Zum 75. Geburtstag: Takeshi-Kitano-Special

Zatoichi – Der blinde Samurai

Japan 2003, 116 Minuten, dF (24.05.)/OmeU (28.05.), 35mm, R.: Takeshi Kitano, D.: Takeshi Kitano, Tadanobu Asano, Michiyo Osoku

„Japan im 19. Jahrhundert: Der blinde Zatoichi zieht durch die Lande, um seine Dienste als Masseur anzubieten. Doch hinter seinem unscheinbaren Äußeren verbirgt sich ein wahrer Schwertmeister, der eine versteckte Klinge in seinem Blindenstock mit sich führt. Durch sein einziges Laster, dem Glückspiel, gerät er schon bald inmitten eines Bandenkrieges zwischen zwei rivalisierenden Gangs.“ (ofdb.de)

Kult-Japaner Takeshi Kitano einmal mehr als wortkarger cooler Killer, hier im Historiengewand mit humoristischen Brechungen, die auch durch die House- und Hiphop-Musik mit passenden Steptanzeinlagen gegen Ende des Films erzeugt werden. Ein Film, der die Vielseitigkeit Kitanos beweist: In allen Funktionen, die er vor und hinter der Kamera ausführte, zeigt er große Virtuosität. Das gilt auch für das extreme Farb-Downgrading, das zur Entstehungszeit sehr modern und beliebt war.

 

Mutant – Das Grauen aus dem All

OT: Forbidden World, USA 1982, 82 Minuten, deutsche Fassung, 35mm, R.: Allan Holzman, D.: Jesse Vint, Dawn Dunlap, June Chadwick

Der Weltraum-Haudegen Mike Colby wird in eine Forschungsstation auf dem entlegenen Planeten Xarbia abkommandiert, wo Wissenschaftler nach einer Lösung für die intergalaktische Ernährungskrise suchen. Das Ergebnis dieser Suche ist Subject 20, ein durch Genexperimente mit einem außerirdischen Mikroorganismus entstandener Mutant, der jedoch außer Kontrolle geraten ist.

Nach dem italienischen „Alien“-Klon „Astaron – Brut des Schreckens“ folgte ein Film aus der Roger-Corman-Schmiede: Im Eiltempo von 20 Tagen mit einem Minibudget realisiert, ist „Mutant – Das Grauen im All“ ein bizarrer kleiner Film, der die unterschwellige Sexualität von Ridley Scotts „Alien“ auf den Siedepunkt erhitzt und in einen dampfenden Sleaze-Eintopf verwandelt. Dabei versteht sich Regisseur Allan Holzman durchaus in der Erzeugung einer außerweltlichen und geradezu halluzinatorischen Stimmung. Dass bei den Effekten und Bauten Schmalhans Küchenmeister war, tut dem Gelingen keinen Abbruch, im Gegenteil: Die aus der Not geborenen Designs kann man heute als „Steampunk meets Camp“ bezeichnen. Ein herrliches „Alien“-Plagiat mit allem, was dazu gehört. Bizarre Mutanten, blutige Effekte, psychedelische Optik, dumme Sprüche, nackte Tatsachen und ein 80er-Synthie-Score.

 

100 Jahre Nosferatu: Wir erinnern an die Uraufführung des Originals ...

Nosferatu – Phantom der Nacht

Deutschland/Frankreich 1979, 107 Minuten, deutsche Fassung, digital, Regie: Werner Herzog, Darsteller: Klaus Kinski, Isabell Adjani, Bruno Ganz

Am 4. März 1922 wurde „Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens“ in Berlin uraufgeführt. Das KommKino zeigt „Nosferatu – Phantom der Nacht“, Werner Herzogs Hommage an den berühmten Stummfilm – mittlerweile selbst ein Klassiker.
Der Makler Harker soll den Kauf eines Haues in Wismar abwickeln. Kunde ist der wohlhabende Graf Dracula in Transsylvanien. Harkers anstehende Reise zur Vertragsunterzeichnung behagt Harkers Frau Lucy überhaupt nicht. Im Schloss angekommen, berauscht sich Dracula an Harkers Blut. Dracula ist offensichtlich ein Vampir, der es nun auch auf Lucy abgesehen hat. Mit dem Boot macht er sich auf den Weg – und bringt die Pest nach Wismar.

