Die Filmbüchse der Pandora

kommkino
Freitag, 17. Februar 2023 16:00 - Sonntag, 19. Februar 2023 17:00
                                           Eintritt: 6 Euro                           

Bekanntlich ist die Büchse der Pandora ein Behältnis, das man besser nicht öffnet. Das unerschrockene KommKino tut es trotzdem. Und natürlich nicht irgendeine Pandora-Büchse.

Wir haben tief im Marianengraben des phantastischen Films gewühlt, Absonderliches aus mehreren Jahrzehnten zu Tage gefördert und wir sind auf das eine oder andere Übel gestoßen. Ihr seht Riesen-Bussarde, die die Welt bedrohen, Elvis Pressluft und John F. Kennedy im Kampf gegen Mumien, Ringo Starr in Steinzeitkluft auf Brautschau und noch mehr launige Kostbarkeiten aus dem Kuriositätenkabinett.

Schauderhafter Schund oder hammerhartes Happening? Womöglich beides? Macht Euch selbst ein Bild davon! Wir öffnen: Die Filmbüchse der Pandora!

Timetable:

Fr, 17.2.

16:00 Die Rache der schwarzen Spinne 

Originaltitel: Earth vs. the Spider, USA 1958, 73 Min, deutsche Fassung, digital
Regie: Bert I. Gordon
Darsteller: Ed Kemmer, June Kenney, Eugene Persson

"Gigant des Grauens" (1958), "Der Koloss" (1957), "King Dinosaur" (1955), "Die Insel der Ungeheuer" (1976), "In der Gewalt der Riesenameisen" (1977)... da ist aber jemand äußerst besessen vom Gigantismus. Dieser Jemand schimpft sich Bert I. Gordon. Er hatte nur große Dinge im Kopf. "Tarantula" (1956) von Genre-Meister Jack Arnold gab's zu diesem Zeitpunkt auch schon längst, aber das hinderte Gordon nicht daran, das Ganze (natürlich ohne die Gewieftheit von Arnolds Original) 1958 nochmals aufzuwärmen.

Auf der Suche nach ihrem verschwundenen Vater findet ein junges Pärchen in einer Höhle die besagte Riesenspinne. Der Sheriff der Stadt wird informiert und ihm gelingt es, die Spinne mit Gift zur Strecke zu bringen. Scheinbar tot, wird das Geschöpf sogleich in einer Schulaula ausgestellt. Zum Glück probt nebenan eine Schülerband, denn Rock'n'Roll erweckt Tote bekanntlich zum Leben. Nach der Reanimation des Krabbeltieres kann die Zerstörungsorgie in der amerikanischen Kleinstadt beginnen, die Spinne wild herumschreien und nach Lust und Laune ihre Größe ändern.

Ein herrlich lockerer Vertreter des Drive-in-/Teenage Horrorfilms. Wenig gruselig, aber mit einer Menge 50er-Jahre-Charme ausgestattet, mit viel zu alten Teenagern und hanebüchenen Momenten. Über die komplette Laufzeit sehr unterhaltsam.

20:00 Caveman - Der aus der Höhle kam 

Originaltitel: Caveman, USA 1981, 82 Min, deutsche Fassung, digital
Regie: Carl Gottlieb
Darsteller: Ringo Starr, Barbara Bach, Dennis Quaid

Was wir in diesem Machwerk nicht alles zu sehen bekommen. Die Erfindung des Spiegeleies, des aufrechten Ganges und unserer modernen Sprache, die aber gleich wieder verworfen wird. "Bobo" klingt ja auch phonetisch viel liebenswerter als "Freund".
Der Film beginnt „eine Zillion Jahre vor Christus“, und zwar am „9. Oktober“. Da gibt es diesen Höhlenmenschen Atouk (Ringo Starr). Ein echter Schwächling und nicht besonders angesehen in seinem Stamm. Schwer verliebt isser auch noch. In Lana (Barbara Bach). Die fährt natürlich total auf den Stammeshäuptling Tonda ab. Es dauert nicht lange bis Atouk endgültig verstoßen wird. Aber man findet ja immer Verbündete, also gründet er mit weiteren Underdogs wie Lar (Dennis Quaid) und Tara (Shelley Long) eine neue Clique. Tara steht dann eigentlich auf Atouk … und na ja. Ach, sie wissen schon.

