Der Söldner

Filmfestivals
Datum: Sonntag, 10. September 2017 21:00

Einzelticket:
6,-
Dauerticket:
50,-

Der Söldner
(The Soldier) USA 1982, 88 Min, 35mm, DF, R: James Glickenhaus, Mit:             Ken Wahl, Bill Anagnos, Bob Andrews, Klaus Kinski

„Sowjetische Agenten überfallen einen Plutoniumtransport, um arabischen Terroristen den Bau einer Atombombe zu ermöglichen. Diese verlangen den Abzug der Israelis von der Westbank - anderenfalls wird das größte Ölfeld Saudi-Arabiens in die Luft gesprengt. Das kann die US-Regierung unmöglich zulassen und schickt ihren besten Mann, der auf den Codenamen "Soldier" hört...“ (filmtipps.at)

Der gewaltstrotzende, mit hervorragenden gespickte Stunts Agententhriller war seinerzeit sowohl in den Kinos als auch in den Videotheken sehr populär. „Cinema“ sah in dem „Söldner“ sogar schon den neuen James Bond, was sich dann doch nicht bewahrheitete. Allerdings wollte Erwin C. Dietrich, der mit dem Streifen ein großes Verleihgeschäft machte, noch eine Fortsetzung produzieren, was aber letztlich nie realisiert wurde.

„James Glickenhaus bescherte bereits 1980 mit "Der Exterminator" eine unsägliche Blutorgie und Verherrlichung der Lynchjustiz. Der Zynismus und die Leichtfertigkeit, mit der jetzt in den Erzählmustern des Politthrillers und des Action-Films mit aktuellen, brisanten und lebenswichtigen Problemen wie dem Weltfrieden, militärischen Konfrontationen, Terrorismus, Geheimdienstaktivitäten, atomarer Endlagerung und Erpressung und politischen Entscheidungsmechanismen umgegangen wird, spottet jeder Beschreibung. Von vornherein werden diplomatische Verhandlungstätigkeiten ausgeklammert, die Sowjetunion als Kriegshetzer aufgebaut und die Rettung der Welt Supermännern überlassen, gegen die James Bond ein Hausväterchen ist. Der neue Typus des Agenten ist nur noch ein präzise funktionierender Roboter, bar jeglichen Gefühls und zum Töten programmiert, das in Zeitlupenaufnahmen mit ekelerregenden Schockbildern zelebriert wird.“ (Hans Gerhold, katholischer Filmdienst)

Wie wohltuend anders schreibt da Adam Kesher (OFDB):

„James Glickenhaus entspinnt ein bedrohliches Terrorszenario aus der Spätphase des kalten Krieges, das anknüpft an unbewusste Ängste vor verborgenen Ost-West-Konflikten, die hinter den Kulissen schwelen und von der Öffentlichkeit unbemerkt zu eskalieren drohen. Die spannend und spektakulär inszenierte Jagd nach der Bombe umschreibt mit irritierenden Stilexperimenten eine zunehmend befremdlich und undurchdringlich erscheinende Welt und formuliert mit karikaturhaften Überzeichnungen einen ironischen Kommentar, der – ohne sich zwanghaft aufzunötigen – erfrischend selbstkritische Anmerkungen zur Cowboy-Mentalität und zum Weltmachtgebaren der vereinigten Staaten anbietet. Die riskante Gratwanderung zwischen beunruhigendem Spionage-Thriller, surrealen Verfremdungen und antiamerikanischer Stichelei gelingt so bravourös, dass man von einem veritablen kleinen Meisterwerk sprechen kann.“

Zu sehen ist die bislang nicht auf DVD oder BR erhältliche völlig ungeschnittene Unrated-Fassung.

 

 

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  • Sonntag, 10. September 2017 21:00