„Beeindruckende (…) Neuverfilmung von Werner Herzog, der hier neben der Hommage an sein Vorbild Murnau konsequent die im eigenen Werk angelegte Außenseiterthematik und seine romantische Naturauffassung auf einem hohen formalen Niveau weiterverfolgt. Herausragend: Klaus Kinski in der Titelrolle.“ (Lexikon des internationalen Films)

 

Oi! Warning - Leben auf eigene Gefahr

Deutschland 1999, 90 Minuten, deutsche Fassung, 35mm, R.: Ben Reding, Dominik Reding, D.: Sascha Backhaus, Simon Goerts, Sandra Borgmann, Jens Veit

Der 17-jährige Janosch reißt von zu Hause aus. Sein langjähriger Freund Koma lebt in Dortmund. Dieser ist mittlerweile Kickboxer und bekannt in der Skinhead-Szene. Janosch zieht bei ihm und seiner schwangeren Freundin ein und wird in die Szene eingeführt. Es folgen Skinhead-Rituale, Konzerte, Besäufnisse und Schlägereien, die Janosch aber bald langweilen. Er lernt den Punk Zottel kennen. Dieser lebt auf einem Bauplatz und lebt von Akrobatik und Feuerschlucken. Janosch ist von der gegensätzlichen Lebensweise beeindruckt - und beide verlieben sich ineinander. Als Koma davon erfährt, eskaliert die Situation.

Für die Dreharbeiten wurden Darsteller aus der Punk- und Skinhead-Szene gecastet, und es wurde intensiv innerhalb der Subkulturen recherchiert. Der Streifen, komplett in s/w gedreht, überrascht mit einem teilweise experimentellen Umgang mit Bildern und Tönen. „In krassem Naturalismus ohne jede Beschönigung der jeweiligen Szenen illustriert der hervorragend fotografierte Film die fatalen Sackgassen eines kollektiven Wahns, der sich in Hass und Zerstörung entlädt und damit jede Form jugendspezifischer Rebellion sprengt. Ein sperriger, „unbequemer“ und schmerzhafter Film über Heimatlosigkeit und Orientierungslosigkeit; vehement gespielt und kraftvoll inszeniert.“ (Lexikon des internationalen Films)

 

Zum 75. Geburtstag: Takeshi-Kitano-Special

Zatoichi – Der blinde Samurai

Japan 2003, 116 Minuten, dF (24.05.)/OmeU (28.05.), 35mm, R.: Takeshi Kitano, D.: Takeshi Kitano, Tadanobu Asano, Michiyo Osoku

„Japan im 19. Jahrhundert: Der blinde Zatoichi zieht durch die Lande, um seine Dienste als Masseur anzubieten. Doch hinter seinem unscheinbaren Äußeren verbirgt sich ein wahrer Schwertmeister, der eine versteckte Klinge in seinem Blindenstock mit sich führt. Durch sein einziges Laster, dem Glückspiel, gerät er schon bald inmitten eines Bandenkrieges zwischen zwei rivalisierenden Gangs.“ (ofdb.de)

Kult-Japaner Takeshi Kitano einmal mehr als wortkarger cooler Killer, hier im Historiengewand mit humoristischen Brechungen, die auch durch die House- und Hiphop-Musik mit passenden Steptanzeinlagen gegen Ende des Films erzeugt werden. Ein Film, der die Vielseitigkeit Kitanos beweist: In allen Funktionen, die er vor und hinter der Kamera ausführte, zeigt er große Virtuosität. Das gilt auch für das extreme Farb-Downgrading, das zur Entstehungszeit sehr modern und beliebt war.