Man fragt sich, wie es Ex-Bond-Girl Barbara Bach, Ringo Starr und Dennis Quaid in so einen Film geschafft haben. Ringo beweist jedenfalls eine Menge Humor und ist sich hier für nichts zu schade. Alle Beteiligten hatten wohl mächtig Spaß beim Dreh. Als Parodie auf Steinzeitfilme gedacht (im kompletten Film wird nur Ugah-Ugah-Kunstsprache geredet), bekommen wir Klamauk mit dem Holzhammer serviert. Zudem sind die urzeitlichen Lebewesen äußerst liebevoll und originell getrickst. Glubschäugige, tollpatschige Dinosaurier wurden mit Stop-Motion-Animation realisiert, die es durchaus mit der Kunst eines Ray Harryhausen aufnehmen können. Mit drei Bier im Gesicht ein absoluter Lachschlager.

22.15 In den Krallen der Venus 

Originaltitel: Queen of Outer Space, USA 1958, 80 Min, deutsche Fassung, digital
Regie: Edward Bernds
Darsteller: Zsa Zsa Gabor, Eric Fleming, Laurie Mitchell

Es hätte so einfach sein können. Drei taffe Astronauten sollen einen Wissenschaftler zu einer Raumstation bringen. Aber nein, da kommt ein Energiestrahl daher, schießt wild und ausgiebig durch die Atmosphäre und vernichtet auch noch die besagte Raumstation. Der Strahl erfasst anschließend das Raumschiff und bringt die Crew vom Kurs ab. Und zack befinden wir uns auch schon auf der Venus.
Dort treffen wir viele, viele Frauen. Eigentlich nur Frauen. Allen voran die missgelaunte Königin Yllana, die so gar nichts von Männern hält und von der Erde noch weniger. Der blaue Planet macht ja mit seiner atomaren Bedrohung nur Ärger, also muss er weg. Eine Vertraute der Königin findet aber eher, die Königin muss weg. Also steht sie den gefangenen Astroboys bei und leitet eine Revolution gegen Yllana ein.

Hui, was für ein haarsträubendes Abenteuer. Vermutlich DER Vertreter schlechthin, in dem tapfere Astronautenmachos auf zornige Weltraumblondinen treffen. Ausgelassene Heiterkeit ist mit "Queen of Outer Space" garantiert. Dafür sorgt u. a. der ewig schmachtende
Blick von Zsa Zsa Gabor, die uninspirierte Inszenierung und die völlig aus der Zeit gefallenen, chauvinistischen Dialoge. "26 Millionen Meilen von der Erde, aber die Frauen sind doch überall dieselben." Auf ewig unbeantwortet bleibt die Frage, ob dieses absurde Filmchen nicht schon damals ironisch gemeint war. Da bleibt kein Auge trocken.

00:15 Midnight Movie: Shadow in the Cloud 

Originaltitel: Shadow in the Cloud, Neuseeland/USA 2020, 83 Min, deutsche Fassung, digital
Regie: Roseanne Liang
Darsteller: Chloë Grace Moretz, Taylor John Smith, Callan Mulvey

Einige erinnern sich vielleicht an die legendäre Serie "Twilight Zone" aus den 60ern.
In den USA haben diverse Folgen mehr Kultcharakter als bei uns so mancher Kinoklassiker. Besonders sticht heraus: "Nightmare at 20,000 Feet". William Shatner muss hilflos mit ansehen, wie ein Gremlin die Tragfläche seines Flugzeugs Stück für Stück demoliert. Und keiner der Mitreisenden will ihm glauben. Übrigens schon in den 90ern von den Simpsons parodiert. Aus dieser Vorlage wurden nun kompakte 75 Minuten Krawall gezaubert.

Mitten im zweiten Weltkrieg. Die junge Offizierin Maude Garrett (Chloe Grace Moretz) ist in einem geheimen Auftrag unterwegs. Im neuseeländischen Auckland steigt sie eher widerwillig in ein Militärflugzeug und muss aus Platzgründen auch noch in der Schützenkuppel am Flugzeugbauch sitzen. Es reicht ja nicht, dass sie Geläster von der männlichen Besatzung ertragen muss und japanische Flieger von allen Seiten angreifen. Nein, dann muss auch noch dieser tasmanische Teufel auftauchen …

Der Film zieht seinen Reiz ganz klar aus seinem begrenzten Handlungsspielraum.
Kurz, knackig und auf den Punkt. Total banane und drüber. Die Zeit vergeht wirklich wie im Flug.

