Lucio-Fulci-Überraschungsfilm

Filme
Datum: Freitag, 18. Oktober 2019 20:30

Eintritt:
6 Euro

Lucio Fulci Überraschungsfilm

Italien 1981 | 87 Min. | deutsche Fassung | 35mm (1:2,35)

Regie: Lucio Fulci
Darsteller: Catriona MacColl, David Warbeck, Cinzia Monreale, Antoine Saint-John, Veronica Lazar, Al Cliver
Drehbuch: Dardano Sacchetti, Giorgio Mariuzzo, Lucio Fulci
Kamera: Sergio Salvati
Musik: Fabio Frizzi

Die New Yorkerin Liza Merril (Catriona MacColl) hat das Hotel Zu den Sieben Toren gekauft, welches seit Jahrzehnten leer steht und stark sanierungsbedürftig ist. Bei ihrer Ankunft findet sie bereits Martha (Veronica Lazar) und deren Sohn vor, die ihr beim Reinigen der Innenräume helfen. Einer der am Haus tätigen Handwerker fällt von einem Gerüst an der Außenfassade als er am Fenster plötzlich die Augen einer blinden Frau sieht. Liza ruft den Arzt Dr. John McCabe (David Warbeck) zu Hilfe, der den Mann jedoch nicht retten kann. Auch der Klempner Joe erleidet in den überfluteten Kellern des Hauses einen schrecklichen Tod. Liza begegnet der blinden Emily (Cinzia Monreale), die ihr die Geschichte des Malers Schweick (Antoine Saint-John) erzählt, der vor 100 Jahren im Hotel ermordet und im Keller an die Wand genagelt wurde. Sie rät ihr, das Hotel aufzugeben, da es sich auf einem der Sieben Tore zur Hölle befindet. Liza vertraut sich McCabe an, der ihr anfangs nicht glaubt und sie schließlich gar für verrückt hält als er herausfindet, dass Emily anscheinend gar nicht existiert. Doch auch er wird schließlich Teil des Schreckens als die Toten in seinem Krankenhaus wieder zum Leben erwachen. (Gerald Kuklinski)

Neben dem kontrovers diskutierten „Ein Zombie hing am Glockenseil“ ist dies wahrscheinlich der bekannteste Film der italienischen Regie-Legende Lucio Fulci. Noch viel mehr als in eben genanntem Horrorklassiker verlässt der „Godfather of Gore“ hier die ausgetretenen Pfade konventioneller Erzählstrukturen und zeichnet stattdessen ein surreales Alptraumgemälde auf die Leinwand, wie der geneigte Genrefan es noch nie zuvor gesehen hatte. Jegliche Kontinuität verleugnend ordnet der Film seine Szenen wie zu einem bluttriefenden Grusel-Mosaik an und schwelgt dabei ständig in einer Aura des Bizarren und Entrückten. Dass es im Verlauf des Films zunehmend schwerer wird, einen roten Handlungsfaden auszumachen, ist in diesem Fall keineswegs ein Makel, unterstreicht die Abwesenheit konventioneller Dramaturgie doch nur die mystische Alptraumhaftigkeit dieser Zombie-Invasion.

Bei der Heftigkeit der Splatter-Effekte, die Fulci hierbei auf sein Publikum loslässt, ist es natürlich kaum eine Überraschung, dass der Film in einigen Ländern große Schwierigkeiten mit den örtlichen Zensurbehörden bekam. 1998 hat Quentin Tarantino, ein glühender Verehrer des Streifens, ihn in den USA allerdings wieder vollständig restauriert und mit seinem Label „Grindhouse Releasing“ in einer ungeschnittenen Fassung veröffentlicht. Auch im Kommkino ist die komplett unzensierte Version in einer raren, gut erhaltenen 35mm-Kopie zu sehen.

Inkl. Buchvorstellung "Fulci. - Filme aus Fleisch und Blut" und einer Einführung von Pelle Felsch und Dr. Marcus Stiglegger.

 

 

 

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  • Freitag, 18. Oktober 2019 20:30