 

Filme

Cannibal Man

OT: La semana del asesino, Spanien 1972, 98 Minuten, deutsche Fassung, 35mm, R.: Eloy de la Iglesia, D.: Vicente Parra, Emma Cohen, Eusebio Pnoncela

„Der junge Marcos ist Arbeiter in einer Konservenfabrik, die unmittelbar mit einem Schlachthof verbunden ist. Dort erlebt Marcos Tag für Tag die blutige Atmosphäre des Tötens. Er watet durch ein Meer aus Blut, schlachtet, teilt und weidet Tiere, und er entwickelt eine tägliche Routine im Auslöschen existierenden Lebens. Eines Tages wird er gemeinsam mit seiner Freundin nach einem abendlichen Trip aus dem Taxi geworfen, und nach einem heftigen Streit ermordet er den Taxifahrer. Seine Freundin kann den Tod des Mannes nicht verschweigen und möchte sich der Polizei anvertrauen, doch damit unterzeichnet auch sie ihr Todesurteil. Vollkommen aus der Bahn geworfen, entwickelt sich Marcos vom einfachen Arbeiter zu einer mordenden Bestie in Menschengestalt, und immer mehr Menschen fallen seinem Handwerk des Schlachters zum Opfer. Doch Marcos muss einen Weg finden, die Leichen zu beseitigen - und die Lösung ist einfach, aber schockierend!

Mit „Cannibal Man“ liegt nahezu ein Paradebeispiel dafür vor, wie irreführend mancher Filmtitel doch sein kann.“ (ofdb.de) Mit Kannibalismus hat dieses Werk nämlich nichts zu tun, obwohl es ein paar für damalige Verhältnisse schockierende Sequenzen enthält.
Tatsächlich ist „Cannibal Man“ eine beklemmende, formal brillante psychologische Studie. Lediglich das von der Zensur des faschistischen Franco-Regimes erzwungene Ende überzeugt nicht ganz. Ansonsten ein unbedingt sehenswertes, leider etwas in Vergessenheit geratenes Meisterwerk.

 

Die 120 Tage von Sodom

OT: Salò o le 120 giornate di Sodoma, Italien 1975, 113 Minuten, deutsche Fassung, digital, R.: Pier Paolo Pasolini, D.: Paolo Bonacedlli, Giorgo Cataldi, Aldo Velletti

Im März wäre Pier Paolo Pasolini 100 Jahre alt geworden. Leicht verspätet würdigen wir den italienischen Filmemacher mit "Die 120 Tage von Sodom“.

Vier Vertreter eines faschistischen Staates haben sich auf ein Anwesen zurückgezogen, auf dem sie an entführten jungen Frauen und Männern jede Form der Perversion ausleben - bis zum unvermeidlichen bitteren Ende.

Frei nach Marquis de Sade erzählt Pasolini eine Geschichte um Macht, Moral, Politik, Gesellschaft und Perversion, die selbst nach heutigen Maßstäben verstörend auf den Zuschauer wirkt. Ein Film, der heute noch den Zuschauer unangenehm berührt im Kinosessel zurücklässt und dessen Zensurgeschichte jeden Rahmen sprengen würde - ebenso wie Pasolinis mysteriöser Tod kurz nach den Dreharbeiten. Ein Meisterwerk, nach wie vor die wohl beste filmische Auseinandersetzung mit dem Faschismus. Und ein Film, den man mindestens einmal im Leben gesehen haben sollte.

