düsteren Klinik des Dr. Vance auch der geneigte Fan mörderischer Mystery’all italiana schnell heimisch fühlen. Zumal das Drehbuch von niemand Geringerem als Ernesto Gastaldi stammt; der hat bekanntlich von „Der Killer von Wien“ bis „Death Walks at Midnight“ die Geschichten zu gefühlten hundert Giallo-Klassikern geschrieben.

Zwar steht hier noch keine Flasche J&B auf dem Tisch, doch ist der kurz nach dem von Mario Bava eingeläuteten Genre-Urknall „Blood and Black Lace“ entstandene Film ein gediegenes, atmosphärisches Beispiel eines frühen Giallo, der gleichwohl als gotischer Schauerfilm funktioniert.

Christian Ade

 

 

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