48. Tuesday Trash Night: Samurai Cop

USA 1991, 96 Min, deutsche Fassung, digital, Regie: Amir Shervan, Darsteller: Robert Z'Dar,Mathew Karedas, Janis Farley

Von japanischen Meistern zum Samurai ausgebildet, kehrt der Polizist Joe Marshall zurück nach Los Angeles. Dort stellt er sich mit seinem Kollegen Frank Wahington einer abtrünnigen Yakuza-Bande entgegen. Skrupellos und ohne Gnade ist diese Gang dabei, den Drogenhandel in der Stadt der Engel zu übernehmen. Schnell entfaltet sich eine wilde Verbrecherjagd mit actionreichen Schusswechseln, japanischen Schwertern und knisternder Erotik.

Auch der katholische Filmdienst kann diesem launigen Streifen einiges abgewinnen und formuliert dies mit den positiven Worten: "Schund wie dutzendfach gehabt. Ungewöhnlich ist allenfalls die widerwärtige Form der Darstellung: krasse Brutalität im Wechsel mit aufdringlichem Sex. -Wir raten ab."

"Hier (ist) alles wahnsinnig komisch und nie kommt Langeweile auf. Dabei sollte ein dermaßen unfähig zusammen geklöppelter Film nicht so gut unterhalten dürfen. Tut er aber und so gibt es eine dicke Empfehlung, auch wenn es ein wirklich schlechtes und nicht entschuldbares Stück Filmgeschichte ist." (tofunerdpunk)

 

Filme

Das Zeichen
Niederlande 1992, 103 Min., deutsche Fassung, 35mm, R.: Rudolf van den Berg, D.: Monique van de Ven, Esmée de la Bretonière, Keneth Herdigein

„Die 13-jährige Emalee Lucas wird von wiederkehrenden, bedrohlichen Alpträumen gepeinigt, in denen ihr regelmäßig sieben kahlköpfige und wenig vertrauenerweckende Männer zu Leibe rücken. Diese entpuppen sich nicht etwa als deutschnational gestimmte Fußballchaoten, sondern als finstere Dämonenbrut, die ein alter Indianerfluch in die Neuzeit gebeamt hat. Die Männer sind von unangenehmer Gefährlichkeit und pflegten schon als Kinder den Brauch, mit unvorsichtigen Mitbürgern ihre Zimmerwände zu bemalen. Als sie geschlossen ausrücken, um dem kleinen Mädchen einen Besuch abzustatten, wartet viel Arbeit auf den behandelnden Professor und die geschockte Mutter des Teenagers.“ (moviepilot.de)

„Neben dem Handlungsort in den Niederlanden sorgt dieser Film auch mit seinem originellen Plot für reichlich originelle Abwechslung von der üblichen Horrorware. Zudem ist er fein fotografiert, und bietet neben einigem Gekröse auch zahlreiche bizarre Details und tolle Locations. Das kann sich durchaus sehen lassen!“ (hypnosemaschinen.blogger.de)

„In perfekt durchkomponierten Breitwandbildern (…) kann sich der Zuschauer auf eine Story einstimmen lassen, die dankenswerterweise eine Brücke zwischen dem US-Mainstreamkino und dem europäischen Autorenfilm schlägt.“ (Frank Trebbin, Die Angst sitzt neben dir)

 

Searching Eva
Deutschland 2019, 85 Min, deutsche Originalfassung, digital, Regie: Pia Hellenthal, Darsteller: Eva Collé

Eva - 25, Vagabundin, Model, Dichterin, Sex-Arbeiterin, Feministin, Musikerin, Sternzeichen Jungfrau - gab sich mit 14 Jahren den Namen selbst, erklärte Privatsphäre zu einem überholten Konzept und veröffentlichte ihren ersten Tagebucheintrag online. Seither teilt sie ihr Leben bis ins intimste Detail mit Kids aus aller Welt. Dies ist die Geschichte einer jungen Frau, die im Internet erwachsen wurde und aus ihrer Selbstsuche ein öffentliches Spektakel macht, das die Frage aufwirft, was „eine Frau denn genau zu sein hat“. Durch Evas viele wechselnden Personae offenbart sich eine Generation, für die das Konzept einer fixen Identität ausgedient hat. Das Portrait eines modernen Menschen. (Corso Film)

Die Doku „Searching Eva“ lief dieses Jahr in der Sektion Panorama der Berlinale und wurde für den Deutschen Dokumentarfilmpreis nominiert.

