42. Tuesday Trash Night: Shopping

OT: Chopping Mall, USA 1986, 77 Min., deutsche Fassung, digital, R.: Jim Wynorski, D.: Kelli Maroney, Tony O'Dell, Russell Todd

Wer hat nicht schon einmal mit dem Gedanken gespielt, wie es wäre, über Nacht in einem großen Kaufhaus eingesperrt zu sein? Man könnte all die tollen Spielsachen ausprobieren, über die Bettenlandschaft hüpfen oder den ganzen Schmuck und alle Klamotten ungestört ausprobieren. Diese oder ähnliche Dinge haben acht junge Menschen im Sinn, als sie genau ein solches Unterfangen in die Tat umsetzen. Allerdings haben die Teenager nicht daran gedacht, dass es sich hierbei um einen Bruch mit der Hausordnung des Einkaufszentrums und den Verstoß gegen geltende Gesetze handelt, was einen Trupp Security-Roboter auf den Plan ruft. Diese finden dieses Treiben nämlich gar nicht lustig und haben dem so einiges entgegenzusetzen. So einiges Blutiges …

"Filmemachen kann so einfach sein und keiner weiß das besser als Roger Corman. CHOPPING MALL ist potenziell tausendfach gesehener generischer Quark, aber in der richtigen Situation einfach der beste Film aller Zeiten. Hier bilden die einzelnen Dummheiten eine Symbiose, die sie gegen jede wohlfeile Erbsenzählerei immun macht. Am Ende steht da ein kleiner 75-Minüter mit hauchdünner Prämisse, häusergroßen Plotholes, turmhohen Logikfehlern, zahlreichen In-Jokes und der nötigen Dosis Sex & Gore, bereit zum herablassenden Urteil und alles, was man sagen kann ist: „Wow. War das gerade der unterhaltsamste Film ever?“" (Oliver Nöding, Remember It for Later)

"Betrachtet man das offenbar sehr geringe Budget, dann darf man Jim Wynorski, der sich mit seiner zeit- und termingerechten Arbeitsweise als guter Corman-Schüler erweist, beglückwünschen, denn nicht nur die blutigen Effekte sehen teurerer aus als sie eigentlich sind. " (Frank Trebbin, Die Angst sitzt neben dir)

Was zurzeit noch als Science Fiction wahrgenommen wird, kann innerhalb von 10 Minuten zur Realität werden, so schnell entwickelt sich die Technik und die Welt mit ihr. Daher kann man kaum sagen, ob die hier erzählte Geschichte in einem alternativen Universum spielt oder doch eine potentielle Zukunft zeigt. Ähnlich wie die erfolgreiche Serie „Black Mirror“ setzt sich „Shopping“ auf besonders eindringliche Weise mit dieser Thematik auseinander. Dazu haben wir hier einen charmanten Achtziger-Jahre-Streifen, der sich unbeschwert in den Retro-Hype der aktuellen Film- und Serien-Parade einreiht.

„80s looked like fun but took their mall security a little too serious.“ - Trucker Max

 

Johnny Got His Gun

USA 1971, 111 Min, Originalversion, 16mm, R.: Dalton Trumbo, D.: Timothy Bottoms, Kathy Fields, Marsha Hunt

Ein amerikanischer Antikriegsfilm von Dalton Trumbo, der seinen eigenen Roman von 1939 verfilmte. Buch und Film schildern das Schicksal des 21jährigen Joe Bonham, der freiwillig für die USA in den Ersten Weltkrieg zieht und schwer verwundet wird.

Die sarkastische Aussage des Films wird besonders im Originaltitel „Johnny Got His Gun(deutscher Titel: „Johnny zieht in den Krieg“) deutlich. Nach dem Motto „Das hat er jetzt davon“ wird geschildert, was sein naiver Wunsch, „to get his gun“ (eine tödliche Waffe selbst zu tragen) für Konsequenzen hat. Denn Grundlage für den Titel „Johnny Got His Gun war der Aufruf „Johnny get your gun“, mit dem Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts versucht wurde, junge US-Amerikaner für den Militärdienst zu begeistern.