Sa, 18.2

13:15 Frankensteins Höllenbrut 

Originaltitel: Chikyû kôgeki meirei: Gojira tai Gaigan, Japan 1972, 76 Min, deutsche Fassung, digital
Regie: Jun Fukuda
Darsteller: Hiroshi Ishikawa, Yuriko Hishimi, Minoru Takashima

Die alten Haudegen Godzilla und Angilas müssen mal wieder die Welt retten. Doch bis dahin vergeht erstaunlich viel Zeit, die allerdings mit überraschend flapsigem Humor überbrückt wird. Der erfolglose Comiczeichner Genko bewirbt sich beim noch im Aufbau befindenden Freizeitpark namens Weltkinderland. Hier sollen die Kinder lernen, was echter Frieden bedeutet. Die Verantwortlichen des Parks sind tatsächlich sehr angetan von Genkos Entwürfen, doch dem kommt alles nicht ganz koscher vor. Mit Hilfe von Freunden findet er heraus, dass die Betreiber Böses im Schilde führen. Doch zu spät: Die Aliens in Menschengestalt haben längst King Ghidorah und Gigan aus dem Weltall gerufen, um sich die Erde unter den Nagel zu reißen.

Da isser, der zwölfte Beitrag aus der Godzilla-Reihe. Wir haben in "Chikyû kôgeki meirei: Gojira tai Gaigan" alles, was wir brauchen. Godzilla und sein stachliger Sidekick Angilas geben ordentlich Fratzendresche und mit Gigan bekommen wir ein höchst originelles Monster zu sehen. Mit Kreissäge im Bauch! Das sorgt für den einen oder anderen guten Filmschnitt.

15:15 Der sechste Kontinent 

Originaltitel: At the Earth's Core, UK 1976, 90 Min, deutsche Fassung, digital
Regie: Kevin Connor
Darsteller: Doug McClure, Peter Cushing, Caroline Munro

Sie kennen Troy McClure aus "Die Simpsons"?
Dann lernen Sie nun endlich das große Vorbild kennen. Doug McClure! Also DER Doug McClure. Scheiß auf Chuck Norris! McClure ist der smarte Held, den wir in solchen Zeiten brauchen.
Die Erzählung erinnert vielleicht etwas nach Jules Verne, hat aber tatsächlich eine andere literarische Vorlage. Tarzan-Erfinder Edgar Rice Burroughs verzapfte in den 1910ern ebenfalls Fantasyromane, die im Inneren der Erde spielen. Die Geschichten um den Kontinent Pellucidar.
1976 durfte dann der britische Regisseur Kevin Connor ans Werk und verfilmte die Vorlage als „At the Earth's Core“.

Wir befinden uns im viktorianischen England. Unter großem, öffentlichen Interesse testen der Wissenschaftler Perry (hier kaum zu erkennen: Peter Cushing) und sein Assistent David Innes (Doug McClure) ihre neue Erfindung: eine Maulwurfsbohrmaschine. Doch das Gerät funktioniert effektiver als erhofft. Statt einer Testfahrt durch den Berg, landen die beiden in einer Hohlwelt im Erdinneren. Hier treffen sie sogar auf Zivilisation, die allerdings von telepathisch fachkundigen, vogelartigen Wesen (oder eher eine Mischung aus Papagei und Fledermaus) unterjocht wird. Wie können unsere beiden Helden nur helfen?

Eine echte, grellbunte Pappkulissen-Parade. Highlights sind sicherlich die abwechslungsreichen Ungetüme und Gummisaurier, die für unsere Protagonisten eine wahre Herausforderung werden. Ein Juwel aus der Amicus-Produktion.

20:00 Chillerama 

Originaltitel: Chillerama, USA 2011, 120 Min, deutsche Fassung, digital
Regie: Joe Lynch, Adam Rifkin, Tim Sullivan, Adam Green, Bear McCreary
Darsteller: Richard Riehle, Adam Rifkin, Sean Paul Lockhart

Was waren das für Zeiten, als Autokinos noch gerne von Teenagern besucht wurden.
Nun möchte der Betreiber Cicil Kaufmann seinen Laden endgültig schließen. Aber vorher will er ein letztes Mal groß auftrumpfen und ganz besondere Perlen für Horrorfilmfreaks aufführen. Und er hat wirklich obskures Zeug aus dem Keller geholt. Da reift das Spermium eines Mannes zu gigantischer Größe heran und läuft in New York Amok. Da wird ein Teenager von einem Werbären(!) gebissen und wird selbst zu einem. Und Hitler macht einen auf Dr. Frankenstein. Am Ende verselbständigt sich sogar Rahmenhandlung im Autokino, als dieses von notgeilen Zombies heimgesucht wird.

Dieser Episodenhorror ist ein echter Kniefall vor allem, was uns die 50er in der Drive-in-Kultur beschert haben. Ein Gipfeltreffen des schlechten Geschmacks, Splattertrash vom Feinsten, eine echte Fäkalbombe und vielleicht DER Partyfilm aus der "Filmbüchse der Pandora". Völlig unmöglich diesen filmischen Unfug auch nur annähernd zu beschreiben. Also: angucken!