"Geschickt hebelt Hellenthal die Grenzen zwischen Dokumentation und Fiktion aus und macht uns zu Rezipienten jener für das Digitale so essenziellen Inszenierungsstrategien, die auch Eva aus dem Effeff beherrscht. Ein furioses, nachhallendes Debüt." (Jens Balkenborg, epd-film)

 

Phantom-Kommando

Originaltitel: Commando, USA 1985, 90 Min., deutsche Fassung (Kinofassung Österreich/Schweiz), 35mm, Regie: Mark L. Lester, Darsteller: Arnold Schwarzenegger, Rae Dawn Chong, Dan Hedaya

John Matrix, einst Anführer eines militärischen Spezialkommandos, hat genug vom Töten. Mit seiner kleinen Tochter führt er nun ein zurückgezogenes idyllisches Leben in den Bergen. Doch üble Schurken wollen, dass er den Präsidenten eines südamerikanischen Land stürzt, um einen skrupellosen Diktator an die Macht zu bringen. Sie versuchen, Matrix mittels Entführung seiner Tochter zu erpressen. Doch der nimmt den Auftrag natürlich nur zum Schein an. Die Bösewichte müssen sich bald warm anziehen, denn mit dieser Ein-Mann-Armee ist wahrlich nicht zu spaßen...

Nach seinem riesigen Erfolg mit dem ersten „Terminator“ wandelt Schwarzenegger hier auf den Spuren von Rambo. Allerdings zum Glück ohne nationalistisches Pathos, stattdessen mit viel Selbstironie und schwarzem Humor. Ein herrlicher, konsequent harter Actioncomic, rasant in Szene gesetzt von Mark Lester („Die Klasse von 1984“). Gilt zurecht als unsterblicher 80er-Klassiker.

 

Heiße Katzen

Originaltitel: Deadlier Than the Male, Großbritannien 1967, 97 Min, deutsche Fassung, 35mm, Regie: Ralph Thomas, Darsteller: Richard Johnson, Elke Sommer, Sylva Koscina

Der Agent Hugh „Bulldog“ Drummond kommt einem Verbrechersyndikat auf die Spur, an dessen Spitze der Ölbaron Petersen steht. Bei seinen Ermittlungen stößt er immer wieder auf die „Cats“, die humorlos jeden Kontrahenten aus dem Weg räumen. In der geheimen Kommandozentrale Petersens kommt es schließlich zum Showdown...

Ein Film gegen den November-Blues! „Heiße Katzen“ ist eine Agentenkomödie mit der Figur des „Bulldog“ Drummond, die sich bis in die 1950er-Jahre großer Beliebtheit erfreute und sogar als Vorbild für James Bond gilt. „Von Sex und Zynismus beherrscht“, empörte sich der Evangelische Filmbeobachter seinerzeit, Quentin Tarantino hingegen zählt „Heiße Katzen“ zu seinen absoluten Lieblingsfilmen. Wir halten es natürlich mit Letzterem und freuen uns auch auf ein Wiedersehen mit der jungen Elke Sommer als mörderische „Cat“.

 

Feuer und Eis

BRD 1986, 90 Min., deutsche Originalfassung, 35mm, Regie: Willy Bogner, Darsteller: Kelby Anno, Philippe Bernard, Scott Brooksbank

John verliebt sich unsterblich in die Ski-begeisterte Suzy und folgt ihr ins Wintersportparadies Aspen in Colorado. Es entwickelt sich eine turbulente Verfolgungsjagd durch Eis und Schnee, während John in seinen Tagträumen unglaubliche Abenteuer vollbringt, um das Herz seiner Angebeteten zu gewinnen.

Willy Bogner wurde durch die Inszenierung der Ski-Verfolgungsjagden in mehreren James-Bond-Filmen international bekannt. „Feuer und Eis“ zeigt ihn auf der Höhe seiner Kunst und zelebriert eine Vielfalt aus atemberaubenden Action-Sequenzen mit Skisport-Artistik zwischen Buckelpisten, Eiskanalfahrten und Abfahrtsballett bis hin zu Drachenfliegen, Windsurfen, Snowboarding und Schnee-Breakdancing vor grandioser Naturkulisse in Colorado, Kanada, Österreich und der Schweiz.

„Die dünne Handlung dieser Schnee-Operette zwischen Kunst, Kitsch und Werbefilmästhetik ist nur Aufhänger für beeindruckende Ski-Akrobatik, brillant fotografiert und mit einem rauschhaften Elektronik-Sound unterlegt.“ (Filmdienst)

 

KARACHO – 5. Festival des Actionfilms

15.-17.11.2019 im KommKino Nürnberg

Das Actionfilmfestival geht in die fünfte Runde und präsentiert wieder einen sehr abwechslungsreichen Streifzug quer durch diverse Subgenres, Länder und Jahrzehnte – von berühmten Klassikern bis zu obskuren Raritäten, vom Sportfilm bis zur Monsterschlacht, von Frankreich bis Japan, von 1936 bis 1990. Alle Filme sind als seltene 35mm-Filmkopien zu sehen, viele davon in besonderen Fassungen, etwa als originale Technicolor-Kopien oder rare Import-Kopien.

