68. TUESDAY TRASH NIGHT: Christmas Evil

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Dienstag, 20. Dezember 2022 21:15
                                           Eintritt: 6 Euro                           

USA 1980, 100 Min., dF, digital, R.: Lewis Jackson, D.: Brandon Maggart, Jeffrey DeMunn, Dianne Hull

Dieses Weihnachten macht der Weihnachtsmann alle glücklich: die Kinder und auch die Erwachsenen. Allerdings entpuppt es sich für den kleinen Harry als traumatisches Ereignis, als er zusehen muss, wie der Weihnachtsmann seine Mutter glücklich macht. Später arbeitet er als aufopferungsvoller Mitarbeiter in einer Spielzeugfabrik. Eines Weihnachtsabends holen ihn seine Erinnerungen ein. Er verkleidet sich selbst als Santa und er zieht los, um seine mit Rache gefüllten Päckchen an die bösen Menschen zu verteilen.

„Christmas Evil“ grenzt sich von billigen Psycho-Slashern ab, indem er dem mörderischen Santa Zeit gibt, seinen Charakter zu entwickeln. Dieser wird gespielt von einem damals noch recht unbekannten Brandon Maggart („Sesamstraße“), der jedoch seine Enttäuschung und seinen Hass auf die Menschen überzeugend rüberbringt. „Surprisingly intelligent and gripping.“ (TV Guide)

"Warum dieser Film kein heiß und innig geliebter Klassiker von Freunden düsterer Serienmord-Thriller ist, ist mir ein Rätsel. Liegt es vielleicht daran, dass allzu viele seiner potenziellen Verehrer ihn aufgrund seines weitaus bekannteren Titels CHRISTMAS EVIL für bloß einen weiteren Slasherfilm mit Weihnachtsbezug gehalten und deshalb gemieden haben? Ich gebe zu, auch selbst auf die Suggestionen von Titel und DVD-Cover hereingefallen zu sein, hätte auch nichts gegen eine SILENT NIGHT, DEADLY NIGHT-Variante gehabt, wurde so aber völlig auf dem falschen Fuß erwischt und mehr als positiv überrascht. Puh, was für ein finsteres kleiner Bastard!
(...)
YOU BETTER WATCH OUT/CHRISTMAS EVIL kann sich ganz auf seinen großartigen Hauptdarsteller verlassen, der im letzten Drittel, unter Rauschebart und Mütze verborgen, fast ausschließlich mit seinen Augen arbeitet, zeichnet dessen graduellen Abstieg in den Wahnsinn mit großer Ruhe und einem wachsamen Blick für wirkungsvolle Details und die dem Stoff inhärente Tragik und Komik nach. Die tolle Fotografie kontrastiert abgeschmackten Weihnachtskitsch mit urbaner Tristesse, wirklich sympathische Figuren gibt es nicht, am Ende wird der zum Mörder gewordene Harry von einem aufgebrachten Lynchmob mit Fackeln durch die Straßen gehetzt wie Frankensteins Monster. Aber es gibt ein Happy End für ihn: Als er mit seinem Lieferwagen durch eine Absperrung kracht, stürzt sein Wagen nicht etwa den Abhang hinunter, sondern startet durch zum Mond wie der Schlitten seines großen Vorbilds. Ganz, ganz groß." (Oliver Nöding, Remember It For Later)

 

 
 

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  • Dienstag, 20. Dezember 2022 21:15