22:45 Angriff der Riesenkralle

Originaltitel: The Giant Claw, USA 1957, 74 Min, deutsche Fassung, digital
Regie: Fred F. Sears
Darsteller: Jeff Morrow, Mara Corday, Morris Ankrum

Dieser Film schießt den Vogel ab. Einen wunderschönen noch dazu. Die 50er waren eh schon besonders reichhaltig an trashigsten B-Movies und Monster-on-the-loose-Filmen, aber „The Giant Claw“ gehört zu den schrägsten und unterhaltsamsten Vertretern überhaupt. Ein riesiges, gerupftes Huhn aus dem Weltraum terrorisiert den amerikanischen Luftraum. Als die Streitkräfte versuchen das Nest inklusive Nachwuchs zu vernichten, wird unser Bomber-Bussard erst so richtig ungehalten.

Ray Harryhausen war für die Trickaufnahmen geplant, stand aber aus Kostengründen nicht zur Verfügung. Also bekamen mexikanische FX-Leute das Zepter überreicht. Muhaha. Das erbärmliche Aussehen des Monsters wurde den Darstellern während der Dreharbeiten vorenthalten. Sie agieren also durchaus professionell. Bei der Premiere war das Gelächter so groß, dass sich die Darsteller heimlich aus der Vorstellung schlichen. So jedenfalls die Legende. Legendär auch der Kultstatus und die Fangemeinde dieses Machwerks. Unglaublich eigentlich, dass die deutsche Auswertung erst 1996 nachts auf RTL erfolgte und dann 25 Jahre später auf Tele 5 abermals. Wird Zeit im Kommkino ein neues Zuhause zu finden. Liebe auf den ersten Blick. Versprochen!

00:45 Midnight Movie: Bubba Ho-Tep 

Originaltitel: Bubba Ho-Tep, USA 2003, 92 Min, deutsche Fassung, digital
Regie: Don Coscarelli
Darsteller: Bruce Campbell, Ossie Davis, Bob Ivy

Die Story muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen.
Ein alternder, pflegebedürftiger Elvis Presley (wir sind schlicht und einfach 1977 auf den Tod seines Doubles reingefallen!) lebt in einer texanischen Senioren-Unterkunft. Mit Ex-Frau und Tochter völlig verkracht und Geschwür am Sack. Und dann ist da noch sein Mitbewohner Jack, ein Schwarzer im Rollstuhl, der fest davon überzeugt ist, John F. Kennedy, ehemaliger Präsident der USA, zu sein. Allzu lange dauert der dröge Alltag in der Altersresidenz für Blasenschwache jedoch nicht. Der King und JFK stehen bald vor einem mächtigen Problem. Nach der Vorhut in Form eines zickigen Skarabäus, taucht auch noch eine altägyptische Mumie auf, die sich Nacht für Nacht einen Bewohner krallt und ihnen die Seele aus dem Arsch saugt. Das können sich unsere beiden Helden nicht bieten lassen und nehmen den Kampf auf.

Wir haben es hier mit einem echten Unikat zu tun, dass man auf jeden Fall gesehen haben muss. Und wieder mal ein Schmuckstück, dass unter starkem Zeitdruck und mit wenig Geld entstanden ist, weil kein Studio an das Projekt glaubte. Bruce Campbell als Elvis war selten in einer Rolle so gut. Der King lebt!

So, 19.2.

13:00 Die 7 goldenen Vampire 

Originaltitel: The Legend of the 7 Golden Vampires, UK 1974, 89 Min, deutsche Fassung, digital Regie: Roy Ward Baker, Chang Cheh
Darsteller: Peter Cushing, Shen Chan, John Forbes-Robertson

„Der erste Kung-Fu-Horror-Thriller!“, lautete damals der Slogan in den Kinos.
"The Legend of the 7 Golden Vampires" hätte 1975 genauso gut unter "Van Helsing in China" in den Lichtspielhäusern laufen können. Mit den legendären Hammer-Studios ging es Anfang der 70er bergab. Gohtic-Horror war nicht mehr gefragt und der Stern sowohl von Peter Cushing als auch von Christopher Lee fing langsam an zu sinken. Letzterer lehnte seine Rolle als Dracula ab, nachdem er das Drehbuch gelesen hatte. Für Cushing war es sein letzter Ausflug als Prof. van Helsing. Dafür darf er zumindest mal nach Fernost und ein wenig bei Martial-Arts-Kloppereien mitmischen.