 

 

Prince: Sign O’ The Times

USA 1987, 85 Minuten, engl. OV, 35mm, R.: Prince, Albert Magnoli

„Zwei Stunden entfesselter Perfektion“, so urteilte die Pariser Tageszeitung „Le Matin“ über Prince‘ Performance zum Abschluss seiner Europatournee 1987. Vor einem völlig aus dem Häuschen geratenen Publikum entert der Ausnahmekünstler an drei Abenden im Rotterdamer Sportpaleis Ahoy die Bühne. Im Gepäck: 13 fantastische Songs, elf davon aus seinem damals neuen Über-Album „Sign O‘ The Times“, und seine Konzert-Begleitung Sheila E., Boni Boyer und Cat. Die Energie dieser legendären Gigs lässt der Kult-Künstler aus Minneapolis auf Film bannen und reichert sie mit später ergänzten Szenen und Choreografien an. So entsteht einer der faszinierendsten Konzertfilme aller Zeiten, den das KommKino in einer originalen 35-Millimeter-Kopie auf die Leinwand zaubert.

POPCore!

Unter dem Label „POPcore!“ zeigen wir einmal im Monat einen Musikfilm in unserem Saal. Dabei flimmern sowohl klassische Konzertfilme als auch Dokus und Spielfilme über die Leinwand. Und auch hinsichtlich des Musikgenres setzen wir uns keine Grenzen. Metaller kommen ebenso auf ihre Kosten wie Freunde elektronischer Musik, Punks treffen auf Hip-Hopper, Mods auf Rocker.

 

Der Mond in der Gosse

OT: La Lune dans le caniveau, Frankreich 1983, 137 Minuten, deutsche Fassung, 35 mm, Regie: Jean-Jacques Beineix, Darsteller: Nastassja Kinski, Gérard Depardieu, Victoria Abril

„Ein junger Mann aus ärmlichen Verhältnissen verliert seine Schwester. Sie durchschnitt sich die Pulsadern nach den traumatischen Folgen einer Vergewaltigung. Er wird sich auf die Suche nach dem Täter machen und beginnt aus Verzweiflung, jeden zu verdächtigen. Eines Tages trifft er Loretta, die aus der Oberschicht stammt und sich auf der Suche nach neuen Erfahrungen („another World“) in schäbigen Vierteln herumtreibt. Es entwickelt sich eine kuriose Liebesbeziehung …

Beineix kreiert einen Traum, der aus flackernden Lichtern und „hyperrealen“ Orten besteht. Die Menschen befinden sich in rein künstlichen Umgebungen und können sich sicher sein, dass unter der gelackten Oberfläche fast alles verschwindet.“ (ofdb.de)
Kultfilm! Vor allem aber ein Film der Schauwerte. „Der Mond in der Gosse“ war das zweite Werk von Regisseur Beineix nach „Diva“. Er dem „Cinéma du look“ zuzuordnen: Die Kamera scheint durch die Sets förmlich zu schweben, überall dringt Rauch durch das Neonlicht.

 

Analog-Premiere in Nürnberg

Licorice Pizza

USA 2021, 133 Minuten, engl. OV, 35 mm, Regie: Paul Thomas Anderson, Darsteller: Alana Haim, Cooper Hoffman, Sean Penn

Im kalifornischen San Fernando Valley des Jahres 1973 entwickelt sich zwischen der Mittzwanzigerin Alana und dem Teenager Gary eine ungewöhnliche Freundschaft. Doch inmitten des alltäglichen Trubels zwischen Gelegenheitsjobs und Schauspielkarriere, Freunden und Politik, Vinyl und Super 8 entstehen mit der Zeit auch intensivere Gefühle …

Vier Jahre nach seinem oscarprämierten Meisterwerk „Der seidene Faden“ kehrt Meisterregisseur Paul Thomas Anderson („Magnolia“) auf die große Leinwand zurück. In der Coming-of-Age-Romanze Licorice Pizza erzählt er diesmal von der Liebe, und er nimmt das Publikum mit auf eine Reise zurück in die Siebziger.

Selbstverständlich zeigen wir diesen Film stilecht auf einer raren 35mm-Kopie!