Die in Schwarz-weiß gedrehten Lazarettszenen unterstreichen den dokumentarischen Anspruch, die Auswirkungen des Krieges ohne Pathos aufzuzeigen. Die in Farbe gehaltenen Traum- und Erinnerungssequenzen Johnnys werden mehr durch die schauspielerischen Leistungen getragen als durch Regieeinfälle Trumbos.“ (www.wikipedia.de)

„Eindringlicher, schockierender Antikriegsfilm, dessen Inszenierung auch auf der formalen Ebene die Klischees eines herkömmlichen Soldatenschicksals durchbricht. Eine erschütternde Meditation über das Leben.“ (Lexikon des internationalen Films)

Special „Kino der Rebellion“

Ende der 60er Jahre begann die „New Hollywood“-Ära, die nur relativ kurz andauerte, aber zu den bedeutendsten Phasen der US-amerikanischen Filmgeschichte gehört. Insbesondere junge Regisseure wagten sich an neuartige, realitätsnahe Stoffe, setzten auf bissige Gesellschaftskritik und auf erfrischende filmästhetische Experimente. Auch wüste B-Filmer wie Russ Meyer durften in dieser wilden Zeit plötzlich für die großen Hollywood-Studios drehen. In Europa gab es vergleichbare Trends.

Wir zeigen eine Auswahl sehenswerter und einflussreicher Werke.

 

Filme

Head

USA 1968, 86 Min, Originalversion, digital, R.: Bob Rafelson, D.: Peter Tork, Davy Jones, Micky Dolenz

Dies ist ein Film über den Befreiungsversuch vier junger Männer, namentlich Peter, Davy, Micky und Michael, ihr Image als kinderzimmertaugliche, zusammengecastete Plastikpopband hinter sich zu lassen und der allmächtigen Industrie zu entfliehen, die der Einfachheit halber gleich durch einen riesenhaften Victor Mature dargestellt wird. Nebenher gibt es Musik, es werden Filmgenres wahllos parodiert (Krieg, Western, Fantasy) und ein gewisser Lord Highn Low verfolgt die Band mit großer Hartnäckigkeit. (www. dieseltsamefilme.blogspot.com)

Regisseur Bob Rafelson selbst castete 1965 die Band „The Monkees“ für eine Fernsehserie; sie galten schnell als „die Spaßmacher der Popwelt“ (Bravo 43/1967). Der wie im Drogenrausch ersonnene Film überzeugt mit viel Humor und klasse Songs.

Special „Kino der Rebellion“

Ende der 60er Jahre begann die „New Hollywood“-Ära, die nur relativ kurz andauerte, aber zu den bedeutendsten Phasen der US-amerikanischen Filmgeschichte gehört. Insbesondere junge Regisseure wagten sich an neuartige, realitätsnahe Stoffe, setzten auf bissige Gesellschaftskritik und auf erfrischende filmästhetische Experimente. Auch wüste B-Filmer wie Russ Meyer durften in dieser wilden Zeit plötzlich für die großen Hollywood-Studios drehen. In Europa gab es vergleichbare Trends.

Wir zeigen eine Auswahl sehenswerter und einflussreicher Werke.

 

Filme

Blow Up

Großbritannien/Italien/USA 1966, 111 Min., deutsche Fassung, 35mm, R.: Michaelangelo Antonioni, D.: David Hemmings, Vanessa Redgrave, Sarah Miles

„Der Fotograf Thomas arbeitet in den Sixties mit Models und fotografiert gleichzeitig Not, Armut und Elend, ohne davon selbst berührt zu werden. Seine hippe Lebensführung wird auf die Probe gestellt, als er in einem stillen, windigen Park ein paar Fotos schießt. Ein anwesendes Pärchen ist über diese Indiskretion empört. Beim Entwickeln entdeckt er jedoch im Gebüsch einen Mann mit Gewehr auf den Bildern. Als die Frau aus dem Park ihn aufsucht und drängt, ihr die Bilder zu geben, händigt er ihr einen falschen Film aus.
Wieder im Park entdeckt er unter einem Busch eine Leiche. Ist ein Verbrechen begangen worden?“ (ofdb.de)

„In Inszenierung, Fotografie und Darstellung hervorragender Film von Antonioni, der die Faszination des Bildes als Abbild tatsächlicher oder vermeintlicher Wirklichkeit und die Möglichkeiten der Manipulation aufzuzeigen versucht und zugleich ein Porträt der Beat Generation zeichnet.“ (Lexikon des internationalen Films)

Special „Kino der Rebellion“

Ende der 60er Jahre begann die „New Hollywood“-Ära, die nur relativ kurz andauerte, aber zu den bedeutendsten Phasen der US-amerikanischen Filmgeschichte gehört. Insbesondere junge Regisseure wagten sich an neuartige, realitätsnahe Stoffe, setzten auf bissige Gesellschaftskritik und auf erfrischende filmästhetische Experimente. Auch wüste B-Filmer wie Russ Meyer durften in dieser wilden Zeit plötzlich für die großen Hollywood-Studios drehen. In Europa gab es vergleichbare Trends.

