60. TUESDAY TRASH NIGHT:

Tammy and the T-Rex

USA 1994, 82 Min, OV, digital, R.: Stewart Raffill, D.: Denise Richards, Theo Forsett, Paul Walker

Eigentlich führt das beliebte High-Scool-Girly Tammy das perfekte Teenager-Leben: Sie ist jung, gut aussehend und mit dem heißesten Typen der Schule zusammen. Dass da der eifersüchtige und nicht weniger coole Schulschläger nicht weit sein kann, dürfte klar sein. Um seinen verhassten Nebenbuhler Michael loszuwerden, schmeißt er ihn kurzerhand zu den gefräßigen Löwen ins Wildgehege. Das überlebt natürlich keiner. Doch zum Glück gibt es den verrückten Professor, der in einem T-Rex-Körper das passende Vehikel für Michaels noch funktionierendes Gehirn findet. Offensichtlich ist Tammy vorerst alles andere als begeistert Ihren Freund im Körper eines Reptils aus der Kreidezeit wiederzufinden. Doch dann nehmen die Dinge ihren unerwarteten Lauf.

Dass unsere längst ausgestorbenen Landwirbeltierfreunde nicht mehr nur bei Kindergartenkindern ein großes Thema sind, belegen aktuelle Trends. Auch wir können uns dem aktuellen Dinosaurier-Hype nicht verwehren. Und so haben wir ein ganz besonderes Fossil aus den 90ern ausgegraben. Stewart Raffill (u. a. Passagier 57) verwebt hier gekonnt die dramatischen Elemente einer jungen Liebe mit dem Frankenstein-Motiv, das hier in ganz besonderer Form ausgeprägt dargestellt wird.

"Ich bin nicht überrascht, dass die meisten Menschen diesen Film nicht verstehen." - Aizyk

 

Filme

Braindead

Neuseeland 1992, 94 Minuten, deutsche Fassung, 35mm, Regie: Peter Jackson, Darsteller: Timothy Balme, Diana Penalver, Elizabeth Moody

Lionels Mutter wird vom seltenen Rattenaffen gebissen, woraufhin sie sich in einen blutgierigen, fresssüchtigen Zombie verwandelt und mit ihr jeden, den sie ebenfalls beißt. Doch Lionel versucht, seine Familie zu beschützen, und sperrt jeden, der gebissen wurde, in den Keller ein – bis sich, auch der Umtriebe des gierigen Onkels Les geschuldet, die Misere nicht mehr verbergen lässt.

Bevor Peter Jackson mit „King Kong“ und der „Herr der Ringe“-Trilogie im Blockbuster-Kino Fuß fassen konnte, schuf er in Neuseeland einige erfrischende Horrorkomödien, von denen „Braindead“ die bekannteste und in Deutschland aufgrund von Zensurmaßnahmen die berüchtigtste ist. Dabei sollte sich der Schaden für Erwachsene in Grenzen halten, der Film ist nichts weiter als eine Zombie-Horrorkomödie – aber eine verdammt gute! Zu Recht ein ganz großer Kultfilm des Genres.

Wir zeigen als Zeitdokument die zeitgenössische deutsche Kinofassung, die stark zensiert ist, aber immer noch den wilden, schwarzen Humor des Originals erahnen lässt. Auf Video musste der Film in Deutschland dann noch mehr Federn lassen.

 

Occupied Cinema

Originaltitel: Okupirani bioskop, Kroatien/Serbien 2018, 87 Minuten, Serbisch mit englischen Untertiteln, digital, Regie: Senka Domanovic

Ein Dokumentarfilm, der still beobachtet: „Occupied Cinema“ begleitet über einen längeren Zeitraum die Guerilla-Übernahme und Besetzung des Zvezda-Kinos in Belgrad. Das Kino wurde an einen Privatinvestor verkauft, die Schließung droht. Eine Allianz aus Künstlern, Aktivisten und Mitarbeitern des Kinos haben sich für einen gemeinsamen Traum und ein gemeinsames Ziel zusammengefunden. Doch der kollektive Aktivismus stellt auch Fragen und birgt Konflikte, denn wie die Zukunft gestaltet werden soll, darüber sind sich die Aktivisten nicht einig. Und der Film zeigt dann auch die Diskussionen und Auseinandersetzungen innerhalb der Gruppe. Die Regisseurin Senka Domanovic sagt dazu: „Die Besetzung des Kinos war eine Gelegenheit, zusammenzukommen, sich selbst zu organisieren und eine in sich geschlossene Mikroökonomie zu verwalten, die Marktlogik im Wesentlichen zu umgehen und sich vom ideologischen Apparat des Staates zu lösen. Einen Moment später brach alles zusammen.“