Weitere Infos zum Programm unter: https://www.facebook.com/events/701599343680601/

Timetable:

Fr 15. Nov   15:00 Heiße Katzen
17:00 Feuer und Eis
21:15 Duel (OmdU)
23:00 Phantom-Kommando
Sa 16. Nov   14:00 Der Kurier des Zaren
16:00 Godzilla - Die Rückkehr des King Kong
20:30 Der Profi
22:45 Peking Opera Blues (OmdU)
So 17. Nov   14:00 Boiling Point (OmeU)
16:00 Auge um Auge
20:00 Kalter Hauch
22:00 Der Exterminator

Einzelticket: 6,- €

Dauerkarte: 54,- €

Dauerkartenreservierung unter: reservierung [at] kommkino.de

Filme

Duell

OT: Duel, USA 1971, 90 Min., englische Originalfassung mit deutschen Untertiteln, 35mm, Regie: Steven Spielberg, Darsteller: Dennis Weaver, Jacqueline Scott, Eddie Firestone

Steven Spielberg ist vor allem dafür bekannt und berüchtigt, dass er das moderne Popcorn-Kino begründete und wie kein zweiter prägte. Mit seinem legendären Regie-Debüt bewies er aber, dass er auch brillantes und durchaus intelligentes Hochspannungskino auf dem Niveau eines Alfred Hitchcock inszenieren kann.

Der unscheinbare Handelsvertreter David Mann wird auf einem kalifornischen Highway plötzlich von einem unbekannten LKW-Fahrer massiv bedrängt. Obwohl es scheinbar überhaupt kein Motiv gibt, eskalieren die Belästigungen immer mehr, entwickeln sich schließlich zu einem Duell auf Leben und Tod ...

Ein mitreißender, nahezu perfekt gemachter Thriller, dessen Story auch durchaus tiefere Dimensionen hat: Was passiert, wenn das scheinbar völlig gesicherte Leben eines typischen Durchschnittsmenschen plötzlich völlig aus den Fugen gerät, einer existenziellen Bedrohung ausgesetzt ist? Die DVD- und BD-Versionen des Films sind gekürzt und schauderhaft und noch dazu auch technisch fehlerhaft neu synchronisiert. Hier lässt sich dieser Klassiker im Original mit Untertiteln in einer zeitgenössischen Kinokopie erleben.

 

Der Kurier des Zaren

Deutschland/Frankreich 1936, 93 Min., deutsche Originalfassung, 35mm, Regie: Richard Eichberg, Darsteller: Adolf Wohlbrück, Lucie Höflich, Maria Andergast

„Aufwändige Verfilmung des Abenteuerromans „Michel Strogoff“ von Jules Verne: Im Auftrag des Zaren soll Michael Strogoff geheime Aufmarschpläne in die von Tataren belagerte Stadt Irkutsk bringen. Inkognito macht er sich auf die lange und gefährliche Reise nach Sibirien, ständig verfolgt von den Komplizen des Tatarenführers Ogareff. Unterwegs findet er Unterstützung durch die junge Nadja, dennoch geraten die beiden nach vielen Abenteuern in Gefangenschaft. Beim Versuch, seine ebenfalls gefangene Mutter zu schützen, wird Strogoff enttarnt. Ogareff lässt ihn blenden, Strogoffs Mutter stirbt an Herzversagen. Als vermeintlich harmlos freigelassen, gelangt der nunmehr blinde Kurier gemeinsam mit Nadja unter zahlreichen Strapazen nach Irkutsk...“ (Filmportal.de)

„Richard Eichberg hat den dem Roman von Jules Verne entnommenen Stoff zu einem Film von sich stets steigernder Spannung gestaltet, dessen wechselvolles Geschehen durch eine vielfältige Szenerie führt, die sich keine Möglichkeit von der Pracht des Petersburger Lebens bis zu den Kampfszenen vor dem belagerten Irkutsk entgehen ließ.“ (Österreichische Film-Zeitung)

 

Godzilla - Die Rückkehr des King Kong

Originaltitel: Kingu Kongu tai Gojira, Japan/USA 1962, 82 Min., deutsche Fassung, 35mm, Regie: Ishirô Honda, Darsteller: Tadao Takashima, Kenji Sahara, Yû Fujiki

Die Handlung ist wohl eher nebensächlich: Godzilla erwacht auf einer Eisscholle in der Beringsee wieder zum Leben und treibt auf Japan zu. Gleichzeitig schickt ein skrupelloser Groß-Industrieller zwei seiner Mitarbeiter auf eine Südseeinsel, um ein Ungeheuer namens King Kong nach Japan zu bringen. Und was daraufhin in Japan geschieht, wenn die beiden beliebten Top-Monster aufeinandertreffen, lässt sich mit Worten nur unzureichend beschreiben ...

Auch als „Schlachtfest der Giganten“ bekannt, ist „Die Rückkehr des King Kong“ absolutes Pflichtprogramm für alle Freunde des Kaiju Eiga, des japanischen Monsterfilms. Eine perfekt inszenierte Trickfilm-Show – mit kleinen Fehlern: So ist zum Beispiel in einer Szene der Reißverschluss am Rücken des King Kong-Kostüms sichtbar. Sowohl für King Kong als auch für Godzilla war es übrigens der erste Auftritt in Farbe.