Wir zeigen eine Auswahl sehenswerter und einflussreicher Werke.

 

Drive, He Said

USA 1971, 95 Min., Originalversion, digital, R.: Jack Nicholson, D.: William Tepper, Karen Black, Michael Margotta

Der Film schildert die amourösen Abenteuer des Basketballspielers Hector Blum und kontrastiert seine sportlichen Fertigkeiten mit seinen Leistungen im Bett, insbesondere mit der Frau seines Professors. Auch der Hintergrund ist kontrastreich, es wird viel geblödelt, aber es gibt auch ernsthafte politische und Antikriegsuntertöne.

Das Filmdebüt Jack Nicholsons als Regisseur ist ein gelungenes Portrait der amerikanischen Collegekultur der späten Sechziger/frühen Siebziger und weist seinen Regisseur als hervorragenden Schauspielführer aus. Ein fast vergessener Film, der mehr Aufmerksamkeit verdient hat!

Special „Kino der Rebellion“

Ende der 60er Jahre begann die „New Hollywood“-Ära, die nur relativ kurz andauerte, aber zu den bedeutendsten Phasen der US-amerikanischen Filmgeschichte gehört. Insbesondere junge Regisseure wagten sich an neuartige, realitätsnahe Stoffe, setzten auf bissige Gesellschaftskritik und auf erfrischende filmästhetische Experimente. Auch wüste B-Filmer wie Russ Meyer durften in dieser wilden Zeit plötzlich für die großen Hollywood-Studios drehen. In Europa gab es vergleichbare Trends.

Wir zeigen eine Auswahl sehenswerter und einflussreicher Werke.

 

Filme

The Trip

USA 1967, 78 Min, deutsche Fassung, 35mm, R.: Roger Corman, D.: Peter Fonda, Susan Strasberg, Bruce Dern, Dennis Hopper

„Paul Groves (Peter Fonda) schliddert langsam aber sicher in eine ernsthafte Lebens- und Gewissenskrise. Seine Frau läßt sich von ihm scheiden, seine Arbeit als Werbespotregisseur füllt ihn weder aus, noch behagt sie ihm sonderlich und allgemein scheint er jegliches Lebensziel aus den Augen verloren zu haben. In dieser Situation macht ihm sein Freund John (Bruce Dern) den Vorschlag, in einer kontrollierten Situation einen LSD-Trip auszuprobieren, um in die Tiefen des Bewußtseins abzutauchen und dort nach einer Lösung zu suchen. Johns Kumpel Max (Dennis Hopper) besorgt den Trip, doch die rauschhafte Auseinandersetzung mit der eigenen Psyche nimmt eine unvorhergesehene Wende, als Paul sich in einem unbeobachteten Moment davonmacht und durch die Stadt streift, während der Trip noch andauert ...“ (www.ofdb.de)

Das vielleicht beste Werk des eigenwilligen B-Film-Königs Roger Corman. Wohl weder zuvor noch danach wurde in einem Film, der über Underground-Zirkel hinaus zu sehen war, dermaßen konsequent und konstant eine Drogen-Ästhetik entwickelt. Ein wahrlich beeindruckender filmischer Rausch, der trotz allem Zeitkolorits auch heute nichts von seiner Faszination verloren hat.

Special „Kino der Rebellion“

Ende der 60er Jahre begann die „New Hollywood“-Ära, die nur relativ kurz andauerte, aber zu den bedeutendsten Phasen der US-amerikanischen Filmgeschichte gehört. Insbesondere junge Regisseure wagten sich an neuartige, realitätsnahe Stoffe, setzten auf bissige Gesellschaftskritik und auf erfrischende filmästhetische Experimente. Auch wüste B-Filmer wie Russ Meyer durften in dieser wilden Zeit plötzlich für die großen Hollywood-Studios drehen. In Europa gab es vergleichbare Trends.

