Andy Warhol‘s Dracula

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Dienstag, 24. Februar 2026 21:15
                                           Einzelticket: 6 Euro                           

Andy Warhol‘s Dracula

Originaltitel: Blood for Dracula, Italien/Frankreich 1974, 103 Minuten, Deutsche Fassung, digital, Regie: Paul Morrissey, Darsteller: Udo Kier, Joe Dallesandro, Arno Juerging, Vittorio de Sica

Graf Dracula, gespielt von Udo Kier, der krank, geschwächt und von seinem eigenen Vampirismus gezeichnet ist. Er benötigt das Blut junger, sexuell unberührter Frauen, um zu überleben, was ihn zunehmend in groteske, verzweifelte Situationen bringt. Dracula reist mit seinem Diener nach Italien und gerät dort in den Einflussbereich einer aristokratischen Familie. Die Frauen des Hauses werden zu potenziellen Opfern, doch Draculas Obsession mit Jungfräulichkeit, seine körperliche Schwäche und seine paranoide Angst vor Enttarnung unterlaufen ständig seine Machtposition.

Vampirismus erscheint hier nicht als überlegenes, dämonisches Prinzip, sondern als degenerierter, fast lächerlicher Zustand. Der Film ist eine freie, bewusst verfremdete Variation von Motiven aus dem Dracula-Mythos nach Bram Stoker, inszeniert von Paul Morrissey und vermarktet erneut unter dem Namen Andy Warhol. Der Warhol-Bezug fungiert primär als Markenzeichen und Kontext: Factory-nahe Darsteller, provokante Körperlichkeit, Gleichgültigkeit gegenüber klassischer Dramaturgie. Die eigentliche Handschrift ist die des Regisseurs: ein Film, der sich demonstrativ weigert, Horror ernst zu nehmen, und stattdessen dessen Motive durch Camp, Exzess und Wiederholung entkernt. In der filmdienst-Redaktion zeigte man sich jedenfalls begeistert: „(…) abstruse und provokante Mischung aus Horrorfilm, Softporno und politischem Traktat. Die Produktion versucht, nach B-Film-Manier die Klischees des Vampirfilms durch Übertreibung zu ironisieren, ist mit ihren Sex- und Gewaltexzessen aber eher dazu angetan, das Publikum zu vergällen.“

 
 

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