 

Filme

Der Profi

Originaltitel: Le professionnel, Frankreich 1981, 108 Min., deutsche Fassung, 35mm, Regie: Georges Lautner, Darsteller: Jean-Paul Belmondo, Jean Desailly, Cyrielle Clair, Robert Hossein

Bel-mon-do. Genug gesagt. Eigentlich. Schließlich verkörpert der Franzose mit den markanten Lippen den französischen Actionfilm der 70er-Jahre par exellence. Wo Belmondo draufsteht, ist Belmondo drin – „Der Profi“ bildet hier keine Ausnahme. Darin mimt Bébel einen Ex-Agenten des französischen Geheimdienstes mit dem Auftrag, den Präsidenten des fiktiven afrikanischen Staats Malagawi zu töten. Aufgrund politischer Wirrungen gerät er jedoch zuvor in Gefangenschaft und wird zu lebenslanger Haft verurteilt. Als ihm die Flucht gelingt, ist er wild entschlossen, seine Mission zu Ende zu bringen ...

„Der Profi“ ist ein packender und knallharter Spionagethriller, perfekt zugeschnitten auf Jean-Paul Belmondo. Herausragend ist einmal mehr die Filmmusik von Ennio Morricone.

 

Peking Opera Blues

Originaltitel: Dao ma dan, Hongkong 1986, 104 Min., Kant./Mand. Originalfassung mit deutschen Untertiteln, 35mm, Regie: Tsui Hark, Darsteller: Brigitte Lin, Sally Yeh, Cherie Chung

Der Film spielt in Peking im Jahr 1913, kurz nach der Revolution. Kommandant Liu muss die Stadt General Tsao überlassen, nachdem seine Soldaten wegen nicht gezahlten Solds meutern. Die Tochter des Generals soll ihrem Vater als Mitglied der Widerstandsbewegung ein wichtiges Dokument entwenden. Auf ihrer Flucht vor der Geheimpolizei versteckt sie sich in der örtlichen Peking-Oper von Mr. Wong. Dort verbündet sie sich mit einer diebischen Sängerin und der Tochter des Theaterdirektors, um ihre Pläne in die Tat umzusetzen.

„Phantastisch, furios, atemberaubend – Worte, die den Film nur unzureichend beschreiben, sofern er durch Worte überhaupt zu beschreiben ist. „Peking Opera Blues“ ist in erster Linie eine wunderbare visuelle Erfahrung, die durch akustische Reize nur noch ergänzt wird.“ (Ralph Umard)

Mit diesem Klassiker von Meisterregisseur Tsui Hark wurde endlich auch das deutsche Feuilleton und das hiesige Arthouse-Publikum auf die New Wave des Hongkong-Kinos aufmerksam.

 

Boiling Point

Originaltitel: 3-4 x jûgatsu, Japan 1990, 96 Min., japanische Originalfassung mit englischen Untertiteln, 35mm, Regie: Takeshi Kitano, Darsteller:Takeshi Kitano, Yûrei Yanagi, Yuriko Ishida

Prickelnd geht anders: Wenn Masaki nicht gerade an der Tankstelle seinem öden Broterwerb nachgeht, eilt er mit seinem stümperhaften Baseballteam von Niederlage zu Niederlage. Als er und sein Trainer auch noch vom örtlichen Yakuza-Clan bedroht und verdroschen werden, ist Schluss mit der Loser-Lethargie: Masaki macht sich auf den Weg nach Okinawa, um dort Waffen für seinen Rachefeldzug gegen die organisierte Kriminalität zu kaufen. Unterwegs lernt er den gewalttätigen und psychotischen Uehara kennen, der gerade seinen ganz eigeneen Weg der Wut zurücklegt ...
„Boiling Point“ gilt als Meisterwerk des japanischen Ausnahmeregisseurs Takeshi Kitano. Die originelle Handlung reichert er mit jeder Menge Witz an, der von harten Gewaltausbrüchen kontrastiert wird.

In Kooperation mit dem Japanischen Kulturinstitut (The Japan Foundation)

 

JKI 50

 

Filme

Auge um Auge

Originaltitel: Oeil pour oeil, Frankreic/Italien 1957, 101 Min., deutsche Fassung, 35mm, Regie: André Cayatte, Darsteller: Curd Jürgens, Folco Lulli, Lea Padovani

„André Cayatte, Jurist, Regisseur und Spezialist in Gewissensfragen („Schwurgericht”, „Wir sind alle Mörder“), benutzte einen armenischen Roman als Vorlage zu diesem angenehm schaurigen Rachedrama, in dem ein vierschrötiger Armenier einen europäischen Chirurgen - den er am Tode seiner Frau schuldig wähnt - in die syrische Wüste lockt, um ihn dort einem qualvollen Erschöpfungstod preiszugeben.