Wir zeigen eine Auswahl sehenswerter und einflussreicher Werke.

 

Beyond the Valley of the Dolls

USA 1970, 104 Min, Originalversion, digital, R.: Roger Corman, D.: Peter Fonda, Susan Strasberg, Bruce Dern, Dennis Hopper

„Die Rockband "The Kelly Affair", bestehend aus Kelly McNamara (Dolly Read), Casey Anderson (Cynthia Myers) und Pet Danforth (Marcia McBroom), drei jungen und attraktiven Frauen, macht sich gemeinsam mit Kellys Freund und Bandmanager Harris Allsworth (David Gurian) auf den Weg nach Hollywood um dort ganz groß rauszukommen. Mit Hilfe von Kellys Tante Susan (Phyllis Davis) lernen die Musikerinnen den Produzenten Z-Man Barzell (John LaZar) kennen, der ihnen tatsächlich zu ersten größeren Erfolgen verhilft. Von nun an bestimmen wilde Parties, Drogen, Sex und Eifersüchteleien das Leben der Bandmitglieder...“ (www.ofdb.de)

Mit rüden, insbesondere formal eigenwilligen „sex & crime“-Filmen hatte sich Russ Meyer in den 60ern einen gewissen Kultstatus erarbeitet. Dass er für ein großes Hollywood-Studio (Fox) inszeniert, wäre wenige Jahre zuvor noch undenkbar gewesen. Doch sowohl „New Hollywood“ als auch Lockerungen bei der Zensur von Sex und Gewalt ebneten den Weg. Das Resultat „Beyond the Valley of the Dolls“ erntete bei der Kritik wütende Verrisse, eroberte aber Platz eins in den US-Kinocharts.

Mittlerweile gilt der Film längst als veritabler Kultklassiker. Russ Meyer hielt ihn für sein bestes Werk. Bad-taste-König John Waters bezeichnete ihn als „den lustigsten Film, der je gedreht wurde“. Das Drehbuch schrieb übrigens Kritikerpapst Roger Ebert.

Special „Kino der Rebellion“

Ende der 60er Jahre begann die „New Hollywood“-Ära, die nur relativ kurz andauerte, aber zu den bedeutendsten Phasen der US-amerikanischen Filmgeschichte gehört. Insbesondere junge Regisseure wagten sich an neuartige, realitätsnahe Stoffe, setzten auf bissige Gesellschaftskritik und auf erfrischende filmästhetische Experimente. Auch wüste B-Filmer wie Russ Meyer durften in dieser wilden Zeit plötzlich für die großen Hollywood-Studios drehen. In Europa gab es vergleichbare Trends.

Wir zeigen eine Auswahl sehenswerter und einflussreicher Werke.

 

Filme

Performance

Großbritannien 1970, 105 Min, Original mit deutschen Untertiteln, 35mm, R.: Donald Cammell, Nicolas Roeg, D.: James Fox, Mick Jagger, Anita Pallenberg

„Chas treibt im Auftrag der „Firma“ Schutzgelder ein. Als er aus Versehen einen Gegner tötet, bringt das seine Bosse in Schwierigkeiten. Er flüchtet vor ihnen und findet Unterschlupf bei dem Ex-Popstar Turner und seiner Frau Pherber. Zunächst bezeichnet er sie, verwundert von deren eigenwilligem Hippie-Lebensstil, als Verrückte. Doch dann nimmt Chas mit der Zeit ihre Mentalität an und sammelt selbst Erfahrungen mit Drogen und freier Liebe. So vergisst er immer mehr, dass er sich eigentlich auf der Flucht befindet...“ (www.ofdb.de)

Der Film zeigt einen noch jungen Mick Jagger, dessen sexuell aufgeladene, animalische Darstellungsweise auf der Kinoleinwand besonders gut zur Geltung kommt. Der Film fasziniert, weil er gängige Klischees umkehrt und der Rockstar Turner als vergleichsweise integer, das britische Establishment aber als kriminelles Spießbürgertum dargestellt wird. Ein köstlicher, psychedelischer Sex-Drugs-and-Rock-‘n‘-Roll-Cocktail.