Um der Dracula-Reihe neue Impulse zu verleihen, taten sich Hammer Films und die Shaw Brothers zusammen. Das rettete zwar das Studio nicht mehr, aber was bleibt,
ist eine unterhaltsame Mischung aus Eastern, Action und Hammer-Horror.
Der große Peter Cushing, etliche Stars aus den Shaw-Brothers-Filmen und Kung-Fu-Vampire. In seiner Machart sicherlich ein Einzelstück. Und in Cinemascope!

15:00 Gwangis Rache 

Originaltitel: The Valley of Gwangi, USA 1969, 95 Min, deutsche Fassung, digital
Regie: James O’Connolly
Darsteller: James Franciscus, Gila Golan, Richard Carlson

Damm-dada-damm-dada-damm Bonanzaaaa!
Naja, vielleicht nicht so ganz. Aber einen wilden Westen gibt es trotzdem. In diesem eher unbekannten Werk von Effekt-Guru Ray Harryhausen bekommen wir eine außergewöhnliche Kombination aus Western und Dinosaurierfilm zu sehen. Das ursprüngliche Konzept stammt von King-Kong-Macher Willis O’Brien, der sich mit seiner Idee bei den Studios aber nie durchsetzen konnte. So verläuft die Geschichte des Films in der zweiten Hälfte tatsächlich recht King-Kong-ähnlich.

Eine Zirkus-Truppe (oder nennen wir es lieber eine Wildwest-Schau) verfolgt ein ausgebüchstes Urpferd in das sogenannte verbotene Tal. Nichtsahnend stoßen sie bald auf gefräßige, prähistorische Tiere. Schnell ist das Urpferd vergessen, denn der mächtige Allosaurus Gwangi stiehlt allen Kollegen die Show. Geschäftsmann Tuck Kirby (James Franciscus) hat nur wieder Dollarzeichen im Auge und beschließt das aggressive Monstrum zu fangen und im Zirkus der Welt zu präsentieren. Dreimal dürfen sie raten: Die Gitter lockern sich schon während der ersten Vorstellung …

Ray Harryhausen konnte 1969 mit „The Valley of Gwangi“ den ursprünglichen Stoff endlich umsetzen und seinem Mentor Willis O'Brien ein Denkmal verpassen. Reitende Cowboys, die mit Lassos einen Saurier fangen. Das muss man gesehen haben.

17:00 Flash Gordon 

Originaltitel: Flash Gordon, UK/USA 1980, 111 Min, deutsche Fassung, digital
Regie: Mike Hodges
Darsteller: Sam J. Jones, Max von Sydow, Chaim Topol, Ornella Muti, Timothy Dalton

Der böse Imperator Ming (genial: Max von Sydow) spielt also gerne ein bisschen mit den Dingen rum, bevor er sie endgültig vernichtet. Das heutige Spielzeug: die Erde. Dr. Hans Zarkoff (Topol) entgeht dieser Angriff vom Planeten Mongo nicht und er ist voller Tatendrang, die Welt zu retten. Glücklicherweise kommen zufällig Football-Star Flash Gordon (Sam Jones) und Dale Arden (Melody Anderson) vorbei, die eher widerwillig mitreisen in diesem Dixiklo von einer Rakete. Nach der Ankunft auf Mongo und ein bisschen Handgemenge bekommt unser Held Flash sogleich die Todesstrafe verhängt. Das kommt der lüsternen Tochter Mings (Ornella Muti) eher ungelegen und so rettet sie ihm aus purem Eigennutz heimlich das Leben. Kann Flash die freiheitsliebenden Bewohner dieser unterdrückten Welt gegen Ming und sein Regime mobilisieren?

"Flash! Ahaa!" Ja, dieser Film ist Kult. Er ist Kult, er ist Kult und er ist verdammt nochmal Kult. Ein typisches Dino-De-Laurentiis-Dingsbums, dass wiedermal größer sein möchte, als es ist. Ganz klar im Fahrwasser von „Star Wars“ entstanden, inkl. Darth-Vader-Verschnitt (ich sag nur Klytus).

Fantasievoll, augenzwinkernd, prachtvoll, bunt, grell, spannend, infantil und mit einem großartigen Soundtrack von "Queen" ausgestattet. Jetzt oder nie!

Ticketinfos:
Einzelticket: 6,- €
Dauerkarte: 50,- €
Dauerkartenreservierung unter:
reservierung@kommkino.de

 

 
 

Alle Daten

  • Von Freitag, 17. Februar 2023 16:00 bis Sonntag, 19. Februar 2023 17:00