Die beiden Kontrahenten gehen in der zerborstenen Wüstenlandschaft, während Bart und Durst wachsen, in mühseliger Kleinarbeit übertrieben langsam aneinander zugrunde.“ (Der Spiegel)

„Ein erstaunlicher Film von André Cayatte, der seine juristische Thematik und Technik aufgab, um ein krasses Modell gnadenloser Rachsucht zu zeigen. [...] Was dieses Musterbeispiel der Rachsucht über die erschreckende Psychologie hinaus unheimlich fesselnd macht, ist die meisterlich gehandhabte Wortkargheit des Drehbuchs: Nur Allernötigstes wird zur kurzen Mitteilung, der eigentliche Vollzug des Geschehens geschieht im Bilde.“ (Filmdienst)

Filme

Kalter Hauch

Originaltitel: The Mechanic, USA 1972, 100 Min., deutsche Fassung, 35mm, Regie: Michael Winner, Darsteller: Charles Bronson, Jan-Michael Vincent, Keenan Wynn

Bishop ist ein schweigsamer Mann. Seinen Job als Auftragskiller für eine geheime Organisation erledigt er sauber und präzise. Allerdings ahnt er, dass sich sein neuer Schützling und Killer-Azubi Steve gegen ihn richtet und er nun selbst um sein Leben fürchten muss. Als alles nach einem langsamen, intensiven Zweikampf zwischen den beiden aussieht, stellt ihnen ihr Auftraggeber eine Falle...

Das Tempo ist angenehm gemächlich in „Kalter Hauch“, dabei gelingt es Regisseur Michael Winner trotzdem eine unglaubliche Spannung aufzubauen. Und er zeichnet dabei eine Art „Ästhetik des Tötens“ in stylischen Bildern und mit exzellenter Kameraführung. In seiner wertfreien Darstellung der Profikiller wirkt dieser Klassiker auch heute noch provokant. Zwei Jahre später drehte Winner den beliebten, aber noch kontroverser diskutierten „Ein Mann sieht rot“ („Death Wish“) –ebenfalls mit Charles Bronson in der Hauptrolle. 2011 erschien mit „The Mechanic“ eine schwache Neuverfilmung im üblichen Hochglanz-Stil mit Jason Statham als Arthur Bishop.

 

Der Exterminator

Originaltitel: The Exterminator, USA 1980, 102 Min., deutsche Fassung, 35mm. Regie: James Glickenhaus, Darsteller: Robert Ginty, Samantha Eggar, Christopher George

Der US-Soldat John Eastland überlebt den Vietnamkrieg, musste aber entsetzlichste Kriegsgräuel miterleben. Doch das Kriegsende und die Rückkehr in die Heimat bedeuten kein Leben jenseits brutaler Gewalt. New York wird von verbrecherischen Gangs beherrscht. Johns bester Freund Michael überlebt den Angriff einer solchen Bande nur knapp, ist nun schwerbehindert. Jetzt sieht John rot, tiefrot ... Der Unterwelt wird er nun mit grausamsten Methoden zu Leibe rücken.

„Der Exterminator“ gehört zu den erfolgreichsten Filmen der damaligen Selbstjustiz-Welle. Dies ist wohl nicht nur seiner erstaunlich versierten Inszenierung, sondern wohl vor allem seinen drastischen Gewaltdarstellungen zu verdanken, die für Skandale und in vielen Ländern für Zensurmaßnahmen sorgten. Freilich wird die Titelfigur nicht als strahlender Macho-Held dargestellt, auch wird auf die üblichen überzeichneten Ballerorgien verzichtet. Die Welt dieses Films mutet völlig verkommen an – und dies auf unangenehm realitätsnahe Weise. Selbstjustiz wirkt da eher wie ein hilfloser Versuch, diese Verkommenheit einzudämmen …

 

Die Kinder der Toten
Österreich 2019, 90 Min., deutsche Originalfassung, digital, Regie: Kelly Copper, Pavol Liska, Darsteller: Greta Kostka, Andrea Maier, Klaus Unterrieder

„Elfriede Jelineks monumentaler, nach ihrer eigenen Aussage wichtigster Roman, „Die Kinder der Toten“ diente als Vorlage für diese freie filmische Adaption, die an den Originalschauplätzen rund um die Kindheitsorte der Nobelpreisträgerin spielt.

Ein SUPER-8-Ferienfilm aus der Obersteiermark verwandelt sich schleichend in eine Auferstehung ,untoter‘ Gespenster. Die Frage nach der (Un-)Möglichkeit einer adäquaten Aufarbeitung aufgehäufter Schuld durchzieht all jene Terrains – Natur, Kultur, Gesellschaft, Geschichte –, die in der Gegenwart immer noch nationale Identität stiften.“ (Ulrich Seidl.com )

„Nazis, Nekrophilie, Inzest: Ein amerikanisches Regie-Duo adaptiert einen Jelinek-Roman, ohne ihn je gelesen zu haben. Das Ergebnis ist blödsinnig, ekelhaft und geschmacklos – und ein Heidenspaß.” (critic.de)

Regisseurin und Produzent zu Gast!