Kultfilm des am 23. November vergangenen Jahres verstorbenen Meisterregisseurs Nicolas Roeg.

 

Wenn die Gondeln Trauer tragen

Italien/Großbritannien 1973, 106 Min., deutsche Fassung, 35mm, R.: Nicolas Roeg, D.: Julie Christie, Donald Sutherland, Hilary Mason

„Die kleine Tochter von John und Laura Baxter ertrinkt in ihrem roten Regenmantel nahe des elterlichen Hauses in einem Teich. Einige Zeit später leben die Baxters in Venedig, wo John die Restaurierung einer Kapelle durchführt. Scheinbar ist die Zeit der Trauer vorüber, doch unter der Oberfläche brodelt es noch. Als sie zwei seltsame Schwestern kennenlernen, von denen eine behauptet, übersinnlich zu sein, ist Laura tief beeindruckt und trifft sich öfters mit ihnen. John hält die beiden für Schwindler, hat er doch seine eigenen Visionen von einer kleinen, in einen roten Regenmantel gehüllten Gestalt, die durch die Straßen Venedigs läuft. Bald darauf hat er eine Vision von einem Begräbnisschiff, auf dem auch seine Frau und die seltsamen Schwestern sind. Langsam wird John immer panischer, denn er glaubt, dass seine Tochter aus dem Totenreich zurückgekehrt ist und das eine schreckliche Gefahr droht...“ (ofdb.de)

Der berühmteste Film des am 23. November vergangenen Jahres verstorbenen Meisterregisseurs Nicolas Roeg. Einer der großen Meilensteine des britischen Kinos.

 

The Last Movie

USA 1971, 108 Min, digital, Original mit deutschen Untertiteln, R.: Dennis Hopper, D.: Dennis Hopper, Roy Engel, Julie Adams, Samuel Fuller

„In der Wildnis von Peru wird ein Hollywood-Western gedreht. Die peruanischen Eingeborenen schauen staunend zu, ohne zu begreifen, dass die wüsten Schießereien nur gestellt sind. Nachdem die Filmleute abgezogen sind, spielen die Indios selbst „Filmproduktion“; sie allerdings prügeln sich ganz real. Ein Stuntman, der bei ihnen geblieben ist, wird angeschossen, als er einzugreifen versucht. Ein wild verschachtelter und mit einer Vielzahl experimenteller Einfälle durchsetzter Film über den Mythos Film; zugleich eine wütende Abrechnung mit dem Hollywood-System.“ (Filmdienst)

„“The Last Movie“ ist ein Film, den ich in Peru gedreht habe. Ich habe damit das Filmfestival in Venedig gewonnen, aber Universal Pictures wollte ihn nicht ins Kino bringen. (....) Ich wollte das Filmmaterial einsetzen wie ein abstrakter Expressionist seine Farbe. Ich führe euch ständig vor Augen, dass wir einen Film machen – und verweise ständig auf die Tatsache, dass es ziemlich verrückt sein könnte, in einem Publikum zu sitzen, sich so in einen Film hineinziehen zu lassen und irgendwann tatsächlich zu glauben, was man da sieht – und dann reiße ich euch wieder raus. Für die meisten ist das keine besonders angenehme Erfahrung.“ (Dennis Hopper) 

„Einer der legendenumranktesten Filme des New Hollywood – und einer der am wenigsten gesehenen. Aus dem Kino verschwand Dennis Hoppers „The Last Movie“ 1971 schnell und bis heute ist er nicht als DVD verfügbar. Nach dem Erfolg von „Easy Rider“ (1969) bekam Hopper einen Freifahrtschein vom Hollywoodstudio Universal für seine zweite Regiearbeit. (...) Hoppers großartiger Metafilme wurde zu Unrecht als drogengeschwängertes Experiment abgetan, heute kann man ihn neu entdecken als einen der wegweisendsten Filme der 70er Jahre.“ (Film Festival Cologne)

Special „Kino der Rebellion“

Ende der 60er Jahre begann die „New Hollywood“-Ära, die nur relativ kurz andauerte, aber zu den bedeutendsten Phasen der US-amerikanischen Filmgeschichte gehört. Insbesondere junge Regisseure wagten sich an neuartige, realitätsnahe Stoffe, setzten auf bissige Gesellschaftskritik und auf erfrischende filmästhetische Experimente. Auch wüste B-Filmer wie Russ Meyer durften in dieser wilden Zeit plötzlich für die großen Hollywood-Studios drehen. In Europa gab es vergleichbare Trends.