 

Der Formel Eins Film

Deutschland 1985, 97 Min, deutsche Originalfassung, 35 mm, Regie: Wolfgang Büld, Darsteller: Sissy Kelling, Frank Meyer-Brockman, Ingolf Lück, Dietmar Bär

„Automechanikerin Tina will Sängerin werden. Also macht sie ein Demo-Tape und geht damit zur Jugend-Musiksendung „Formel Eins“, die von Ingolf Lück moderiert wird. Dabei lernt sie den schusseligen Stevie kennen und verliebt sich in ihn. Als es ihr gelingt, den randalierenden Rocker Meat Loaf zum Auftritt zu bewegen, wird sie als Starbetreuerin engagiert und trifft viele exaltierte Musikstars wie Falco und Pia Zadora. Aber als der eifersüchtige Stevie erfährt, dass sie auch ihren Lieblingsstar Limahl betreut, kommt es zu einer wilden Verfolgungsjagd quer über das Bavaria-Filmgelände durch die Kulissen von „Das Boot“ und „Die unendliche Geschichte“, an der sich auch die Bundeswehr und die Toten Hosen beteiligen [...].“ (filmportal.de)

„Als Zeitzeugnis der 80er Jahre interessant und total vergessen.“ (Werkstattkino)

 

Wolfgang Büld Special

Nach gelungenen Punk-Dokus wie „Punk in London“ und einer sehr kommerziellen Phase rund um Spaßfilmchen wie „Manta Manta“ spezialisierte sich der deutsche Regisseur Wolfgang Büld auf düstere Underground-Thriller. Insbesondere mit „Lovesick: Sick Love“ und „Twisted Sisters“ gelangen ihm dabei zwei exzellente Werke. „Sea of Lies“ ist sein aktuellster Film.

 

Filme

Manta Manta

D 1991, 87 Min., deutsche Originalfassung, 35mm, R.: Wolfgang Büld, D.: Til Schweiger, Tina Ruland, Beatrice Manowski

Bertie ist stolzer Besitzer eines (selbstverständlich getunten) Opel Mantas. Doch es droht Ungemach: seine Freundin Uschi scheint ihr Herz an den Disco-Besitzer Helmut verloren zu haben. Und sein bester Freund Gerd hat heimlich das Abitur nachgeholt. In der Manta-Szene werden Streitigkeiten natürlich mit einem Rennen ausgetragen...

Heute kaum mehr nachvollziehbar, war der Opel Manta in den 80er- und frühen 90er-Jahren tatsächlich ein vieldiskutiertes Auto. Legendär die Witze über Manta-Fahrer als Unterschichtler mit ihren blondierten Friseusen als Beifahrerinnen. In der jederzeit sympathischen Proll-Komödie „Manta, Manta“ wurde dem Kult-Auto 1991 mit viel Ruhrpott-Schnauze das längst fällige Denkmal gesetzt. Gerüchten zufolge wird aktuell sogar an einer Fortsetzung gearbeitet, die zeigen soll, was aus den Figuren Jahrzehnte später wurde. Man darf gespannt sein.

zu Gast: Darstellerin Beatrice Manowski!

 

Wolfgang Büld Special

Nach gelungenen Punk-Dokus wie „Punk in London“ und einer sehr kommerziellen Phase rund um Spaßfilmchen wie „Manta Manta“ spezialisierte sich der deutsche Regisseur Wolfgang Büld auf düstere Underground-Thriller. Insbesondere mit „Lovesick: Sick Love“ und „Twisted Sisters“ gelangen ihm dabei zwei exzellente Werke. „Sea of Lies“ ist sein aktuellster Film.

 

Filme

Sea of Lies

GB 2017, 90 Min., deutsche Fassung, digital, R.: Wolfgang Büld, D.: Fiona Horsey, Victor Alfieri, Kevin Leslie

„Julia ist eine erfolglose Künstlerin mit jüngerem Liebhaber, ihr Mann Tony ein Schönheitschirurg, der die neuen Brüste seiner Patientinnen gerne persönlich testet. Um ihre Ehe zu retten, schasst Julia ihren Liebhaber und geht mit Tony auf eine Bootstour an der spanischen Mittelmeerküste. Julias Ex-Liebhaber – krank vor Eifersucht – ist ihnen in einer kleine Jolle auf den Fersen. Ein Sturm zieht auf. Und dann entdecken sie auch noch eine psychisch gestörte Frau als blinden Passagier.“ (Artechock)

„Sea of Lies“ erreicht nicht ganz die Qualität von „Lovesick: Sick Love“ und „Twisted Sisters“, Bülds besten neueren Filmen. Im Vorfeld und während der Dreharbeiten gab es diverse Probleme, sodass Büld seine ursprünglichen Intentionen nicht vollständig umsetzen konnte. Dennoch ist ihm ein sehr spannender und bisweilen auch durchaus abgründiger Thriller gelungen.

Zu Gast: Regisseur Wolfgang Büld & Uwe Bohrer (Kamera)!

 

Wolfgang Büld Special

Nach gelungenen Punk-Dokus wie „Punk in London“ und einer sehr kommerziellen Phase rund um Spaßfilmchen wie „Manta Manta“ spezialisierte sich der deutsche Regisseur Wolfgang Büld auf düstere Underground-Thriller. Insbesondere mit „Lovesick: Sick Love“ und „Twisted Sisters“ gelangen ihm dabei zwei exzellente Werke. „Sea of Lies“ ist sein aktuellster Film.

 

Meine keine Familie
Österreich 2012, 93 Min., deutsche Originalfassung, digital, Regie: Paul-Julien Robert, Darsteller: Florence Desurmont, Claudia Muehl, Otto Muehl, Egon Redent

„Gemeinschaftseigentum, freie Sexualität, Auflösung der Kleinfamilie, – das waren die Grundprinzipien des Friedrichshofs, der größten Kommune in Europa, die vom Wiener Aktionisten Otto Mühl Anfang der 70er Jahre gegründet wurde. Der Regisseur Paul-Julien Robert, der in diese Kommune hineingeboren wurde, begibt sich in „Meine keine Familie“ auf eine persönliche Reise in die eigene Vergangenheit. Ausgehend von Archivmaterial, das im Film erstmalig öffentlich gezeigt wird, konfrontiert der Regisseur sich selbst und seine Mutter mit der Frage: Was ist Familie?“ (freibeuter film)

„Paul-Julien Robert hat einen überzeugenden und reifen Dokumentarfilm geschaffen, weil er bei aller persönlichen Betroffenheit die künstlerische Contenance bewahrt.“ (Jury-Begründung DOK.fest München)

„Auf seiner Reise zu ehemaligen Kommunarden und ihren Kindern reflektiert MEINE KEINE FAMILIE, was die Diktatur der Selbstbefreiung mit ihnen angerichtet hat. Der Film sieht sie dabei nicht nur als bedauernswerte Opfer, eher als beschädigte Familie. Und die Wärme dieser Ambivalenz macht Paul-Juliens Selbstbefragung sehenswert.“ (Claudia Lenssen, epd-film)

 

Filme

Cruising

USA 1980, 101 Min., deutsche Fassung, 35mm, Regie: William Friedkin, Darsteller: Al Pacino, Paul Sorvino, Karen Allen, Richard Cox

Ein bisschen SM mag ja ganz amüsant sein, doch was dieser Serienkiller treibt, geht eindeutig zu weit. Schließlich hat New Yorks Lederszene keine Lust, sich nach dem nächsten Beischlaf für immer zur Ruhe zu betten. Zum Glück hat das NYPD findige Cops wie Steve Burns (Al Pacino) in seinen Reihen. Der passt nicht nur perfekt ins Beuteschema des Killers, sondern sieht in seinem Tierhaut-Tutu auch schärfer aus als ein 20-köpfiger Junggesellenabschied beim „YMCA“-Tanzen. Womit der knallharte Bulle jedoch nicht rechnet: Undercover bedeutet in diesem speziellen Fall eben auch, sich mit den eigenen Abgründen ganz unten zu beschäftigen ...

Die Geister, die William Friedkin mit „Cruising“ rief, konnte kein Exorzist vertreiben: Wochenlang erntete der Regisseur die Wut der Gay-Community, die ihm Schwulenfeindlichkeit vorwarf. Aufrufe zur Sabotage der Dreharbeiten machten die Arbeit nicht unbedingt einfacher. Als der düstere Film, der teilweise in „echten“ Schwulenclubs gedreht wurde, endlich fertig war, hagelte es für „Cruising“ das berüchtigt-prüde X-Rating, das ihn als Pornografie abstempelte. Auch bei der Kritik fand Friedkins Werk wenig Anklang. Inzwischen ist „Cruising“ völlig zurecht rehabilitiert und fesselt als atmosphärisch-dreckiges Dokument einer bewegten Zeit.

 

Der letzte Tango in Paris

OT: Ultimo tango a Parigi, Italien/Frankreich 1972, 129 Min., deutsche Fassung, 35mm, Regie: Bernardo Bertolucci, Darsteller: Marlon Brando, Maria Schneider, Jean-Pierre Léaud, Catherine Allégret

Unverhofft kommt oft: Beim Besichtigen einer leeren Wohnung in Paris knistert es zwischen dem 45-jährigen Amerikaner Paul und der 20-jährigen Französin Jeanne. Sie überspringen die gesellschaftlich verordnete Vorstellungsrunde und gehen direkt zu hemmungslosem Pimperanto über. Auch die gängigen Verabschiedungsfloskeln („Oha, schon so spät! Ich muss zum Bus ...“) fallen aus – wortlos gehen die beiden Lustmolche ihrer Wege. Doch schon am nächsten Tag ist die Sehnsucht nach einem erneuten Stelldichein groß. Die Regeln bestimmt dabei Paul, der gezeichnet ist vom Selbstmord seiner Frau: keine Namen, keine Gefühle – nur Sex ...

Skandal! „Der letzte Tango in Paris“ ist einer jener Filme, die fast ein halbes Jahrhundert später noch nachhallen. Bereits bei seinem Erscheinen 1972 verweigerte die italienische Filmzensur Bernardo Bertoluccis erotischem Werk die Freigabe. Zeitgleich reichten Zuschauer Klage gegen den Streifen ein. Italienische Gerichte unterstellten ihm daraufhin tatsächlich eine „rüde, widerwärtige, naturalistische und sogar unnatürliche Darstellung“. Auch heute noch ist „Der letzte Tango in Paris“ umstritten – insbesondere die zentrale Vergewaltigungsszene.