Wir zeigen eine Auswahl sehenswerter und einflussreicher Werke.

 

Filme

Dogtooth

OT: Kynodontas, Griechenland 2009, 97 Min, Originalfassung mit deutschen Untertiteln/deutsche Fassung, digital, R.: Yorgos Lanthimos, D.: Christos Stergioglou, Michele Valley, Angeliki Papoulia, Mary Tsoni, Hristos Passalis

„Abgeschottet von der Außenwelt werden die beiden Töchter und der Sohn ganz im Sinne der reichen Eltern erzogen. Den pubertierenden Jugendlichen wird dabei ein verqueres Weltbild voller Lügengeschichten vermittelt: Die Welt hinter der Gartenhecke ist angeblich ein böser und gefährlicher Ort und gewohnten Begriffen des Alltages werden neue Bedeutungen zugesprochen. Das Familienleben ist geprägt von emotionsloser Disziplin und den unschuldig-perversen Spielen der drei Geschwister, die sich damit die Zeit vertreiben. Die scheinbar perfekte Idylle erhält erste Risse, als die Töchter und der Sohn sich die Frage stellen, was wirklich hinter der Gartenhecke liegt…“ (filmstarts.de)

Ein frühes Meisterwerk von Yorgos Lanthimos („Killing of a Sacred Deer“, „Favourite“). „Der Film hat eine verstörende Wirkung mit dieser abgeschlossenen Welt, die er zeigt. Die Schauspielerinnen, die durch und durch emotionslos spielen, tragen hervorragend zu dieser Unbehaglichkeit bei, da sie keinerlei Gefühlsregungen verraten – der Zuschauer weiß nicht, ob die Protagonisten das Ganze ernst nehmen oder ebenfalls als perverses Spiel betrachten.“ (Mascha Hörlein, www.artechock.de)

„Sperriges, aber für Freunde des provokativen Kinos definitiv lohnendes Psychodrama aus Griechenland, das 2011 für den Auslands-Oscar ins Rennen ging. Gewagte Entscheidung, denn mit seinen echten Sexszenen und den herben Gewaltausbrüchen ist „DOGTOOTH“ ein einigermaßen heftiger Stoff für die greise Academy.“ (Harald Ladstätter, www.filmtips.at)

 

Filme

Alpen

OT: Alpeis, Griechenland 2011, 93 Min, Originalfassung mit deutschen Untertiteln, digital, R.: Yorgos Lanthimos, D.: Stavros Psyllakis, Aris Servetalis, Johnny Vekris, Ariane Labed, Angeliki Papoulia

„Unter dem Namen „Die Alpen“ bietet eine Gruppe von Außenseitern eine ungewöhnliche Dienstleistung an: Sie versprechen Trauernden, ihren Schmerz zu lindern, indem sie die Stelle der Verstorbenen einnehmen. So leben „Mont Blanc“, „Matterhorn“ und „Monte Rosa“ in fremden Häusern, tragen Kleidung toter Menschen und spielen sogar geliebte Erinnerungen nach. Dabei folgen sie einer Reihe strikter Regeln, allen voran: Keine emotionalen oder intime Bindungen eingehen. Doch Regeln sind dafür da, gebrochen zu werden ...“ (Rapid Eye Movies)

„Die Ironie von "Alpen" findet kein Außen und keine Erlösung, die in letzter Konsequenz doch eher erschreckende als erheiternde Empathielosigkeit der Menschen in dieser klinisch-sterilen Glaskastenwelt entlädt sich nicht in den Pointen der Episoden, die sich an ihnen ereignen. Vielmehr lädt sie sich im Verlauf des Filmes nur immer weiter auf, ohne jenen Außenstandpunkt, der zur Perspektivierung und somit zur humoristischen Relativierung vonnöten wäre, zuzulassen. Dadurch wird "Alpen" zum gleichermaßen absurden wie seltsam grauenhaften Zerrspiegel einer Gesellschaft, die sich von eigentlich allem längst abgekapselt hat.“ (Jochen Werner, www.perlentaucher.de)