 

Antons Archiv

Anton mag Filme. Und jeder der ihn kennt, weiß das.

Daher kommt es häufiger vor, dass jemand ihn fragt: „Hey Anton, du magst doch Filme. Also diese alten, noch so richtig auf Rollen und so? Ich hab da was für dich.“

Und so kommt es, dass Anton nun ein kleines Archiv hat. Voller analoger Filmrollen vergangener Jahrzehnte.

Jetzt muss er die nur noch sichten. Auch einfach, um zu sehen, was drauf ist.

Und jeder, der kommt, darf mit schauen. Unter Umständen gibt es sogar ein paar Schätze zu entdecken ... natürlich auf 35 Millimetern!

Wahrscheinlich aber nicht.

Eintritt frei!

Filme

Die Träumer

Originaltitel: The Dreamers, Frankreich/Großbritannien/Italien 2003, 115 Min., deutsche Fassung, 35mm, Regie: Bernardo Bertolucci, Darsteller: Michael Pitt, Eva Green, Louis Garre

„Ein Amerikaner in Paris: Man begegnet Matthew, der auch Off-Erzähler ist, zunächst als staunendem Beobachter des Geschehens. Gleich zu Beginn trifft er die schöne Isabell und deren Bruder Theo, beide Kinder aus liberalem Intellektuellenmilieu. Kino, Politik und Lebensgefühl verschmelzen schon in diesen ersten Szenen wie in den Gesprächen der Twens; schnell freunden sie sich miteinander an, und als die Eltern der Geschwister für längere Zeit aufs Land fahren, wird Matthew eingeladen, in die Wohnung einzuziehen. Nun beginnt eine merkwürdige menage á trois. Viel Action gibt es nicht, und doch passiert eine Menge. Vor allem schaut der Film seinen Figuren beim Leben zu: Aufstehen, baden, essen, lieben, reden, Filme gucken. Ganz unverklemmt schildert „The Dreamers“ das Leben in der Wohnung gerade zu Beginn als paradiesischen Zustand der Seligkeit.“ (Svenja Alsmann)

„Gemeinsam ist allen ihre fanatische Leidenschaft für den Film. Sie sind Movie Buffs, Cinephiles, film-närrisch, und diese Leidenschaft spürt man beim Anschauen von „The Dreamers“ in sich selbst: Wie Matthew ertappt man sich dabei, die Kinogänger in den hinteren Reihen milde zu belächeln, denn ins Kino gehen bedeutet vor allem vorne zu sitzen, in der ersten Reihe oder besser noch: davor, auf dem Boden. Es gilt, den Bildern auf der Leinwand so nah wie möglich zu sein, niemand anderen sich dazwischendrängen zu lassen. »The screen maybe really was a screen – it screened us from the world.«.“ (Anja Marquardt)

 

Filme

Femme Fatale

Frankreich/USA 2002, 114 Min., deutsche Fassung, 35 mm, Regie: Brian De Palma, Darsteller: Rebecca Romijn, Antonio Banderas, Peter Coyote

„Beim Filmfestival in Cannes raubt die attraktive Laure mit perfiden Methoden den millionenschweren Schmuck eines Filmstars. Doch der perfekte Coup geht in letzter Minute schief. Während ihre Partner gefasst werden, entkommt Laure mit der Beute nach Amerika. Sieben Jahre später hat sie es zur Frau des Pariser US-Botschafters gebracht und lebt unter falschem Namen ein neues Leben. Als ein Foto eines Paparazzo auf der Titelseite einer Illustrierten erscheint, ist die Scheinidentität der Diamanten-Diebin gefährdet und sie wird von ihrer Vergangenheit eingeholt.

Dieser Film ist ein Comeback, und das in jeder Hinsicht. Eine Rückkehr nach Paris, in die Hauptstadt des Kinos, ins Reich des Déjà-vu, wo die Zeiten sich überlagern und die Perspektiven sich multiplizieren, aus denen von ihnen erzählt werden kann. Déjà-VUE steht allerdings auf den Plakaten, die in diesem Film auftauchen, denn Brian De Palma wandelt den gern zitierten Terminus ab, in die Femininform: „Handeln ohne zu wollen ... wollen ohne zu können ... wissen ohne gesehen zu haben ... sehen ohne vorherzusehen ..." (Paul Valery)
Wie kann man neue Bilder schaffen, fragt De Palma, wie kann man Bilder neu schaffen? De Palma hat sicher keine Angst vor dem Déjà-vu, er bekennt sich zur Macht der Oberflächlichkeit und zum Spiel der Illusionen - und er übernimmt das fest umrissene Bild der femme fatale, wie es überliefert wird in Kino- und Kunstgeschichte.“ (Fritz Göttler)